Neuer Zugang zum Stadtfriedhof

Eingang mit Hindernissen

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In dieser Mauer zwischen dem Parkplatz am Münzgebäude und dem Stadtfriedhof soll der Durchburch geschaffen werden. 

Schongau – Der Stadtfriedhof bekommt einen neuen Eingang. Der Bauausschuss folgte in seiner jüngsten Sitzung einstimmig dem Vorschlag der SPD, die sich für eine Pforte in der Mauer zwischen Friedhof und dem Parkplatz am Münzgebäude ausgesprochen hatte. Barrierefrei wird der neue Zugang allerdings nicht, womit auch der ebenfalls beantragte Behinderten-Stellplatz Makulatur ist.

Im November war die Schongauer SPD mit ihrer Idee eines barrierefreien Friedhof-Zugangs vom Parkplatz am Münzgebäude erstmals an die Öffentlichkeit getreten (der KREISBOTE berichtete). „Wir haben danach viel Zuspruch bekommen“, berichtete Fraktionschefin Ilona Böse in der jüngsten Bauausschusssitzung. „Das wäre eine schöne Aufwertung.“ 

Dass diese sich allerdings nicht ganz leicht verwirklichen lassen würde, zeigte anschließend Sebastian Dietrich auf. „Wir haben überprüft, an welchen Stellen ein Durchbruch möglich und sinnvoll wäre“, sagte der Stadtbauamtsmitarbeiter. Dabei seien drei Stellen in Frage gekommen, von denen sich die nördlichste am besten eigne, da sie direkt an der Hauptachse des Friedhofs liege, erklärte er. 

Dann kam Dietrich zum problematischen Teil. Da zwischen Parkplatz und Friedhof ein Höhenunterschied von einem Meter bestehe, sei eine barrierefreie Lösung sehr aufwendig. Denn um die maximal mögliche Steigung von sechs Prozent samt vorgeschriebener Podeste einzuhalten, müsste die nötige Rampe entsprechend lang ausfallen, erläuterte Dietrich – mit unschönen Folgen: Denn durch den hohen Platzbedarf der Anlage würden nicht nur zwei Parkplätze wegfallen, sondern auch zwei der dortigen Garagen kaum mehr anfahrbar sein. 

Einzige Alternative wäre laut Dietrich ein Hublift, der allerdings hohe Unterhaltskosten mit sich brächte. „Da besteht außerdem immer die Gefahr von Vandalismus.“ Günstig wären beide Varianten nicht. Dietrich bezifferte die Kosten auf 35000 bis 40000 Euro, was nicht nur die SPD-Räte schlucken ließ. 

Da half es auch wenig, dass laut dem Stadtbauamtsmitarbeiter ein anonymer Spender zwischen 2000 und 5000 Euro für die barrierefreie Umsetzung in Aussicht gestellt hatte. Dietrich schlug deshalb vor, nur eine einfache Treppe zu errichten und dafür den barrierefreien Zugang über den Haupteingang zu verbessern, indem man einen neuen Behindertenparkplatz am Sparkassenforum samt Querungshilfe schaffe. 

Die Kosten für den Durchbruch bezifferte Stadtbaumeister Ulrich Knecht auf 8000 Euro. Der Eingriff in die Mauer sei bereits mit Burgenforscher Joachim Zeune abgeklärt, der bekanntlich derzeit ein Sanierungskonzept für die Stadtmauer erstellt. „Er kann sich an dieser Stelle die touristische Erschließung der Wehrgänge vorstellen.“ 

Im Gremium erntete der Vorschlag breite Zustimmung. „Eine einfache Treppe genügt da, der behindertengerechte Zugang ist ja von Süden gegeben“, stellte Paul Huber (CSU) fest, der nach eigenem Bekunden seit Jahren mit der Idee eines solchen Eingangs schwanger gegangen war. „Ich hab nur nie einen Antrag gestellt.“ Auch bei der SPD zeigte man sich mit der abgespeckten Lösung einverstanden. 

„Die Kosten hätte ich nicht erwartet“, räumte Martin Schwarz ein. Böse regte an, die Treppe zumindest mit zwei Fahrspuren für Kinderwagen und „Rollifahrer, die sich das zutrauen“ auszustatten. Nur Siegfried Müller (ALS) wollte wegen der Haushaltslage nicht zustimmen. 

Mit 6:1-Stimmen segnete der Bauausschuss das Vorhaben schließlich ab.

Christoph Peters

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