Entlang der Staatsstraße

Neuer Geh- und Radweg führt über Mühlkanalbrücke

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Die Mühlkanalbrücke gilt mittlerweile als baulich fertiggestellt, das Bild stammt vom heutigen Dienstagvormittag. Von der Idee, das weiter nördlich eingerichtete Provisorium für Radler und Fußgänger beizubehalten, ist man abgerückt.

Schongau/Peiting – Einigkeit erzielt, wie Radler künftig sicher zwischen Stadt und Marktgemeinde unterwegs sein sollen, haben Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman, sein Peitinger Amtskollege Peter Ostenrieder und Vertreter des Staatlichen Bauamts Weilheim bei einem gemeinsamen Gespräch. Im Jahr 2022 wird ein Geh- und Radweg entlang der Peitinger beziehungsweise Schongauer Straße hergestellt. Die zwischenzeitlich aufgekommene Idee, das für den Zeitraum der Arbeiten am Mühlkanal errichtete Provisorium zu einer Dauerlösung zu machen, ist damit vom Tisch.

In einem seien sich alle einig, schildert das Staatliche Bauamt, für das Behördenleiter Uwe Fritsch sowie Abteilungsleiter Christoph Prause und Andreas Lenker an dem Treffen teilgenommen hatten: „Erklärtes gemeinsames Ziel ist die Schaffung eines alltagstauglichen, attraktiven und vor allem sicheren Geh- und Radwegs.“

Frage der Akzeptanz

Zu erwarten sei, dass eine Wegeführung, die mit Umwegen und Engstellen verbunden ist, nur auf geringe Akzeptanz stoße. Auch dürfe der Aspekt der „sozialen Sicherheit“ insbesondere für Frauen und Kinder bei Wegeführungen abseits frequentierter Straßen nicht außer Acht gelassen werden, erklärt das Staatliche Bauamt in einer Pressemitteilung, an deren Entstehen auch Sluyterman und Ostenrieder mitwirkten.

Und schließlich, so hatte es Prause auch schon im Gespräch mit dem Kreisboten/Lechkurier Anfang Juni erklärt, müsse auch berücksichtigt werden, dass die staatliche Beteiligung an den Kosten für die Herstellung eines Radweges von rund 50 Prozent abseits der Peitingerstraße verloren ginge. Denn der Freistaat beteiligt sich nur dann an solchen Kosten, wenn die Wegführung entlang der Staatsstraße erfolgt.

Als weitere Nachteile des Provisoriums hatte er damals angeführt, dass die vorgeschriebenen zweieinhalb Meter Breite fehlen – abzusteigen ist und bliebe somit Pflicht. Ferner sei der Belag schlecht für den Winter geeignet. Er sehe ein Problem mit der Verkehrssicherheit. „Wir können das nicht empfehlen“, fasste Prause zusammen.

Auch im Schongauer Stadtrat waren Zweifel an der Alltagstauglichkeit aufgekommen, würde man das Provisorium, das Eigentum der Landsberger Baufirma Assner ist und nun auch bleibt, zur Dauerlösung machen.

Insofern verständigten sich die Gesprächsteilnehmer bei ihrem Treffen am Donnerstag nach den Pfingstferien, dessen Ergebnisse am letzten Montag bekannt wurden, auf eine richtungsgebundene, straßenbegleitende Geh- und Radwegeführung entlang der Peitinger Straße, die dann im Zuge eines im Jahr 2022 geplanten Straßenausbaus hergestellt werden soll.

Umsetzung 2022

„Damit werden künftig Fußgänger und Radfahrer beidseits der Straße auf einem 2,50 Meter breiten, kombinierten Geh- und Radweg geführt“, heißt es in der Pressemitteilung. In Richtung Peiting führt dieser Weg dann weiter über die südliche Brückenkappe der Mühlkanalbrücke. In etwa auf Höhe des Ortseingangsschilds wird eine Mittelinsel in der Staatsstraße ein möglichst sicheres Queren der stark befahrenen Peitinger Straße ermöglichen.

Im weiteren Verlauf Richtung Peiting wird mit dem Ziel einer sicheren Querungsmöglichkeit für Fußgänger und Radfahrer die Einmündung der Dießener Straße in die Peitinger Straße mit einer Ampelanlage ausgestattet. „Diese soll durch eine intelligente Steuerung den Verkehrsfluss auf allen Straßen optimieren und dadurch diese Unfallhäufungsstelle entschärfen.“

Mühlkanalbrücke fertig

Den aktuellen Stand erläuterte Abteilungsleiter Prause im Rahmen des Gesprächs auch für die Mühlkanalbrücke. Diese ist baulich fertiggestellt und steht den Verkehrsteilnehmern seit Montag vergangener Woche mit beiden Fahrspuren uneingeschränkt zur Verfügung.

„Es folgen nun noch kleinere Restarbeiten, die Räumung der Baustelle sowie die Renaturierung.“ Bestandteil dieser Baustellenräumung ist unter anderem noch der Rückbau der Fußgängerbrücke sowie der Kfz-Behelfsbrücke. Der Rückbau zweiterer ist für Ende Juli vorgesehen und erfolgt mittels eines 300-Tonnen-Autokrans. Für dessen Aufstellfläche ist noch einmal eine kurzzeitige Verkehrs­einschränkung auf der Staatsstraße erforderlich.

Die Restarbeiten – dazu zählen das Pflastern der Gehweg­anschlüsse und das Asphaltieren der Übergangsbereiche zwischen Neubau und Bestand – führen tageweise zu geringfügigen Einschränkungen. Nach vollzogener Herstellung der beidseitigen Gehweganschlüsse und Rückverlegung der Geh- und Radwegverbindung auf die Mühlkanalbrücke, wird im Laufe des Septembers die provisorische Fußgängerbrücke zurückgebaut. Mit Verkehrseinschränkungen sei hierbei nicht zu rechnen.

kb/ras

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