Frage von Zentimetern

Wohin genau mit der Stele?

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Stadtbaumeister Sebastian Dietrich (links) im Gespräch mit Rettungs-Fürsprecher Helmut Schleich und Heide Krauthauf vom Historischen Verein.

Schongau – Entsteigt die gerettete Wanduhr unbeschadet ihrem Sarkophag? Mit Spannung erwartet nicht nur der Historische Verein den Moment, wenn die Mauerscheibe mit dem Cobi-Reiser-Kunstwerk eine neue Rolle auf dem Pausenhof der Staufer-Grundschule findet. Bis dahin dauert es noch; doch ein Hoffnungsstifter war schon am Mittwoch zu Besuch: Helmut Schleich verschaffte sich einen Eindruck, er hatte wichtige Kontakte geknüpft.

Geplante 55.000 Euro wird die Neuintegration als Stele kosten. Mitte Juni gab der Stadtrat seine Zustimmung, 30.000 Euro zu übernehmen, nachdem der Historische Verein die Finanzierung der restlichen 25.000 zusicherte. Er hatte in Kabarettist Helmut Schleich einen prominenten Fürsprecher gefunden, der wiederum die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung dafür gewinnen konnte, den Betrag zu übernehmen. Diese gilt als Vermächtnis der 1996 verstorbenen gleichnamigen Erbin der Augustiner-Brauerei. „Eine tolle Stiftung, die nicht in den Vordergrund will und vom Engagement der Stadt und ihrer Bürger beeindruckt ist“, sagt Schleich beim Termin am Mittwoch.

„Das war die Rettung“, freut sich Vereinsvorsitzende Heide Krauthauf. „Sie waren der Türöffner“, lobt Bürgermeister Falk Sluyterman Schleich, der in Schongau geboren wurde und anfangs auch hier zur Schule ging. Noch nicht final geklärt ist allerdings, wo genau die Stele ihren Platz finden wird.

Von ihrem jetzigen Standort, an dem sie dick verschalt steht, wird sie wohl noch einige Zentimeter verrückt werden. „Da bleibt uns nur ein räumlich ganz enger Rahmen“, erklärte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich den Vereinsvertretern und Schleich.

Dieser wiederum befürchtete eine „unglückliche Lösung“: Der nahe verwurzelte schützenswerte Lebkuchenbaum führe dazu, dass die Stele „verschämt“ da stehe. „Das ist für den Baum und das Kunstwerk nix.“ Dietrich gab sich allerdings zuversichtlich, eine gute Platzierung zu finden.

Klappen alle Arbeiten samt statischer Untersuchungen und Baugenehmigung, soll die Neuintegration im Herbst glücken. Dann könnte die Uhr auch wieder laufen, womöglich aber mit neuem Uhrwerk. „Wunderbar“, findet das Schleich.

ras

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