Neue Tarifstruktur beschlossen

Günstiges Busticket fürs Ammer-Lech-Land

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Sollen künftig das Logo des Ammer-Lech-Lands tragen: die Bushaltestellen im Mittelzentrum.

Schongau – Die interkommunale Zusammenarbeit im Ammer-Lech-Land trägt erste sichtbare Früchte: Mit einem einheitlichen und verbilligten Busticket wollen Schongau, Peiting, Altenstadt und Hohenfurch den öffentlichen Nahverkehr im Mittelzentrum stärken. Im Stadtrat gab es für das Projekt viel Lob.

Die Frage klang einfach. Wie viel denn eine Fahrt von Schongau nach Peiting koste, wollte Bettina Schade von den Stadträten wissen. Doch die Hauptamtsleiterin blickte nur in ratlose Gesichter. Damit hatte Schade freilich gerechnet. Denn die Antwort ist selbst für Einheimische alles andere als leicht, hängt die Höhe des Fahrpreises doch aktuell davon ab, in welchen Bus man einsteigt. So verlange die Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO) für besagte Strecke 2,80 Euro, Enzian Reisen dagegen zehn Cent weniger, rechnete Schade vor. Erschwerend hinzu kommen zum Tarifdschungel die verschiedenen Fahrpläne der einzelnen Gesellschaften.

Das soll sich in Zukunft ändern. Im Ikek-Lenkungsausschuss präsentierte RVO-Niederlassungsleiter Ralf Kreutzer Anfang Mai ein neues Konzept, das helfen soll, den öffentlichen Nahverkehr im Mittelzentrum attraktiver zu gestalten. Kernstück ist ein einheitliches Tarifsystem. Künftig soll es eine übertragbare Tageskarte geben, die vier Euro kostet (Kind zwei Euro) und für alle Busfahrten innerhalb der Gemeinden Altenstadt, Peiting und Hohenfurch sowie der Stadt Schongau gilt – egal, ob Enzian-Reisen, RVO oder Stadtbus. Ein Tagesticket für Fahrten innerhalb der einzelnen Gemeinden schlägt mit zwei Euro (Kind ein Euro) zu Buche.

Das Defizit pro Erwachsenen-Fahrkarte von 1,60 Euro (Mittelzentrum) beziehungsweise 1,40 Euro und Kinder-Ticket (0,60 bzw. 0,70 Euro) tragen die Kommunen. Im Falle Schongaus rechne man mit einem jährlichen Zuschussbetrag von rund 6 800 Euro, sagte Schade. Die Schätzung basiere auf der Annahme, dass sich das Fahrgastaufkommen von rund 4000 Passagieren pro Jahr durch die neuen Tarife verdreifache.

Erneuert werden sollen im Zuge der Umstellung, die für Januar 2018 geplant ist, auch die Haltestellen-Schilder sowie die Fahrplankästen. Erstere werden mit dem Ammer-Lech-Land-Logo versehen, letztere beinhalten künftig eine einheitliche Fahrplanübersicht. Die Kosten in Höhe von rund 2000 Euro für die 37 neuen Schilder in Schongau trage die Stadt, so Schade. Um die Fahrplankästen kümmere sich die DB Oberbayernbus. Auch eine einheitliches Fahrplanheft basierend auf der bereits existierenden Schongauer Broschüre soll es geben.

Im Gremium sorgte das Vorhaben durch die Bank für Begeisterung. „Endlich wird Ikek mit Leben gefüllt“, freute sich Gregor Schuppe (ALS). Stefan Konrad (SPD) sprach vom „Schritt in die richtige Richtung“, um den ÖPNV zu stärken. „Das war längst überfällig.“ Bürgermeister Falk Sluyterman betonte, dass Schongau mit seinem vielfältigen Busnetz besonders vom einheitlichen Ticket profitiere. „Einziger Wermutstropfen ist, dass die Pfaffenwinkel-Bahn noch nicht dabei ist“, bedauerte er. „Da sind noch weitere Gespräche nötig.“ Zurückhaltend reagierte Sluyterman auf Konrads Vorschlag, noch weitere Gemeinden ins Boot zu holen. „Wir sollten uns erst einmal auf das Mittelzentrum beschränken.“

Dessen Gemeinden zeigten sich am Dienstagabend einig. Sowohl in Schongau, als auch in Altenstadt und Peiting gaben die Räte einstimmig grünes Licht. Der Gemeinderat in Hohenfurch hatte das Projekt schon zuvor abgesegnet.

Christoph Peters

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