Nach 24 Lehrjahren "den Meister" machen

Ostenrieder als CSU-Bürgermeisterkandidat in Peiting nominiert

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Seit Freitag offizieller Kandidat der Peitinger CSU: Peter Ostenrieder (2. v. links) im Kreise von Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Ortsvorsitzendem Norbert Merk sowie Ministerin für Arbeit, Familie und Soziales Kerstin Schreyer (v. links).

Peiting – Er habe „24 Lehrjahre“ im Peitinger Marktgemeinderat hinter sich; nun wolle er mit Unterstützung der politischen Mitstreiter „den Meister“ machen, wenn ihm die Wähler das Vertrauen schenken. Diesen Satz sprach Peter Ostenrieder in seiner impulsiven Rede aus, bevor er auf einer Versammlung des CSU-Ortsverbandes einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten nominiert wurde. Mit dabei: Ministerin Kerstin Schreyer, die sich vor gut 50 Besuchern mit dem Thema „Moderne Familienpolitik in Staat und Gemeinde“ befasste.

Genau zwei Stunden und 22 Minuten dauerte am Freitagabend die Aufstellungsversammlung im Nebenzimmer des Gasthofs Dragoner. Eröffnet hatte der Ortsvorsitzende Norbert Merk, der eingangs sagte, Ostenrieder habe „die Kommunalpolitik mit der Muttermilch aufgesogen“.

Landtagsabgeordneter Harald Kühn erklärte, dass Ostenrieder auch für eine „Zusammenarbeit über alle Ebenen in der Partei“ stünde. Manch komplexes Thema könne nur durch Kontakte über den Ort hinaus gelöst werden. Landrätin Andrea Jochner-Weiß charakterisierte Peter Ostenrieder als „Weggefährten“, der intensiv, leidenschaftlich und vertrauensvoll für Peiting und den Landkreis Weilheim-Schongau arbeite.

„Für mich ist heute ein ganz besonderer Tag“, wandte sich Peter Ostenrieder, in blauer Jacke, weißem Hemd und mit roter Krawatte gekleidet, an die Gäste im dicht gefüllten Nebenzimmer. 1996 war er, so blickte der Birkländer zurück, mit 23 Jahren erstmals in den Peitinger Marktgemeinderat gewählt worden. Damals steckte er noch „mitten im Studium“.

Der CSU-Kandidat für das Bürgermeisteramt listete auf, dass er seit 2008 Fraktionssprecher der CSU in Peiting ist und ebenso auch dem Kreistag von Weilheim-Schongau angehört, wo er sich sowohl im Aufsichtsrat der Krankenhaus GmbH als auch in der Funktion als Verwaltungsrat bei der Sparkasse Oberland ebenso wie die anderen im Gremium großen Herausforderungen stellen müsse.

In seiner Marketingagentur in Birkland, wo es neun Angestellte sind, habe er im Team besprochen, dass die Firma ohne ihn weiter geführt werde, falls er im März 2020 zum Bürgermeister gewählt werde. Die Mitarbeiter machen „den Laden weiter“, betonte Ostenrieder in der Vorstellungsrede. Er wolle „mit Haut und Haaren“ ab Mai 2020 Bürgermeister für Peiting sein.

Ein wichtiges Thema sei, dass Familien in Peiting nicht nur wohnen und leben können, sondern dass Jugendliche und Erwachsene am Ort auch arbeiten können. Dafür brauche es ein gutes Angebot an Kindertagesstätten und eine offene Ganztagsschule, die mal zur gebundenen Form fortentwickelt werde. Ein Augenmerk sei auch darauf zu legen, dass Jobs für Niedrigqualifizierte vorhanden seien.

Notwendig sei auch, dass Schüler und Lehrlinge aus Peiting mit Bahn und Bus zu den Schulen bzw. zur Arbeitsstelle am Ort oder im Landkreis kommen. Zudem bedürfe es im Nahverkehr Lösungen, damit z.B. ältere Bewohner aus der Bergwerkssiedlung ohne Auto nach Peiting an die Schongauer Straße gelangten. Eine weitere Herausforderung sei der innerörtliche Verkehr so nahe am Schnittpunkt dreier Bundesstraßen.

Ein Ansatz zur Schaffung von Wohnraum sei gerade auch in Peiting der genehmigungsfreie Dachgeschoss-Ausbau, der nur angemeldet werden müsse. Dennoch müssten neue Flächen gesichert werden. Ohne Wachstum werde es sowohl beim Wohnen als auch beim Gewerbe nicht gehen. Weitere Stichwörter in der Rede waren der „positive Umgang“ mit den 1.500 bis 1.800 Hilfe- und Pflegeberechtigten in Peiting mit Herzog­sägmühle, die Inklusion, der behindertengerechte Ausbau von Wegen und Einrichtungen, der Erhalt der Landwirtschaft und die Aufwertung der Peitnach mitten in Peiting.

Danach rief Wahlleiter Leopold Hahn zur Stimmabgabe auf. Das Votum war einmütig. Auf Ostenrieder entfielen alle Stimmen der 22 Wahlberechtigten.

"Besonderes Anliegen"

Der CSU-Bürgermeisterkandidat (47) und Kerstin Schreyer (48), die bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, sind nahezu gleich alt. Dass sie zur Nominierungsversammlung nach Peiting kommt, war Peter Ostenrieder ein besonderes Anliegen.

„Klare Ansagen“ seien gefordert, bekundete Kerstin Schreyer; das gelte gleichermaßen in Bund, Land sowie in Städten und Gemeinden. Peter Ostenrieder stehe dafür. Die Menschen wollen wissen, wofür Kandidaten stehen. Darum solle niemand im Nebenzimmer was anderes sagen als vorher im Saal, setzte die CSU-Politikerin hinzu, die seit 2008 dem Landtag angehört und seit März 2018 Ministerin im Bayerischen Kabinett ist.

Schreyer hob hervor, das Familiengeld des Freistaates Bayern komme allen Eltern mit kleinen Kindern zugute. Wichtig sei, dass es unabhängig davon gewährt werde, ob Eltern arbeiten oder wie hoch deren Einkommen ist, aber auch, dass es nicht auf den Bezug von Hartz IV-Leistungen angerechnet werde.

Eine große Aufgabe sei die Kinderbetreuung. Um 50.000 weitere Betreuungsplätze in Bayern und zudem Hortplätze zu schaffen, beantrage sie zusätzlich 127 Millionen Euro für den Haushalt des Ministeriums. Wenn es an Erzieherinnen und an Pflegekräften mangele, müsse man schon fragen, wie diese vergütet werden. Im Sozialbereich werde zu den Ausgaben oft kritisch nachgehakt, während die Rechnung anstandslos bezahlt werde, wenn jemand sein Auto in der Werkstatt für teures Geld reparieren lasse, sagte die Ministerin.

Johannes Jais

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