Neues Schongauer Bettenhaus am Donnerstag eingeweiht

Lounge-Schick statt Klinik-Flair

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Das Krankenhauspersonal hat sich mit dem Ausblick im neuen Bettenhaus schon angefreundet.

Schongau – Dunkle Holzoptik, Doppelbetten für frisch gebackene Eltern und Lounge-Möbel in den Aufenthaltsräumen: Wer kaltes Klinik-Flair im neuen Bettenhaus des Schongauer Krankenhauses erwartet, wird überrascht sein. Am Donnerstag wurde es feierlich eröffnet. Bereits Ende September können die ersten Patienten die neuen Zimmer beziehen.

„Drei Jahre Bauzeit gehen heute zu Ende und das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen“, zeigte sich Geschäftsführer Thomas Lippmann zufrieden. Damit ist der Neubau sogar einen Monat früher fertig als anfangs geplant. Mit etwa zehn Millionen Euro liegt er auch innerhalb des vorgesehenen Kostenrahmens. 

Ende 2011 begannen die Modernisierungsarbeiten. 19,3 Millionen standen zur Verfügung. 13,3 Millionen steuerte der Freistaat bei, den Rest der Landkreis. Rund sieben Millionen flossen in den Bau neuer Kreißsäle und der Intensivstation, die seit November 2012 in Betrieb sind. 2013 begannen dann die Arbeiten für das neue Bettenhaus. 

Rund 80 Patienten finden in den neuen Ein- und Zweibettzimmern nun Platz. Zu jedem Zimmer gehört ein eigenes Bad mit Dusche, Toilette und Waschbecken. 

Über drei Etagen verteilen sich die verschiedenen Stationen. Endoskopie und Physiotherapie ziehen in den Neubau. Die Gastroenterologie und Physiotherapie folgen. 

Die „Mutter-Vater-Baby Oase“, die laut Lippmann herausragend in der Krankenhaus-Landschaft ist, kann bald die ersten jungen Eltern beherbergen: „In unseren Familiensuiten hat die ganze Familie Platz. Wir reagieren damit auf die steigende Nachfrage von Seiten der Väter, in den ersten Tagen rund um die Uhr bei Mutter und Kind zu sein“.

An die liebevoll gestalteten Aufenthaltsräume grenzt im Erdgeschoss eine Terrasse, im ersten Stock ein großer Balkon. Von dort aus können Patienten und Besucher den Blick über Schongau genießen und bei guter Fernsicht sogar die Alpengipfel bestaunen. 

„Vor 58 Jahren war das Schongauer Krankenhaus eins der modernsten“, blickte Landrätin Andrea Jochner-Weiß in ihrer Rede zurück. „Doch es war den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen.“ Sie sieht in dem neuen Bettenhaus eine Chance mit dem obersten Ziel der optimalen medizinischen Versorgung und dem Markenzeichen des hohen Qualitätsanspruchs. 

Herwig Heide, Ministerialdirigent des Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege lobte die Innovationen im Schongauer Krankenhaus ebenfalls. „Das ist ein deutlicher Attraktivitätsschub. (...) Die Gelder sind sinnvoll eingesetzt.“ 

Lippmann stellte immer wieder das Personal in den Vordergrund und so durfte eine Rede des ärztlichen Direktors Dr. Ruprecht von Welser nicht fehlen. Er erinnerte sich an die „naturverbundenen“ Zeiten im „ehrwürdigen Bettenbau“, in dem „Patienten an den Fenstern Pilze bewundern konnten.“ Auch dort sei hochkarätige Medizin vonstattengegangen, es habe jedoch zahlreiche Wünsche nach Verbesserung gegeben. Er lobte die große Dynamik, die Lippmann vor einem knappen halben Jahr in die Krankenhaus GmbH brachte.

Die war auch der Grund, warum Architekt Walter Koch und seine Tochter Marion immer wieder Änderungen in ihren Entwürfen einplanten. „Da braucht man Laufschuhe, um mit dem Tempo von Herrn Lippmann mithalten zu können“, brachte Koch symbolisch seine Sportschuhe mit. 

Schließlich gab es den kirchlichen Segen, für den Norbert Marx, Frieder Nägelsbach und Diakon Hans Steinhilber sorgten. 

Das Ende der Renovierungsarbeiten in Schongau bedeutet den Beginn der Bauphase in Weilheim. Lippmann ist voller Tatendrang: „In Weilheim werden wir in den nächsten Monaten mit der Kernsanierung des alten Bettenhauses beginnen und auch den Neubau des OP-Bereichs in Angriff nehmen.“

Von Ursula Gnadl

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