Knappe Mehrheit für Bestandslösung

Trasse bleibt in Peiting, wo sie ist

Stromtrasse Peiting Bestandslösung
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Die Trasse bleibt bestehen, Masten werden aber neu gesetzt: Blick zur Stromleitung, die vom Lechstausee am Weiler Kreut vorbei zu den Köpfinger Wiesen hinaufführt.
  • vonJohannes Jais
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Peiting – Wenn Gemeinden bei der Trasse für Hochspannungsfreileitungen eigene Wünsche zur Verbesserung haben, müssen sie selbst in die Tasche greifen. Ein Beispiel dafür ist Altenstadt, wo man sich im Süden der Ortschaft für eine Erdverkabelung entschieden hat. Kosten dort: eine halbe Million Euro. In Peiting ist nun entschieden worden, dass die Stromtrasse im Süden des Marktes da bleibt, wo sie immer schon ist.

Eine denkbar knappe Mehrheit von fünf zu vier Stimmen ergab sich beim Votum im Corona-Ausschuss. Zum Tragen kommt also die Variante, dass eine „bedarfsgemäße Erneuerung der Stromleitung“ überwiegend im derzeitigen Trassenbestand vorgenommen wird.

Dadurch entstehen dem Markt Peiting keine Kosten. Die zuständige Firma ist die LEW Verteilnetz GmbH; das ist eine hundertprozentige Tochter der Lechelektrizitätswerke mit Sitz in Augsburg. Die LEW Verteilnetz GmbH hat sich bereit erklärt, Wünsche und Anregungen bei einer Erneuerung der bestehenden Trasse zu berücksichtigen.

Dazu gehört, dass künftig höhere Masten gesetzt werden sollen. So könne ein größerer Abstand zu bereits überspannten Grundstücken ebenso wie zu potenziellem Bauland im Bachfeld geschaffen werden.

Rückblick: Im Oktober 2019 wurden die Vorstellungen der LEW Verteilnetz GmbH (kurz LVN) zur Überplanung der bestehenden Stromtrasse behandelt. Dabei ging es um den Rück- und Neubau der 110 Kilovolt-Hochspannungsfreileitung, die vom Umspannwerk Roßhaupten nach Schongau führt.

Damals war im Gremium der Wunsch an die LVN vorgebracht worden, ob nicht der bestehende Mast nahe der Villa Rustica in Richtung Osten versetzt und zudem auch die Leitung im Bereich des Bachfeldes an den südlichen Ortsrand verlegt werden könne.

Trassenvorschläge

Nun haben Stefan Huggenberger und André Müller für die LVN unterschiedliche Varianten vorgestellt und einen Vergleich bei den Kosten vorgenommen. Vorschlag eins war, dass die von Süden kommende Leitung aus Roßhaupten bis zur Auffahrtsspange B 472/B17 (zwischen Peiting und Kurzenried) verlängert wird.

Auch sollte die Trasse über den Lechstausee bis zum Bühlach neu verlegt werden. Dabei könnte auf die bisherige südliche Lechquerung (nahe Kreut) ebenso wie auf die bestehende Freileitung im Bereich Bachfeld/Am Steg bis zum Umspannwerk an der Schönriedlstraße rückgebaut werden.

Der zweite Vorschlag beinhaltet ebenso die Verlängerung der von Süden kommenden Leitung bis zur Auffahrtsspange B 472/B 17. Von dort soll die Trasse entlang der B 472 ist zur Verbindungsstelle am Bühlach geführt werden. Aber: Im Gegensatz zu Variante eins wird die Trasse an Kreut vorbei über den Lech erneuert. Hingegen könnte die jetzige Leitung über den Lechstausee abgebaut werden.

Bei beiden Varianten müsste der Markt Peiting die Mehrkosten – sie werden auf 1,5 bis zwei Millionen Euro geschätzt – selber aufwenden – zusätzlich zur Investition der LVN . Gar nicht in Betracht kommt – anders als in Altenstadt, wo der Abschnitt freilich viel kürzer ist – eine Erdverkabelung, die Kosten zwischen 4,5 und sechs Millionen Euro verursacht.

Nun ist also mit knapper Mehrheit für die Sanierung im Bestand entschieden worden. Mit der Frage, ob wenigstens höhere Masten gesetzt werden, damit die Leitungen weiter oben über Häuser und Grundstücke verlaufen, werden sich die Gemeinderäte noch einmal separat befassen.

Die 110 Kilovolt-Hochspannungsfreileitung stammt aus der Mitte der fünfziger Jahre. Sie ist nun in die Jahre gekommen und muss ähnlich wie auf der Trasse von Bidingen nach Schongau, wo die Masten bis Schwabbruck schon gesetzt wurden, neu gezogen werden.

Masten versetzen

Franz Seidel (Bürgervereinigung) brachte den Vorschlag, dass nahe der Villa Rustica und im Bachfeld Masten versetzt werden sollen. Dann habe man zwar einen Zickzack in der Linie, man könne jedoch auf höhere Masten verzichten. Die Zeit solle man investieren und sich die Arbeit machen, dies zu prüfen.

Bürgermeister Peter Ostenrieder entgegnete, die Kosten für Grunddienstbarkeiten seien nicht zu benennen. „Das ist für uns ein Blindflug“, ergänzte er. Im Übrigen sehe er auch bei den Varianten eins und zwei keinen Mehrwert für den Markt Peiting.

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