Stand der Planung

Marienheim: Kopfschütteln bei Diskussion um Einzäunung

Marienheim Neubau Peiting
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Eine Visualisierung zum Neubau – hier die Westansicht. Der vordere Komplex ist gut 40 Meter lang, der hintere Gebäuderiegel gut 60 Meter.
  • vonRasso Schorer
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Peiting – Laut aktueller Projektplanung soll das neue Gebäude des Marienheims in Peiting bis Herbst 2023 fertiggestellt werden. Für die Verlängerung der Heimerlaubnis am bisherigen Standort bis Sommer 2023 steht die Arbeiterwohlfahrt Oberbayern in engem Austausch mit der Heimaufsicht. Was Stand der Planung ist, wurde neulich ausführlich im Corona-Ausschuss des Gemeinderates aufgezeigt.

Das neue Gebäude wird am Fuße des Bühlach-Bergrückens erstellt. „Die sozialtherapeutische Einrichtung soll sechs Gruppen mit zehn bzw. elf Bewohner*innen umfassen“, erklärt Linda Quadflieg-Kraft; sie ist Unternehmenssprecherin bei der AWO Oberbayern. Und sie ergänzte am Donnerstag auf Nachfrage des Kreisboten: „Zur Anzahl der Mitarbeiter*innen können wir leider noch keine konkrete Aussage machen.“ Da befinde sich die AWO in Abstimmung mit dem Bezirk Oberbayern, der überörtlicher Sozialhilfeträger ist.

Bis zu 12 Millionen

Zur Frage, wie viel Geld die AWO Oberbayern denn in dieses Haus der Sozialpsychiatrie investiere, antwortetet Quadflieg-Kraft: „Momentan planen wir mit Baukosten von rund 11 bis 12 Millionen Euro“. Wie viel wirklich benötigt werde, hänge von bautechnischen Details ab, die sich erst in der tatsächlichen Umsetzung ergeben werden.

Die Leiterin der Unternehmenskommunikation bei der AWO betonte am Donnerstag nochmals, was bereits in der Diskussion im Corona-Ausschuss thematisiert wurde. „Wir planen ein offenes Außengelände mit Streuobstwiese, das zum Verweilen einlädt.“ Für Klient*innen des geschlossenen Bereichs sei ein Innenhof zum Aufenthalt draußen geplant. Quadflieg-Kraft: „Einen Zaun haben wir für das Grundstück nicht vorgesehen.“

Stoff für Diskussion

Das Thema Einzäunung kam bereits am Dienstagabend im Corona-Ausschuss zur Sprache. Claudia Steindorf (SPD) hatte nach der Präsentation durch Architekt Peter Flickinger (Büro Höss, Amberg und Partner, München) den Eindruck gewonnen, dass im Gegensatz zum alten Marienheim „mit dem Zaun drum rum“ am Bühlach ein offenes Gebäude geschaffen werde.

Norbert Merk (CSU) sprach von durchaus schützenswerten Anliegen aus der Nachbarschaft, die es zu würdigen gelte. Da seien von Anfang an Vorbehalte da gewesen. Darum sollte man „im Sinne eines guten Miteinanders“ durchaus eine Einzäunung prüfen.

Das alte Marienheim weist eine Einzäunung auf, das neue wird keine haben – das sorgte für Diskussion.

Unter den 25 Zuhörern in der großen Sporthalle waren auch Cornelia Emili, die Chefin der AWO Oberbayern, und Charlotte Straif vom Marienheim in Peiting. Straif konnte bei der Kommentierung Merks nur den Kopf schütteln. Architekt Flickinger antwortete, man wolle keine Gefängnissituation herbeiführen. Auf einen Zaun werde verzichtet.

Herbert Salzmann (SPD) sagte dazu, beim bisherigen Marienheim in der Ortsmitte sei auf der Rückseite auch nur eine Einfriedung in Höhe eines normalen Gartenzaunes. In der Sozialtherapie würden psychisch kranke Menschen aufgenommen, die zum Teil selbst gefährdet seien, aber nicht andere gefährden, so Salzmann.

Drei Geschosse

Zum Gebäude erklärte Architekt Flickinger, dass der Haupt­eingang mit einer Art Cafeteria auf der Nordseite platziert werde. Die 22 Stellplätze würden auf mehrere kleine Plätze des Grundstückes verteilt und nicht alle in einer Reihe angeordnet. Im Untergeschoss seien Werkräume vorgesehen. Platz ist dort für die Küche, für ein Hausmeisterbüro und für die Pelletsheizung. Auf dem Dach werden Fotovoltaik-Module installiert. Der Dachstuhl – dazu hatte Thomas Elste (Grüne) nachgefragt – wird wegen der Erdwärmepumpe geräumig geplant.

Auf zwei Stockwerken befinden sich jeweils drei Gruppen. Jedes Zimmer für die gut 60 Bewohner erhält einen kleinen Nassbereich. Positiv wertete Architekt Flickinger, dass für das Bauvorhaben kein Schallschutzgutachten erforderlich sei. „Es war wirklich an der Zeit“, befand Michael Deibler (CSU) zur Präsentation der aktuellen Planung.

Johannes Jais

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