Streit um Sanierungszuschuss

Neues Dach für Verklärung Christi

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Das Dach der Kirche Verklärung Christi muss dringend saniert werden.

Schongau – Fast 50 Jahre ist die Schongauer Kirche Verklärung Christi alt. Eine Zeit, die Spuren hinterlassen hat. Größtes Sorgenkind ist das undichte Dach. Die Sanierung wird allerdings nicht nur für die katholische Kirchenstiftung teuer, sondern auch für die Stadt. Immerhin 20 Prozent der geschätzten Kosten von 360000 Euro kommen auf sie zu. Der Zuschussantrag sorgte deswegen für Bauchschmerzen bei manchen Stadträten und löste eine Grundsatzdiskussion aus.

Wie es um das kirchliche Bauwerk bestellt ist, machte das Schreiben von Stadtpfarrer Norbert Marxer und Kirchenpfleger Thomas Geiger deutlich. So seien die Asbest-zementdachplatten, die beim Bau verwendet worden waren, an vielen Stellen brüchig. Das dadurch eindringende Regenwasser drohe, die darunter liegende Holzkonstruktion zu beschädigen. Es bleibe deshalb nichts anderes übrig, als das rund 1000 Quadratmeter große Dach neu einzudecken. 

Weil für diese Arbeiten die Kirche eingerüstet werden muss, soll auch gleich die Fassade neu gestrichen und die Fensterriegel aus Sichtbeton instandgesetzt werden. Der Baubeginn sei bereits für heuer geplant. 2016 soll die Maßnahme abgeschlossen sein. 

Die Kosten bezifferten Marxer und Geiger auf rund 360000 Euro und beantragten einen städtischen Zuschuss von 20 Prozent. 

Nicht nur Nina Konstantin hatte mit der hohen Summe von 72000 Euro so ihre Probleme. Man müsse sich einmal grundsätzlich darüber unterhalten, wer die 20 Prozent-Regelung in Anspruch nehmen könne, sagte die ALS-Stadträtin und forderte, den Betrag für dieses Jahr auf 10000 Euro zu deckeln. „Es muss eine Obergrenze geben. Das ist viel Geld in unserer Situation.“ 

Bei Stephan Hild (UWV) rannte sie damit offene Türen ein. Der Beschluss bezüglich der städtischen Zuschüsse sei mindestens 25 Jahre alt, kritisierte er, „das müssen wir auf den neuesten Stand bringen.“ Dieser sei außerdem ursprünglich für Vereine gedacht gewesen, die bei ihren Vorhaben an ihre wirtschaftliche Grenze kommen, erinnerte Hild. „Das sehe ich bei der Kirche nicht.“ 

Bettina Buresch (ALS) wies darauf hin, dass man bei der aktuellen Regelung im Zuge der Gleichberechtigung beispielsweise auch einen Moschee-Bau für sieben Millionen Euro mit 20 Prozent unterstützen müsse. 

Das habe man bereits getan, konterte Michael Eberle (CSU), und verwies auf die vorhandene Moschee. „Das waren damals auch nette Beträge.“ Der CSU-Chef sah die geforderte Änderung zwiespältig. Er wolle sich dem nicht verschließen, befürchte aber, dass man damit die Büchse der Pandora öffne. „Je genauer wir das regeln, desto schwerer werden wir uns tun, die Anträge einzuordnen. Dann gibt es hier wieder endlose Diskussionsrun-den.“

Eine Einzelfallentscheidung hielt auch Hild für wenig erstrebenswert. Er schlug vor, den Antrag zurückzustellen, bis man sich über eine neue Zuschussregelung Gedanken gemacht habe. 

Doch damit rief er Helmut Hunger auf den Plan. Der CSU-Stadtrat erinnerte daran, dass man in den vergangenen Jahren ähnliche Anträge für die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt genehmigt hätte. „Wenn wir jetzt bei Verklärung Christi kürzen, würden wir sie wie eine Kirche zweiter Klasse behandeln.“ 

Diese Bedenken teilte auch Bürgermeister Falk Sluyterman. „Das wäre in der Tat nicht gerecht.“ Die Mehrheit des Stadtrats sah das ebenso. Mit 11:9 Stimmen wurde erst die Vertagung des Punktes abgelehnt. Anschließend segnete eine deutliche Mehrheit (15:5) den Zuschussantrag ab.

Christoph Peters

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