Noch mehr Schutz für die Wieskirche – Planungsverband fasst Beschluss – Landrat Zeller kritisiert Motordrachen-Flieger

Die Wieskirche ist künftig besonders geschützt. Dies beschloss der Planungsausschuss der Region Oberland auf der Kreut-Alm. Landrat Dr. Friedrich Zeller (SPD) beklagte, dass motorisierte Drachen über die Kirche hinwegfliegen. „Das ist ein Ärgernis höchsten Grades.“ Zeller forderte das zuständige Amt auf, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Das berühmte Gotteshaus soll künftig „vor optischen und sonstigen Beeinträchtigungen bewahrt werden, die ihren Rang als Weltkulturerbestätte gefährden könnten. Es sollen alle Maßnahmen vermieden werden, die das Landschaftsbild im Umfeld der Welterbestätte oder den Blick zur Kirche erheblich beeinträchtigen oder mit dem Schutz der Welterbestätte nicht vereinbar sind“. Der Ausschuss, dem Politiker aus vier Landkreisen angehören, entschied, dieses Ziel im Regionalplan festzuschreiben. Dieser ist eine Art landkreisübergreifender Leitfaden. Das Rokoko-Juwel aus dem 18. Jahrhundert wird fortan „als landschaftsprägendes Baudenkmal mit erheblicher Fernwirkung“ besonders geschützt. „Ohne einen ausreichenden Schutz nach nationalen Rechtsvorschriften hätte die Unesco die Möglichkeit, wie auch die Auseinandersetzung um die Waldschlösschenbrücke in Dresden zeigen, die Kirche auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes zu setzen oder sogar ganz zu streichen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Planungsverbands. Die Unesco hat dem sächsischen Elbtal wegen des Baus der erwähnten Brücke unlängst den Welterbetitel entzogen. Solchen Konflikten wollen die Politiker im Bezug auf die Wieskirche einen Riegel vorschieben und von vornherein ausschließen, dass in der Umgebung Windräder, Mobilfunk-Masten, Industriebauten und dergleichen errichtet werden. Landrat Zeller betonte, dass die Wieskirche als Weltkulturerbe „enorm wichtig“ sei – für ganz Oberbayern. Er stößt sich jedoch an den Motordrachen, die in geringer Höhe auch über die Wieskirche brausen. „Diese fliegenden Ärgernisse brauchen wir nicht“, polterte Zeller. Er forderte das Luftamt Südbayern zum Handeln auf.

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