Knabbern an mehreren Posten

Peiting muss bei Offener Ganztagsschule auf die Kostenbremse drücken

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Berichtete zur Entwicklung der Kosten fürs OGTS-Gebäude: Architekt Franz Xaver Lutz.

Peiting – „Ich wäre gerne mit einer besseren Botschaft zu Ihnen gekommen.“ Mit diesem Satz eröffnete Architekt Franz Xaver Lutz vom Büro Baldauf | Prill | Lutz seine Darstellung zur Kostenberechnung fürs neue Gebäude der Offenen Ganztagsschule. Aktuell ist man bei einem Stand von gut zwei Millionen Euro – 12,5 Prozent über der Kostenschätzung.

Genau sind es nach einem Knabbern bei verschiedenen Maßnahmen 2,07 Millionen Euro, wie Planer Lutz in seinem Bericht erwähnte. In der Marktgemeinderatssitzung, die Ende Mai wiederum in der Mehrzweckhalle Birkenried abgehalten wurde, schilderte Lutz zunächst, dass man in der ersten Schätzung mit 1,85 Millionen Euro gestartet sei. In einer „Hauruck-Aktion“ habe man zu ersten Gewerken bereits Angebote eingeholt. Dabei sei man nach dem Rücklauf mit Blick auf die Kosten regelrecht „erschrocken“.

Vor allem im Holzbau und beim Spengler sei „Zündstoff drinnen“, befand der Planer aus dem Schongauer Architektenbüro Baldauf | Prill | Lutz. Ergebnis sei gewesen, dass man mit den Angeboten aus der ersten Hälfte der Gewerke um 16 Prozent über der Kostenschätzung gelegen habe; die Summe habe 2,14 Millionen Euro ausgemacht.

Nach Rücksprache mit der Marktgemeinde Peiting und mit den Firmen habe man Einsparpotenziale gesucht und auch entdeckt. Dabei handele es sich aber um kein großes Abspecken, sondern eher um ein Knabbern an mehreren Positionen.

Etwas niedriger

Nach Lutz’ Worten wird die Kubatur leicht verringert, indem in der Höhe am gesamten Gebäude 25 Zentimeter weggenommen werden. Auch komme ein günstigerer Ziegel zum Einsatz – allerdings keiner von der Marke billig, dessen Material beim Dübeln und Nageln brüchig werde. Verwendet werden gedämmte, doppelwandige Ziegel. Leichtes Einsparpotenzial besteht auch beim Verbindungsgang zwischen der Alfons-Peter-Grundschule und dem neuen Gebäude sowie an den Jalousienkästen.

Architekt Lutz hegte vor den Gemeinderäten die Hoffnung, dass im Paket bei zwei der Ausschreibungen – dazu gehören spätere Arbeiten wie Verputzen und Innenausbau – bessere Preise erzielt werden können. Des Weiteren schilderte er, das Gebäude für die OGTS, die bisher provisorisch in der Alfons-Peter-Schule untergebracht ist, werde im Vergleich zum ersten Planentwurf um dreieinhalb Meter weiter nach Osten und um einen halben Meter nach Norden gerückt. Grund dafür sei eine bessere Feuerwehrzufahrt auf der Südseite.

Marktbaumeister Fabian Kreitl sagte gegenüber dem Kreisboten, dass am Freitag vor Pfingsten der Termin zur Submission für die Erdbauarbeiten an der OGTS angesetzt gewesen ist. Die Vergabe wird nach Pfingsten durch den Bürgermeister erfolgen. Die Erdarbeiten sind die erste Maßnahme an der Baustelle, wo bald die Handwerker anrücken sollen.

Zur Kostendarstellung fürs neue OGTS-Gebäude, wo Gruppenzimmer und eine große Austeilküche samt Speiseraum zentrale Räume sind, entwickelte sich eine lebhafte Diskussion im Marktgemeinderat. 

Gehört und notiert

„Wir hätten gern bessere Nachrichten gehört.“ Bürgermeister Peter Ostenrieder zur Kostendarstellung fürs Gebäude der Ganztagsschule
„Es ist ein Ärgernis, dass Firmen dies in der Hochkonjunktur ausnutzen.“ Andreas Barnsteiner (Bürgervereinigung)
„Es ist keinem ein Vorwurf zu machen. Weder der Verwaltung noch den Planern noch den Firmen. Das ist der Wettbewerb.“ Franz Seidel (Bürgervereinigung)
„Wer billig baut, kauft zweimal.“ Michael Deibler (CSU)
„Dass auch die Preise für Baumaterialien steigen, ist doch überraschend.“ Herbert Salzmann (SPD) zu den teuren Ziegeln – und das bei sinkenden Energiepreisen
„Ich bin kein großer Freund dieser Leichtziegel. Das Gebäude muss schon was aushalten.“ Architekt Franz Xaver Lutz
„Oft sind die Abgabefristen bei der Ausschreibung für manche Firmen zu kurz, um sich zu beteiligen.“ Hermann Mödl (Bürgervereinigung)
„Die Zeitspanne beträgt vier Wochen.“ Architekt Lutz
„Meistens werden wir begrenzt ausschreiben. Wir wollen schon regionale Firmen.“ Marktbaumeister Fabian Kreitl

jj

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