Patientenbeschwerde

Schongauer Krankenhaus: Ärger über hohe TV-Rechnung

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Machen seit Januar Probleme: Die TV-Geräte im Schongauer Krankenhaus.

Schongau – Das Fernseh-Gerät am Krankenbett ist ein kleiner Luxus, den sich viele Patienten gönnen, um dem Klinik-Alltag zumindest für eine gewisse Zeit entfliehen zu können. Luxus deshalb, weil sich die Krankenhäuser den Service bezahlen lassen. Ärgerlich ist es dann allerdings, wenn statt Bewegt- oft nur Standbilder zu sehen sind und man für den TV-Verdruss auch noch eine dicke Rechnung präsentiert bekommt, wie es der Wielenbacherin Petra Thienel im Schongauer Krankenhaus passiert ist.

Sechs Wochen sind eine lange Zeit, ganz besonders, wenn man diese wie im Fall von Petra Thienel als Patientin im Krankenhaus verbringen muss. „Der Fernseher ist da eine der wenigen Möglichkeiten, um sich abzulenken“, sagt die 66-Jährige. Doch das Vergnügen ist im Fall der Schongauer Klinik nicht ganz günstig. 3,50 Euro kostet das eigene TV-Gerät am Krankenbett pro Tag. Dafür zählt neben den öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern auch das Programm des Pay-TV-Anbieters Sky zum Angebot. Anders als manch Bundesliga-Fan hätte Thienel jedoch lieber weniger gezahlt und auf diesen zusätzlichen Service verzichtet. „Aber das war nicht möglich.“ Zähneknirschend habe sie das TV-Gerät schließlich trotz der hohen Gebühr gebucht.

Dem ersten Ärger folgte alsbald der nächste. „Ich konnte keine Sendung anschauen, ohne dass plötzlich der Bildschirm nur noch Standbild war“, schildert sie. Manchmal habe sie den Monitor erst aus- und wieder anschalten müssen, um das Problem zu beheben. Eine Beschwerde sei ohne Antwort und Wirkung geblieben, ärgert sich die Rentnerin. Für die Dauer ihres Aufenthalts habe sie so rund 140 Euro für einen nicht richtig funktionierenden Fernseher bezahlen müssen. „Das ist sehr viel Geld für mich.“

TV-Probleme bestehen seit Januar

Bei der Krankenhaus GmbH nimmt man Thienels Vorwurf sehr ernst. Wie Pressesprecherin Isa Berndt auf Nachfrage des Kreisboten einräumt, gebe es seit Anfang dieses Jahres in der Tat immer wieder vereinzelt Probleme mit dem technischen Betrieb der TV-Anlage, denen die Haustechnik in Zusammenarbeit mit der IT Abteilung nachgehe. „Der Fehler liegt bei dem externen Betreiber, der das Problem leider noch nicht beheben konnte.“ Im Normalfall würde Patienten, deren Geräte von einem Ausfall betroffen seien, der Tagessatz gutgeschrieben. „Allerdings müssen wir erst einmal informiert werden, dass es ein Problem gibt.“

Späte Reklamation

Im vorliegenden Fall habe die Patientin nicht auf der Station auf das Problem aufmerksam gemacht, sondern sich erst eine Woche vor ihrer Entlassung schriftlich ans Beschwerdemanagement gewandt. Das bestätigt Thienel. Die Haustechnik sei der Beschwerde daraufhin sofort nachgegangen, betont Berndt, allerdings habe der zuständige Techniker die Patientin leider nicht in ihrem Zimmer angetroffen. „Frau Thienel hat deswegen keine Rückmeldung von uns bekommen. Das war unser Fehler.“ Man bedauere dies außerordentlich, auch, „dass die Probleme mit dem Fernsehen bis zum Entlasstag von Frau Thienel nicht behoben werden konnten.“

Klinik reagiert

Wie geht es jetzt weiter? Bei der Krankenhaus GmbH ist man bemüht, den Vorfall möglichst rasch aus der Welt zu schaffen. Berndt hat bereits Kontakt zur Wielenbacherin aufgenommen. „Wir werden Frau Thienel anbieten, uns an den Kosten zu beteiligen.“

Bleibt noch die Frage, warum ausgerechnet ein Pay-TV-Sender wie Sky zum Standard-Fernseh­angebot der Schongauer Klinik gehört. Die Entscheidung sei bereits 2009 unter der damaligen Krankenhaus GmbH-Geschäftsführerin Elisabeth Ulmer gefallen, sagt Berndt. Die Pressesprecherin verteidigt den zusätzlichen Service. „Viele Patienten freuen sich über den Sport-Kanal.“

Christoph Peters

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