Lebenslang verschwiegen

Neuer Hüter des Siebenergeheimnisses in Altenstadt

Feldgeschworener Vereidigung Altenstadt
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Johannes Zörr (rechts) bei seiner Vereidung durch Bürgermeister Andreas Kögl (links). Der 47-Jährige übt damit das älteste kommunale Ehrenamt in Bayern aus.

Altenstadt – „Ich schwöre Treue dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und der Verfassung des Freistaates Bayern, Gehorsam den Gesetzen, gewissenhafte und unparteiische Erfüllung meiner Amtspflichten, Verschwiegenheit und zeitlebens Bewahrung des Siebenergeheimnisses – so wahr mir Gott helfe.“ Seit seiner gegenüber Bürgermeister Andreas Kögl und dem Altenstadter Gemeinderat am Dienstag abgelegten Eidesformel darf sich der 47-jährige Schwabniederhofener Johannes Zörr Feldgeschworener nennen. 

Der Vereidigung vorausgegangen war die Bestätigung des Rates hinsichtlich der Bestellung für dieses kommunale Ehrenamt. Nachdem der frühere Feldgeschworene Georg Herz im Frühjahr 2019 verstorben war, bestand bei den nurmehr zwei mit dieser Aufgabe Betrauten Andreas Ostler und Franz Landes der Wunsch, erneut eine dritte Person einzusetzen.

Nachdem letzterer dem Bürgermeister nahegelegt hatte, doch einmal Johannes Zörr als „guten Mann für sowas“ zu befragen, habe dieser sofort ja gesagt. „Das war eine supertolle Sache“, wusste Andreas Kögl zur schnellen Bereitschaft des Befragten zu berichten.

Der hauptberuflich als Schlosser tätige Johannes Zörr ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Sein ehrenamtliches Engagement betrachtet er als Selbstverständlichkeit. Dass er eine gute Befähigung für seine neue Tätigkeit mitbringe, habe ihm Franz Landes bereits anlässlich einer Maßnahme zur Flurneuordnung attestiert, bei der er selbst der Betroffene war.

Feldgeschworene üben das älteste kommunale Ehrenamt in Bayern aus. Sie sind durch Eidesform zur gewissenhaften und unparteiischen Tätigkeit unter anderem bei der Kennzeichnung von Grundstücksgrenzen und Flurstücken sowie zur Verschwiegenheit auf Lebenszeit verpflichtet.

Die Feldgeschworenen kennzeichnen die Lage der Grenzpunkte mit geheimen Zeichen. Diese sogenannten Siebenerzeichen werden im Bereich von Grenzsteinen in einer nur den Feldgeschworenen bekannten Anordnung ausgelegt. Die Art dieser Anordnung bezeichnet man wiederum als „Siebenergeheimnis“.

Manfred Ellenberger

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