Neujahrsempfang der Fallschirmjäger

Noch nicht aus dem Rennen

+
Der neue Kommandeur Carsten Jahnel hielt zum ersten Mal die Rede beim Neujahrsempfang in der Altenstadter Kaserne.

Altenstadt – Es ist Usus, dass die Luftlande- und Lufttransportschule Altenstadt Anfang des Jahres zum Neujahrsempfang in die Kaserne lädt. Mit dieser Tradition hat auch ihr neuer Kommandeur nicht gebrochen. Die vielleicht wichtigste Erkenntnis der Ansprache von Oberstleutnant Carsten Jahnel: Noch immer ist das letzte Wort in Sachen Verlegung der Schule nicht gesprochen.

Seit kurzem hat Deutschland in Ursula von der Leyen die erste Frau an der Spitze des Verteidigungsressorts. Nach zu Guttenberg und de Maizière soll nun die ehemalige Familien- und Arbeitsministerin die größte Strukturreform der Bundeswehr in ihrer Geschichte zu einem erfolgreichen Ende bringen. Mit dem Wechsel steigen auch in Altenstadt die Hoffnungen, das Ministerium könnte die beschlossene Verlegung der Luftlande- und Lufttransportschule nach Oldenburg doch noch einmal überlegen. 

Dass diese nicht gänzlich aus der Luft gegriffen sind, ließ sich der Ansprache des neuen Kommandeurs Carsten Jahnel beim Neujahrsempfang entnehmen. Zwar betonte der Oberstleutnant, dass sich am Plan, die LL/LTS ab Mitte 2015 ganz aufzulösen und 2016 nach Oldenburg zu verlegen, offiziell nichts geändert habe. Allerdings würden nach wie vor Alternativen geprüft. Eine davon sei die Verlegung der Fallschirmsprungausbildung an die französische Springerschule in Pau. Hier werde seit November eine Wirtschaftlichkeitsprüfung durchgeführt, berichtete Jahnel. 

Neu betrachten Bei diesen Überlegungen sei auch der Standort Altenstadt mit seinen idealtypischen Ausbildungsvoraussetzungen erneut zu betrachten. „Ob es hieraus resultierend zu einer Anpassung der Stationierungsentscheidung kommt, soll bis Mitte dieses Jahres auf ministerieller Ebene entschieden werden“, kündigte der Kommandeur an. Mit Blick auf die bevorstehenden schwierigen Verhandlungen bat Jahnel um Geduld und Gelassenheit. Er forderte zudem alle Beteiligten auf, „sich an keinem Störfeuer zu beteiligen, was diese Verhandlungen zu unseren Ungunsten beeinflussen könnte“. 

Die ersten größeren Einschnitte durch die Reform hat die Schule im vergangenen Jahr bereits über sich ergehen lassen müssen. So wurden die I. und V. Inspektion sowie der Bereich Weiterentwicklung aufgelöst, die Zuständigkeit für die Führerausbildung der Fallschirmjägertruppe und die Einzelkämpferausbildung an die Infanterieschule Hammelburg abgegeben. In diesem Jahr beginnen die Vorbereitungen für die Verlagerung der Überlebens- und SERE-Ausbildung nach Pfullendorf. 

„Wir wollen natürlich, dass die Schule hier in Altenstadt erhalten bleibt“, sicherte Landrat Friedrich Zeller sein Unterstützung zu. „Das ist allen Bürgermeistern der Region wichtig.“ Ob sich dieser Wunsch erfüllen wird, bleibt abzuwarten. Aussichtslos, so scheint es, ist er nicht.

Christoph Peters

Auch interessant

Meistgelesen

Das sind die Kandidatinnen 101 bis 200
Das sind die Kandidatinnen 101 bis 200
Messerstecherei in Schongau
Messerstecherei in Schongau
Große Bundeswehr-Vereidigung am Marienplatz
Große Bundeswehr-Vereidigung am Marienplatz
7. Tag der Helfer in Peiting - die Bilder
7. Tag der Helfer in Peiting - die Bilder

Kommentare