Peiting und Steingaden kämpfen um Windkraft-Projekt

Rotmilan und Wetterdienst

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Ob und wann Windkraftanlagen auf Peitinger und Steingadener Flur gebaut werden, ist nach wie vor offen.

Peiting/Steingaden – Die Windkraft sorgt in der Region weiterhin für Diskussionsstoff. Während der Peitinger Gemeinderat sich durch den Entwurf des Regionalplans zu Unrecht eingeschränkt sieht, ist man in Steingaden nach wie vor geteilter Meinung, was die Windmühlen angeht.

Für Peiting steht fest, dass die windreichsten Areale an den Köpfinger Wiesen und bei Steingaden an den Bergerwiesen liegen. Diese hatte man von Peitinger Seite versucht, auf dem eigenen Gemeindegebiet und im Zusammenschluss mit Steingaden zu forcieren, was nur in Teilen gelang. Denn die besten, weil höher gelegenen Flächen bei Steingaden sind im Regionalplan ausgeschlossen – und das aus Sicht des Peitinger Bauamtsleiters Jochen Rohrmoser aus inakzeptablen Gründen: Zum einen wegen des Vorkommens des Rotmilans und weil das Areal in der Sichtachse des Deutschen Wetterdienstes liegt. 

 Bei beiden Ausschlusskriterien, ist sich Rohrmoser sicher, habe man aber gute Argumente, diese zu widerlegen, wie er den Marktgemeinderäten darlegte. So sei die Zahl der Sichtungen den Rotmilans angestiegen, wenigsten sechs bis acht Paare könnte es an den Bergwiesen geben. Die dem Regionalplan zugrundeliegenden Schätzungen beruhen dagegen auf dem mittlerweile acht Jahre alten Brutvogelatlas. Es sei daher fraglich, ob der Rotmilan einerseits überhaupt noch schützenswert (weil selten) sei und dort noch brüte. Außerdem läge die bevorzugte Flughöhe des Greifvogels nicht in der Höhe der Rotorblätter. 

 Im Falle des Wetterdiensts gehe es um die Höhengrenze von 1013 Metern fünf Kilometer rund um den Hohenpeißenberg und die dortige Wetterstation, in die keine Rotorblätter hineinragen dürfen. Womit die windreichstenFlächen, die zumeist auf den Höhenrücken liegen, innerhalb der Ausschlussflächen liegen. Dem widerspricht laut Rohrmoser, dass man im Blickschatten anderer Hügel wie etwa dem Schnaidberg sehr wohl bauen dürfe. Außerdem könnte man in diesen Gebieten auch kleinere Windräder errichten, die unterhalb der relevanten 1013 Höhenmeter liegen, erklärte der Bauamtsleiter. 

Auch in Steingaden setzte man sich mit dem vorliegenden Regionalplan auseinander. Dort allerdings kam erneut die Diskussion auf, ob man überhaupt über das Thema abstimmen sollte, vor allem im Hinblick auf die Verschandelung der Landschaft. Wie schon bei der Bauvoranfrage der Interessensgemeinschaft Bergeriesen/Köpfingerwiesen hinter-fragten die Gemeinderäte die Entwicklung kritisch. Letztlich wurde aber nach einer Diskussion dafür gestimmt gegeben, ein noch auf Steingadener Flur liegendes, bislang ausgeschlossenes Areal unbedingt in den Regionalplan aufnehmen zu wollen. gau

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