Neuer Krankenhaus GmbH-Chef

Nicht reden, sondern handeln

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Landrat Friedrich Zeller (re.) stellte den neuen Krankenhaus GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann (li.) vor. Rechts dessen Vorgänger Reinhold Socher

Schongau – Die Krankenhaus GmbH hatte es in letzter Zeit nicht leicht. Hohes Defizit, Streit um die Schließung eines ihrer Häuser, zuletzt der Aufruhr über das der Presse zugespielte Gutachten. Mit dem neuen Geschäftsführer Thomas Lippmann soll nun alles besser werden. 

Das erste, was Lippmann gemacht hat, als er am 1. April seine neue Stelle antrat, sorgte für überraschte Mienen. Denn der neue Geschäftsführer lud nicht zu Kennenlern-Runden ins Büro, sondern stattete allen drei Kliniken in Schongau, Weilheim und Peißenberg einen Besuch ab und begrüßte, wo es ging, die Belegschaft persönlich mit Handschlag. Ein Geschäftsführer zum Anfassen. Direkt dran sein an den 800 Mitarbeitern ist seine Devise. Das Bestmögliche aus ihnen herausholen. 

„Der entscheidende Baustein für die Zukunft ist es, unserer eigenes Know How zu nutzen“, betonte er. Die ersten Gespräche hätten bereits ein großes Potential aufgezeigt. Lippmann, der auf 15 Jahre Erfahrung in Führungspositionen bei privaten Kliniken zurückblicken kann, ist kein Freund endloser Lenkungskreise. Nicht lange reden, sondern gute Ideen sofort umsetzen, die schnelle Entscheidung fällen, damit will der 37-Jährige die GmbH möglichst bald in ruhigeres Fahrwasser steuern. 

Dass er dafür viel mehr als bei seinen bisherigen Arbeitgebern auf den Rückhalt der Politik angewiesen ist, ist ihm bewusst. „Wir müssen an einem Strang ziehen“, sagte er und machte gleichzeitig klar: „Ich brauche Handlungsfreiheit.“ 

Landrat Friedrich Zeller, der als Chef des Aufsichtsrates Lippmann willkommen hieß und dessen Vorgänger Reinhold Socher gleichzeitig für die Arbeit der vergangenen Monate dankte, gefiel das forsche Auftreten des neuen Geschäftsführers. Gleichzeitig machte er noch einmal klar, worauf es in nächster Zeit vor allem ankomme. Sechs Millionen Euro Defizit belaste den Landkreis als Träger der GmbH schwer. Ohne dieses Minus läge die gerade erhöhte Kreisumlage bei 49 Prozent, rechnete er vor. „Das wäre spektakulär niedrig für Oberbayern.“

Lippmann hat den Auftrag verstanden. Eine wirtschaftliche Verbesserung sei unabdingbar, stimmte er zu. Der Fokus müsse dafür auf der Medizin als Kernaufgabe liegen, dafür seien auch strukturelle Einschnitte nötig. „Unser Ziel ist der zufriedene Patient.“ 

Mehr ambulante statt stationäre Versorgung und der Ausbau der planbaren Leistungen durch spezielle Zentren schweben Lippmann vor. An der 24-Stunden-Notfallversorgung will er nicht rütteln. „Da retten wir 1000 Menschenleben im Jahr.“ Das jüngst an die Öffentlichkeit gelangte Gutachten müsse in ein Zukunftskonzept umgewandelt werden. 

Das erste Projekt hat der 37-Jährige bereits auf den Weg gebracht. In Schongau soll noch dieses Jahr eine Akut-Geriatrie eingerichtet werden.

Christoph Peters

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