Tag der offenen Tür bei der Schongauer Feuerwehr

Nicht nur zur Stelle, wenn’s brennt

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Wasser marsch vor historischer Kulisse hieß es am Sonntag am Feuerwehrhaus in Schongau. Der Tag der offenen Tür der Feuerwehr lockte zahlreiche Schaulustige.

Schongau – Wenn sie alarmiert werden, sind sie in wenigen Minuten am Einsatzort. Tag und Nacht, Sommer wie Winter, rund um die Uhr. Und das ehrenamtlich. Die Rede ist von den Männern und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr Schongau. Ein Tag der offenen Tür gab den Bürgern am Sonntag Gelegenheit, sich von der breitgefächerten Einsatzarbeit vor Ort zu informieren. Und diese machten davon zahlreich Gebrauch.

Die Kommentare der Besucher sprechen für sich. Und natürlich für die professionelle Arbeit der Schongauer Feuerwehrfrauen und Männer. Martin Hollerbach, mit seiner Familie Besucher an diesem Tag, drückt aus, was immer wieder zu hören ist. „Ohne diese Feuerwehr würdest Du in vielen Lebenssituationen alles verlieren, nicht nur Hab und Gut“, so der Familienvater.

Es ist ein Tag der Familien. Für alle ist etwas geboten. Man ist sich aber immer wieder der ernsten Situationen bewusst, wenn die verschiedenen Vorführungen über die Bühne gehen Die Jugend fängt an. Während Sarah mit ihrem Bruder Niklas ein kleines Holzhaus mit Wasser bespritzt, zeigt daneben die Jugendfeuerwehr ihr Können. Das Kommando von Armin Habath ist kurz und bündig. „Brand in Wohnung, Menschen in Gefahr.“ Das sitzt. Die Jungs sprinten, rollen Schläuche aus, demonstrieren den Besuchern einen Löschaufbau. In kürzester Zeit sind drei Strahlrohre in Betrieb. Zufriedenes Kopfnicken von Habath ist das Kompliment an die Jugend.

Freunde historischer Fahrzeuge fachsimpeln an diesem Tag um die Wette. Erinnerungen werden wach. „Damals, weißt Du noch, da war die Drehleiter DL 24 Baujahr 1961 von Magirus Deutz der Hit.“ Oder die Motorspritzen von 1936 und 1939, die immerhin 800 Liter in der Minute verspritzen konnten. 3303 Reichsmark musste man damals dafür hinblättern. Dass die Geräte bestens gewartet sind und funktionieren, kann in einer weiteren Vorführung bestaunt werden. David gegen Goliath. 100 Jahre liegen zwischen den Techniken. 

Beim Personal ist es nicht ganz so krass. Obwohl die Handdruckspritze gewissermaßen von der AH bedient wird. Zehn Mann und eine Frau kämpfen mit Muskelkraft gegen die Flammen am Objekt, Schweiß fließt und auch Wasser. Daneben die neue Technik. Einmal aus 40 Metern hingespuckt, das Feuer ist gelöscht. Und die Zuschauer sind nass. 

Hoch hinaus geht es dagegen für Bürgermeister Falk Sluyterman und seine Ehefrau. Beide dürfen im Rettungskorb der Drehleiter die Stadt aus der Vogelperspektive betrachten. Es ist die Attraktion überhaupt. Alle halbe Stunde kommen 35 Besucher in den Genuss, in die Luft zu gehen. Sascha Ultes sorgt dafür, dass alle wieder festen Boden unter die Füße bekommen. 

Doch nicht immer hat ein Einsatz der Feuerwehr mit Löschen zu tun. Das zeigt das Öffnen einer Autotür mittels hydraulischer Schere und Spreizer. Wie im Ernstfall. Daneben wird ein Baustellenunfall simuliert. Nachdenklichkeit stellt sich ein bei den Zuschauern. Könnte ja auch ich sein. Dann ist die Rettung geglückt und Beifall brandet auf. 

Dann folgt eine Lehrstunde für Hausfrauen. Franz Wunderer demonstriert eine Fettexplosion. Ein Pfund Fett, heiß gemacht, ein Liter Wasser darüber. Eine neue Küche ist nach der hohen Stichflamme fällig, vom eigenen Gesicht im Ernstfall ganz zu schweigen. Gesteuert wird jeder Einsatz der Feuerwehr über die Einsatzzentrale. Zentralist Gerhard Neubauer gibt Einblick in die Technik am Regiepult. Wetterdaten werden dort genauso analysiert und berücksichtigt wie Gefahrenhinweise. Und immer heißt es, „ruhig Blut“ bewahren. 

Nach der Modenschau, bei der verschiedene Anzugsarten vorgeführt werden, können Vorstand Hubert Wasl und Kommandant Werner Berchtold auf eine erfolgreiche und gelungene Veranstaltung zurückblicken.

Hans-Helmut Herold

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