Von Oberstaufen bis Baku

Theresia und Martin Sinn aus Schongau haben schon einiges an Sachspenden zusammengesammelt. Neben Werkzeugen und Kinderschuhen sind Musikinstrumente gefragt. Eine Azalee als Blumengruß aus Schongau will Theresia am Ende der Reise übergeben, Martin trennt sich von seiner Trompete, einem Familienstück, und wird diese in Georgien lassen. Foto: Herold

„Es ist eines der letzten automobilen Abenteuer der Welt“ beschreibt die Fachpresse die Allgäu-Orient Rallye, die am 28. April in Oberstaufen gestartet wird und nach Baku in Aserbaidschan führt. Zum ersten Mal wird diesmal der Schongauer Martin Sinn mit dabei sein, der mit seiner Schwester Theresia als Beifahrerin das Wagnis auf sich nimmt.

Jahr für Jahr verfolgte Martin Sinn in der Presse die Aktivitäten der „tollkühnen Menschen in ihren klapprigen Kisten“, welche die äußerst staubige Herausforderung auf sich nahmen. Das Reglement ist relativ einfach: Es muss in Deutschland ein brauchbares fahrbereites Automobil besorgt werden, das dann auf dem Landweg ohne Navigationshilfe auf nicht mautpflichtigen Straßen bis nach Aserbaidschan gefahren werden muss. Dort verbleibt das Auto oder das, was noch übrig ist und wird einem humanitären Projekt zur Verfügung gestellt. In den Vorjahren endete die Rallye in Jordanien, wegen der derzeitigen politischen Lage in Syrien wird das Ziel diesmal in Baku in Aserbaidschan sein. Mit dem Flugzeug geht es dann nach Jordanien, wo allen Teilnehmer der große Empfang bereitet wird. Martin Sinn ist rennbegeistert, in seinen Adern fließt mehr Schmieröl und Treibstoff als Blut. Rasenmäher-, Bierkistenrennen und natürlich Motocross-Veranstaltungen sind sein Ein und Alles. Doch an die Allgäu-Orient Rallye hat er sich noch nicht herangewagt. Mit seiner Schwester Theresia und vier Freunden will er es in diesem Jahr wissen. Drei Fahrzeuge gehören zu einer Mannschaft, neben Sinns Mazda Kombi gehen noch ein alter Bier-Lastwagen der Aktien Brauerei aus Kaufbeuren und ein VW-Bus aus Freising an den Start. Dabei hatten sie die Hoffnung auf einen Startplatz schon aufgegeben. Bei der Anmeldung per Internet waren in knapp drei Minuten alle Plätze vergeben, Sinn und seine Freunde gingen leer aus. Doch dann spielte ihnen der Zufall in die Hände. Ein Motorradfan, der Sinn gut kennt, hatte Ausfälle in seinem Team. Er informierte die Schongauer und trat ihnen den Platz ab. Seitdem stecken alle bis zum Hals in den Vorbereitungen, denn sie wollen den Weg nicht mit leeren Händen antreten. Für eine Berufschule in Georgien etwa werden Werkzeuge aller Art gesucht. Weiterhin nehmen die Teams gespendete Musikinstrumente für eine Musikschule mit. Und ein Kinderheim in Albanien benötigt dringend Kinderschuhe, Kinder-Sportbekleidung und Fußbälle, sowie jede Menge Bastelsachen und Schulbedarf. Wer sich an der Spendenaktion beteiligen möchte, kann sich unter Tel. 08861/90547 melden oder die Sachen direkt in der Weinstraße 18 abgeben. Dort wird auch ab sofort der auffällig rote Mazda Kombi geparkt sein. Wer das Vorhaben unterstützen will, kann sich für einen Euro auf der Karosserie mit einem Filzstift verewigen. Der Mazda ist einer von den 333 Fahrzeugen, die dann am Start in Oberstaufen vom Konsul von Aserbaidschan auf die zirka 2600 Kilometer lange Strecke bis Istanbul geschickt werden. Dort werden einige Sonderprüfungen abverlangt, bis am 12. Mai alle Starter in Baku eintreffen werden.

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