»Vorbildliches Projekt«

Barrierefreiheit im Rottenbucher Rathaus

Lift Barrierefreiheit Rathaus Rottenbuch
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Der an der Rückseite des Rathauses installierte Spindellift führt ins erste und zweite Obergeschoss.
  • vonRasso Schorer
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Rottenbuch – Ab jetzt sind im Rottenbucher Rathaus auch die beiden Obergeschosse barrierefrei erreichbar. Eine große Erleichterung für viele Bürger. 

Im Beisein seines Stellvertreters Vitus Gansler, der das Vorhaben auf den Weg gebracht hatte, bezeichnete Bürgermeister Markus Bader den Bau des Lifts als ein „vorbildliches Projekt“. Der Aufzug sehe zwar sehr strukturiert aus, „aber man glaubt nicht, was da alles so dahintersteckt“.

Bereits in den Jahren 2003 und 2004 sei die Idee entstanden. Damals sei aber die Technik noch nicht reif für die Umsetzung zu einem überschaubaren Preis gewesen. Und auch das Thema Barrierefreiheit sei seinerzeit noch nicht so intensiv geführt worden, so Bader. Und so kam es, dass man sich erst im Jahr 2018 im Gemeinderat erneut mit diesem Gedanken befasste. Einen Einbau ins Gebäudeinnere in eines der beiden Treppenhäuser habe man aufgrund der erwarteten hohen Kosten und der späteren womöglich beeinträchtigten Ansicht erst gar nicht in Erwägung gezogen.

Schließlich sei man aber sehr schnell darauf gekommen, den Lift von außen anzubringen. Nach dem im Januar 2019 gestellten Antrag auf einen Zuschuss durch die Städtebauförderung wurde nach dessen Genehmigung im April 2020 der Bauantrag gestellt und im November hatte man schließlich mit den Bauarbeiten begonnen, die auch den Auflagen des Denkmalschutzes gerecht wurden.

Zu Anfang der Überlegungen im Jahr 2018 hatte die Gemeinde mit Kosten in Höhe von etwa 100.000 Euro gerechnet und war dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass bei einer Beteiligung der Städtebauförderung in Höhe von 60 Prozent der Kosten die verbleibende Summe in Höhe von 40.000 Euro gut investiertes Geld sei, erklärte Gansler.

Zwar habe man noch nicht alle Schlussrechnungen, „aber wir sind auf jeden Fall günstiger“ berichtete Bader. Der Lift habe mit Kosten in Höhe von rund 50.000 Euro weniger gekostet als gedacht. Mit den noch nicht berücksichtigten Vorarbeiten und den teilweise noch nicht ganz abgeschlossenen Nacharbeiten werden die Gesamtkosten auf etwa 75.000 Euro beziffert, die Eigenbeteiligung der Gemeinde verringert sich auf 30.000 Euro.

Dass im Rathaus mehrere Räumlichkeiten auch durch die Allgemeinheit für Veranstaltungen, Ausstellungen, Lesungen und dergleichen genutzt werden, hatte den Ausschlag gegeben, dass die Beteiligung der Städtebauförderung geltend gemacht werden konnte.

Eine kleine Anekdote hinsichtlich der früheren Bewältigung der beiden Stockwerke war Markus Bader in guter Erinnerung geblieben: Ende April 2018 hatten bei einer der jährlich etwa 15 bis 20 Hochzeiten im Gemeindesaal im zweiten Obergeschoss einige Burschen einen betagten Hochzeitsgast auf eine selbst gebaute Hochzeitsschaukel gesetzt und über beide Stockwerke nach oben getragen, um ihm die Teilnahme an der Trauung zu ermöglichen.

Vor der Jungfernfahrt mit dem neuen Lift gab es noch dessen Segnung durch Pfarrer Josef Fegg. Dabei wünschte dieser auch, „dass man niemals übers Ziel hinausschießt“.

Mandfred Ellenberger

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