Busanbindung des Schongauer Krankenhauses

Verdichtete Taktung, günstigeres Mitfahren

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Krankenhaus-Geschäftsführer Thomas Lippmann, Ärztlicher Direktor Dr. Wilhelm Fischer, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, RVO-Regionsleiter Ralf Kreutzer und Busfahrer Peter Makowsky (v. links) freuen sich über die verbesserte Anbindung ans Netz des öffentlichen Verkehrs.

Schongau – Mit drei Neuerungen warten Landratsamt, Regionalverkehr Oberbayern (RVO) und Krankenhaus GmbH seit vergangenem Dienstag auf, um die Anbindung des Klinikums an die Stadt mittels öffentlichem Personenverkehr zu verbessern. Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, der aber große Wirkung entfalten soll, hoffen die Verantwortlichen.

Das ganz große Ziel, das machten die Verantwortlichen beim gemeinsamen Termin nochmals deutlich, bleibt der eigene Bahnhalt fürs Krankenhaus. Immer mehr Personen führt ihr Weg hier her. „Das Krankenhaus wird ein eigener Ortsteil“, umreißt der Ärztliche Direktor Dr. Wilhelm Fischer die Entwicklung, die sich seiner Einschätzung nach mit Fertigstellung des neuen Altenheims noch verstärken dürfte. „Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist für die Patienten, Mitarbeiter und Schüler, die auf unseren Gesundheitscampus kommen, extrem wichtig“, ist Krankenhaus-Geschäftsführer Thomas Lipp­mann überzeugt. Für die Autofahrer reichen die 340 Parkplätze, davon 188 für Mitarbeiter und 152 für Besucher, mitunter jetzt schon nicht aus. Eine attraktive Alternative zum Auto ist wünschenswert, doch genau daran hapert es stellenweise.

„Das Krankenhaus ist nicht so super-gut angebunden“, weiß auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß. „Wir kämpfen weiter um den Bahnhalt.“ Der ganz große Wurf ist es also nicht, der nun gelungen ist. „Aber wir sind einen Schritt weiter“, so Dr. Fischer, während Jochner-Weiß von einer „kleinen Errungenschaft“ spricht. „Wir haben eine Verbesserung geschaffen.“

So wird die Werbung aussehen, mit der das Krankenhaus künftig auf zwei RVO-Bussen auftaucht.

Dahinter steckt, dass der Fahrplan der RVO-Busse zwischen Bahnhof und Krankenhaus ausgeweitet wird. „Vormittags gab es eine Lücke, die mit Beginn des neuen Schuljahrs geschlossen ist“, erklärt RVO-Regionsleiter Ralf Kreutzer. Deshalb finden sich zwei neue Direktverbindungen im Fahrplan. Nämlich um 9 Uhr und um 10 Uhr vom Bahnhof zum Krankenhaus und um 9.43 und 10.43 Uhr zurück. Zudem steuert der bestehende Takt vom Bahnhof, Abfahrt um 13 Uhr, über Altenstadt und Hohenfurch fortan auch das Krankenhaus an. Insgesamt 19 Mal täglich erreicht damit ein RVO-Bus das Krankenhaus, beginnend ab 5.05 Uhr. 14 Mal täglich verlässt er den Klinikum-Halt mit Ziel Bahnhof, letztmals um 19.08 Uhr. „Das ist schon eine Hausnummer“, findet Kreutzer, der sich über einen weiteren „Knaller“ freut.

»Knaller« Verbundticket

Denn auch Bahnfahrkarten nach und von Schongau werden nun auf der Busverbindung zwischen Bahnhof und Krankenhaus anerkannt. Für die Zugfahrgäste – egal ob sie beispielsweise Inhaber eines Monatstickets sind oder nur eine Einzelfahrt gelöst haben – bedeutet das, dass sie für den Bus nicht mehr zusätzlich zahlen müssen. „Toll“, findet Jochner-Weiß; Lippmann spricht von einem „sehr wichtigen Schritt“.

Überhaupt, so Kreutzer, gewinne der öffentliche Personenverkehr durch das zum Jahresbeginn eingeführte Ammer-Lech-Land-Ticket deutlich an Attraktivität: Für vier Euro sind Fahrgäste einen Tag lang im ganzen Netz unterwegs – oder für zwei Euro innerhalb Schongaus. Kreutzers erneutes Prädikat dafür: „ein Knaller“.

Optisch gut wahrnehmbar soll die gute Busanbindung des Klinikums mittels einer weiteren Neuerung sein: Auf zwei RVO-Bussen rollt ab Oktober Krankenhaus-Werbung.

Bei aller Freude, die jetzigen Fortschritte könnten nur der Anfang sein, so Lippmann. Neben dem Bahnhalt hoffe er für die Zukunft auf eine noch höhere Busfrequenz. „Ich wünsche mir, dass auch der Stadtbus hochkommt“, sagt Dr. Fischer. Das, erklärt Kreutzer, sei finanziell und organisatorisch derzeit nicht machbar.

ras

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