Hochgekochte Emotionen

Wegen Sichtschutzzaun auf die Barrikaden

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Stein des Anstoßes: Der noch unbegrünte Sichtschutzzaun sorgte für erregte Gemüter im Bauausschuss.

Schongau – Ein Sichtschutzzaun am Karwendelring hat im Bauausschuss am Dienstag erneut für Aufregung gesorgt. Der Zaun soll begrünt werden, was bisher allerdings nicht geschehen ist. Das Bauamt unterstellt dem Eigentümer, welcher für die UWV für den Stadtrat kandidiert, Vorsatz. Der widerspricht vehement. Mittlerweile hat ein klärendes Gespräch zwischen beiden Parteien stattgefunden.

Der Sachverhalt ist schnell erklärt: Bereits in vergangener Sitzung hatte Bettina Buresch (ALS/Grüne) nachgefragt, da der Sichtschutzzaun Ecke Karwendelring/Alpspitzstraße immer noch nicht begrünt ist. Nun hat sich das Bauamt mit dem Bauherrn in Verbindung gesetzt. „Wir waren alle leicht berührt“, sagte Bauamts-Mitarbeiter Bernd Liebermann in der Sitzung am Dienstag.

Der Bauherr – es handelt sich um Bernd Albrecht, der für die UWV auf dem Listenplatz 10 für den Stadtrat kandidiert – habe sich sehr uneinsichtig gezeigt. Laut Liebermann habe dieser angekündigt, wenn überhaupt, dann nur die dem Grundstück zugewandte Seite zu begrünen. Wenn er bedenke, dass jemand, der sich im Vorfeld so verhalte, für den Stadtrat kandidiert, werde ihm um die Zukunft Schongaus Angst und Bange, so Liebermann.

Rückbau im Gespräch

Der Bauamts-Mitarbeiter kündigte an, einen Rückbau veranlassen zu wollen. Zudem wolle man Bußgelder verlangen. „So lassen wir nicht mit uns umspringen“, so Liebermann. Stadtbaumeister Sebastian Dietrich meinte sogar darin, dass außen kein Pflanzstreifen vorgesehen sei, Vorsatz zu erkennen.

Mittlerweile haben sich die Wogen allerdings wohl schon wieder etwas geglättet. Am Donnerstagmorgen habe ein Gespräch im Bauamt stattgefunden, wie Bernd Albrecht im Gespräch mit dem Kreisboten sagt. Er widerspricht den Vorwürfen der Bauverwaltung vehement. In keinster Weise könne davon die Rede sein, dass er den Zaun nicht begrünen möchte, so Albrecht.

Der Zaun sei erst Ende September fertiggestellt worden. Da im Herbst keine Bepflanzungszeit sei, wolle er den Zaun im Frühjahr begrünen, betont er. „Ich werde einen Gartenbauer kontaktieren und mich beraten lassen, welche Bepflanzung das Holz nicht beschädigt“, so Albrecht. Vermutlich werde es auf Efeu hinauslaufen, „der wächst auch schnell“.

Zu dem Vorwurf des fehlenden Pflanzstreifens außen sagt Albrecht: „Grundsätzlich ist es geplant, den Zaun sowohl innen als auch außen zu begrünen.“ Efeu wachse ja schließlich auch außenrum. Soll heißen: Es könne innen angepflanzt werden, der Efeu wird aber irgendwann den Zaun innen wie außen bedecken.

Manche Sachen seien emotional einfach hochgekocht zwischen dem Bauamt und ihm, sagt Albrecht. „Wenn es von der Bepflanzung her passt, wird das im Frühjahr passieren“, sagt er. Wie schnell das dann gehe bis man es auch sieht, könne er nicht sagen. Mittlerweile steht ein Termin mit dem Gartenbauer für den heutigen Samstag.

asn

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