Der Countdown läuft

Die Schongauer JU und ihr Faschingswagen

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„Auf zum Mond, schmeiß die Rakete an – Kein Bock auf eine Welt mit Putin, Trump und Erdogan“, lautet das Motto der Jungen Union Schongau, mit dem sie in diesem Jahr an den Umzügen in Schwabsoien und Schongau teilnehmen wird.

Schongau – Was wären die Gaudiwürmer in der Region bloß ohne ihre vielen – mal mehr, selten weniger – gelungenen bunten Fußgruppen und Wagen? Jahr für Jahr dabei sind die Feierlustigen der Jungen Union Schongau, die der Kreisbote beim mehrtägigen Aufbaus ihres Anhängers begleitet hat. „Ab ins All“, lautet ihr aktuelles Motto.

Mächtig was los war am vergangenen Wochenende in der Schongauer Schreinerei Bommersbach: Von Freitag bis Sonntag werkelten Mitglieder und Freunde der Jungen Union an ihrem Wagen für die diesjährige Faschingsumzug-Saison. „Wir sind mittlerweile ein sehr eingespieltes Team“, freut sich Julia Eberle. Sie organisiert die Verwandlung des ganz normalen Bulldog-Anhängers zum Motto-Wagen, die bei rund 15 Helfern gute 18 Stunden Arbeitszeit in Anspruch genommen hat.

„Vorab besorgen wir das Material“, beschreibt die 24-jährige das alljährliche Procedere: Farbe, Packpapier, eigens angefertigte Winkel für die Aufbauten und vieles mehr sind heranzuschaffen, ehe es losgeht. Das notwendige Holz ist schon da, entsprechenden Connections sei Dank.

Danach greift direkt eine Hand in die andere: Es gilt, das Gerüst am Wagen aufzubauen und zu verkleiden. Anschließend wird grundiert, bemalt und beklebt. „In den letzten Jahren haben wir mit zehn bis 15 Leuten immer so um die 20 bis 30 Stunden gebraucht“, beschreibt Eberle. Diesmal geht es schneller.

Die Kosten für das Unterfangen trägt die JU selbst. „Pro Umzug bekommen wir einen kleinen Betrag, der für die Süßigkeiten und weitgehend fürs Material reicht.“ Den Rest, beispielsweise für das Essen am Samstag, bestreitet die Vereinskasse. Auch das zusätzliche Material wird so berappt, wobei die Jungs und Mädels aufs Portemonnaie achten: „Das Packpapier spendet UPM, die MDF-Platten kommen von der Schreinerei Bommersbach.“

Gaudi und Tradition

Wieso überhaupt der jährliche Aufwand? „Die Gaudi in einer großen Gruppe steht im Vordergrund“, findet Stephanie Barnsteiner. „Und die Tradition verpflichtet“, ergänzt Eberle. Sie selbst ist seit zehn Jahren mit dabei, neun davon federführend. Ein weiteres ihrer Ziele klappt zumindest diesmal sicher: „Wir wollen jedes Jahr in die Zeitung.“

Um nicht nur dort, sondern auch beim Umzug Begeisterung zu entfachen, muss jedes Jahr das passende Motto gefunden werden: „Ab ins All“, lautet es diesmal. Ein bisschen Science-Fiction also, allerdings mit politischem Anstrich: „Das machen wir jedes Jahr so“, sagt Barnsteiner. Oft macht bei der demokratischen Abstimmung ein lokalpolitisches Thema das Rennen. Heuer nicht: „Wir wollten das im Wahljahr außen vor lassen“. Die Diskussion um die Schongauer Fußgängerzone aufs Korn zu nehmen, wäre zwar reizvoll gewesen, aber schwierig umzusetzen. „Da hätten wir uns vielleicht als Gespenster verkleiden können.“ Das Thema „Sauna“ schied ebenfalls aus. So spielt der Untertitel auf die große Politik an: „Schmeiß die Rakete an – Kein Bock auf eine Welt mit Putin, Trump und Erdogan“.

Lena Eberle (vorne) und Svenja Baur sorgen für Farbe.

Seit feststeht, dass es für die JU ins All geht, läuft die Suche nach alten Schläuchen und Tastaturen auf Hochtouren. Sie sollen gemeinsam mit einer großen Papp-Rakete, Ufos und Himmelskörpern den Wagen schmücken und für Weltraum-Optik sorgen.

Am Umzugstag selbst – die JU nimmt diesmal an den Gaudiwürmern am Samstag in Schwab­soien und am Sonntag in Schongau teil – werden rund 20 Feierwütige auf dem Wagen und sechs Begleiter daneben für die jungen Christsozialen unterwegs sein. „Die Zeit auf der Ladefläche vergeht immer total schnell“, sind sich Eberle und Barnsteiner einig.

Ob das auch für den Posten auf dem Fahrerbock gilt? Gesteuert wird das JU-Gespann seit Jahren von Stammlenker Wastl Wühr. „Er macht das super“, lobt Eberle. Denn sein Part sei kein leichter. Alkohol ist tabu, klar. Und im Fuß braucht es einiges an Feingefühl, um beim ständigen Anfahren nicht zu ruckeln. Hernach geht es für alle Beteiligten auf den Marienplatz und in den Kneipen der Lechstadt feucht-fröhlich weiter. Möglicherweise eine gute Gelegenheit, schon am Thema fürs nächste Jahr zu brüten. 

ras

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