Stadt führt Parkgebühren ein

Parken am Schongauer Lido kostet künftig

Lido Schongau Parken
+
Bei regnerischem Wetter – wie hier Mitte der Woche – ist der Parkplatz am Lido nahezu verwaist. An sonnigen Wochenenden stellt sich die Situation aber meist ganz anders dar.
  • Astrid Neumann
    vonAstrid Neumann
    schließen

Schongau – Der Parkdruck am Schongauer Lido im Bereich der Lechuferstraße hat sich in den letzten Jahren immer mehr erhöht. Im vergangenen Sommer ist dieser aufgrund der Corona-Pandemie nochmals stark angestiegen. Die Stadt sieht hier dringenden Handlungsbedarf. 

An schönen Tagen ist für Rettungskräfte ein Durchkommen kaum mehr möglich. „Im letzten Sommer konnten wir froh sein, dass nichts passiert ist“, verdeutlichte Bürgermeister Falk Sluyterman in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Gefährliche Situationen seien auch schon wegen Fußgängern und dem Parksuchverkehr in der Lech­uferstraße beobachtet worden. Sluyterman verspüre deshalb einen gewissen zeitlichen Druck, hier etwas zu unternehmen.

Kurzfristig soll das Ausweisen von Halteverboten am Straßenrand eine Verbesserung der Situation bringen, so Tiefbaureferent Martin Blockhaus. Zudem setzt man auf Lenkung bzw. Reduzierung des Autoverkehrs durch Parkraumbewirtschaftung. Ein Parkscheinautomat soll an der Fläche an der Lechuferstraße angebracht werden. Gleichzeitig will man die Leute – und hier speziell natürlich die Schongauer – dazu animieren, mehr auf das Verkehrsmittel Fahrrad zu setzen. Dazu sollen neue Radabstellanlagen an der Lechuferstraße sowie am Lido direkt errichtet werden. Außerdem ist ein Shuttle-Service für die touristischen Floßfahrten angedacht.

Blockhaus schlug vor, vorläufig nur den oberen Parkplatz mit einem Parkscheinautomaten auszustatten und den Wanderparkplatz an der Staustufe noch ohne Gebühr zu belassen. Als Bezahlmethode sollten Handyparken und kontaktloses Bezahlverfahren verwendet werden. Die Beschaffung des Automaten und die dafür erforderlichen Erdarbeiten würden rund 8.500 Euro kosten, schätzt er.

Dass man aber den unteren Parkplatz an der Staustufe gleich mit bewirtschaften sollte, befanden Ilona Böse (SPD) und Stephan Hild (UWV). Schongau sei ja nicht die einzige Gemeinde, die derzeit unter Druck gerät, was das Verkehrs- und Park­aufkommen betrifft, so Bettina Buresch (Grüne). Sie nannte als Beispiel Oberammergau, wo die Parkgebühren im Winter deutlich erhöht worden seien – und „die Leute haben das gezahlt ohne mit der Wimper zu zucken.“

Auch die geplanten Fahrrad­abstellanlagen fanden Zustimmung im Gremium. Geplant sind hier laut Blockhaus an der Lechuferstraße je nach Flächenverfügbarkeit zehn bis 15 Plätze und am Strandbad selbst 20 bis 30 Stück. Hier würden insgesamt mit Montage durch den Bauhof Kosten in Höhe von rund 6.750 Euro anfallen. Die Maßnahmen könnten bereits in fünf bis sechs Wochen umgesetzt werden, so Blockhaus.

An der Ästhetik der Abstellanlagen – es sollen Metallbügel ohne Überdachung werden – störten sich Böse und Buresch. „Sie sollten sich schon in die Natur einfügen“, so Böse. Blockhaus verwies darauf, dass die Anlagen reversibel sein müssen, um in der Nähe der geplanten Standorte weiter Forstarbeiten durchführen zu können. Zudem seien sie Standard des ADFC. „Ästhetik und ADFC-Förderung schließt sich aus“, meinte dazu Stadtbaumeister Sebastian Dietrich.

Die Maßnahmen seien dennoch absolut zu begrüßen, so Buresch. Doch damit sei es noch nicht getan. „Der Stadtbus müsste das anfahren. So würde man viel Verkehr abhalten“, war ihr Vorschlag. Bürgermeister Sluyterman versprach, sich diesbezüglich mit Simon Greinwald, Geschäftsführer der Enzian Bustouristik, zusammenzusetzen. „Für die kommenden Saison wird das natürlich nichts mehr“, so das Stadtoberhaupt.

Weitere mittelfristige Maßnahme am Lido soll das Einrichten von neuem Parkraum sein. Dazu sei jedoch Flächenbeschaffung notwendig, da keine städtischen Grundstücke dort vorhanden sind. Er habe auch schon mit angrenzenden Landwirten gesprochen, ob man deren Flächen dafür nutzen könne, so Sluyterman. Kritisch sah das Stephan Hild: „Verträgt der Lido noch mehr?“, stellte er in den Raum. Er sprach sich gegen einen Kauf von weiteren Flächen aus. Der Verkehr sei nun mal da, erwiderte Sluyterman, „deshalb ja auch jetzt dieses Regulativ.“

Der Bauausschuss segnete die Parkraumbewirtschaftung für beide Parkplätze – den an der Lechuferstraße und den an der Staustufe – sowie die geplanten Fahrradabstellanlagen einstimmig ab. Bei all den Maßnahmen müsse natürlich auch Günter Schultz vom Bootshaus miteinbezogen werden, machte der Rathauschef deutlich.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zebrastreifen am Hohenpeißenberger Netto?
Zebrastreifen am Hohenpeißenberger Netto?
Nachruf für Märchenwald-Inhaberin Susanne Hallmann
Nachruf für Märchenwald-Inhaberin Susanne Hallmann
Altenstadts Etat erstmals über zehn Millionen Euro
Altenstadts Etat erstmals über zehn Millionen Euro

Kommentare