Nicht nur Satteldächer:

Stadträtin steigt Schongauer Ausschuss aufs Dach

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Welche Dachformen gebaut werden dürfen, regelt der Bebauungsplan. Hier wünscht sich SPD-Fraktionsvorsitzende Ilona Böse mehr Freiheiten.

Schongau – Bei dem beschleunigten Verfahren, das für den Bebauungsplan zwischen Amsel- und Drosselstraße vorgesehen war, kommt es nun zu einer zweimonatigen Verzögerung. Vorausgegangen war dieser Entscheidung eine gut eineinhalbstündige Diskussion im Bauausschuss am vergangenen Dienstag.

Es geht um die Fläche, die frei wird, wenn der Lackierbetrieb Langhammer in das Gewerbegebiet „ehemaliges Deponiegelände“ umzieht. Auf dem Gewerbegrundstück sollen etwa 22 Wohnungen entstehen, die Gegend wird vom Misch- zum allgemeinen Wohngebiet. Drei Gebäude inklusive Tiefgarage sind vorgesehen, wie Stadtplaner Dietmar Hörner erläuterte.

So weit, so gut. Doch bei den Details hakte SPD-Fraktionsvorsitzende Ilona Böse immer wieder ein. „Warum lassen wir nur Satteldächer zu?“ wollte sie beispielsweise wissen und plädierte für mehr Freiheiten. Dabei verwies sie auf die neuen Wohnwünsche der Bürger und brachte unter anderem Dachterrassen ins Spiel. Stadtbaumeister Sebastian Dietrich begründete die Entscheidung damit, dass eine solche Bebauung das relativ heterogene Gebiet beruhigen würde. „Man kann städtebaulich nicht überall alles machen“. Hörner ergänzte, man sei sich mit der Verwaltung einig gewesen, dass sich hier eine Penthouse-Bebauung oder ähnliches nicht einfügen würde.

Ilona Böse ließ nicht locker. Sie wolle andere Möglichkeiten offen lassen. Beispielsweise könne man doch einfach eine maximale Höhe festlegen, so ihr Vorschlag. Darauf, dass für jede Dachform Festsetzungen notwendig sind, verwies Hörner: „Wir werden sonst mit dem Landratsamt größere Pro­bleme kriegen, als wir uns vorstellen können. Sonst bräuchte ich ja gar keinen Bebauungsplan.“

Dass es für eine solche Diskussion an der Zeit ist, unterstrich auch Stephan Hild (UWV), „aber nicht bei diesem Bebauungsplan.“ Ähnlich sah das auch Bettina Buresch (ALS/Grüne): „An der Stelle ist das vergebliche Liebesmühe.“ Trotzdem, Ilona Böse wollte, dass auch die Möglichkeit eines Staffelgeschosses im Plan aufgenommen wird. Das Gremium stimmte schließlich mit 6:3 Stimmen dafür. Diese Änderung soll dann in der übernächsten Sitzung im März präsentiert werden. Für Helmut Hunger (CSU) war das Ganze unverständlich. „Das ist doch mit dem Investor abgestimmt“, argumentierte er. „Wir setzen hier Dinge fest, die eh nicht kommen werden und verzögern alles um zwei Monate.“

Nach einer kurzen Unterbrechung der Sitzung einigte man sich darauf, den anwesenden Robert Langhammer, Inhaber der Lackiererei, zu Wort kommen zu lassen. „Die Etagenlösung wäre auch mein Favorit gewesen“, so Langhammer selbst. Er könne bestimmt zwei Monate warten, das stelle für ihn kein Problem dar. „So lang es sich nicht um ein Jahr verzögert.“

So folgte der Bauausschuss dem Vorschlag Böses einstimmig. Zu dem zu untersuchenden Staffelgeschoss werden noch weitere Änderungen eingearbeitet. So hat man beispielsweise entschieden, dass bei Gartenhäuschen keine Dachform vorgegeben wird. Lediglich die Größe solcher Bauten soll auf maximal sechs Quadratmeter beschränkt werden. Der Hinweis auf wünschenswerte Dachbegrünung wird ebenfalls aufgenommen. 

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asn

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