5 Fragen an die 2 Bürgermeisterkandidaten

Peiting vor der Stichwahl: Wer hat die besseren Argumente?

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Wer zieht ins Peitinger Rathaus ein? Am Sonntag entscheidet die Bürgermeister-Stichwahl.

Peiting - Die Bürgermeister-Stichwahl findet am kommenden Sonntag aufgrund der Corona-Krise unter erschwerten Bedingungen statt: Nur die Briefwahl ist möglich. Bis spätestens Sonntag, 29. März, 18 Uhr müssen die Wahlbriefe in den jeweiligen Rathäusern eingegangen sein. Wer noch nicht gewählt hat, für den stellen sich die beiden Kandidaten hier noch einmal vor: Peter Ostenrieder (CSU) und Annette Luckner (SPD). Wer ist Ihr Favorit?

Peter Ostenrieder • CSU: Erster Wahlgang: 35,3 %, Dipl.-Designer 47 Jahre

Welche Ausgangsbasis schafft das Ergebnis vom 15. März für Sie mit Blick auf die Stichwahl am 29. März? „Angesichts von insgesamt 5 Kandidaten ist ein Ergebnis mit über 35 Prozent und einem klaren Vorsprung zur Zweitplatzierten in meinen Augen eine super Ausgangsbasis für die Stichwahl. Aber es beginnt für beide Kandidaten wieder bei Null und jede einzelne Stimme entscheidet.“

Der Wahlkampf seitdem war erschwert. Wie haben Sie darauf reagiert? „Ich habe in Anzeigen und einem Flyer allen Peitingern nochmals angeboten, direkt mit mir Kontakt aufzunehmen über die Sozialen Medien wie Facebook, Instagram, E-Mail, aber auch ganz klassisch übers Telefon. Das wurde super angenommen mit Fragen zu ganz bestimmten Themen, aber auch mit Aussagen wie „Leider konnte ich Sie nicht mehr persönlich kennenlernen, deshalb ....“. Diese Erfahrung war etwas völlig neues in der Art – Wahlkampf mal ganz anders!“

Die Urnenwahl ergab eine Kräfteverhältnis von 33,3 zu 27,1 zugunsten Peter Ostenrieder, bei der Briefwahl stand es 36,0 zu 26,8. Welche Rolle spielt es, dass die Stimmen am 29. März ausschließlich per Brief abgegeben werden können? „Um ehrlich zu sein, glaube ich, dass gerade die Briefwahl in dieser Situation für eine bessere Wahlbeteiligung sorgen wird, als eine ‚reguläre‘ Stichwahl. Das ist schon mal gut. Ansonsten wünsche ich mir, dass die Peitinger eine vernünftige Entscheidung treffen bei der Stichwahl, idealerweise so, dass ich die Geschicke unserer gemeinsamen Heimatgemeinde an entscheidender Stelle mitgestalten darf.“

Mit welchen Inhalten punkten Sie bei den Wählern der bereits ausgeschiedenen Bürgermeisterkandidaten? „Im Gegensatz zu anderen habe ich immer detaillierte Inhalte und Ideen kommuniziert. Zudem spüre ich eine große Unterstützung durch die Peitingerinnen und Peitinger, da ich doch 24 Jahre Erfahrung als Peitinger Gemeinderat mit in die Waagschale werfen kann. Vor uns stehen schwierige Zeiten durch die aktuelle Situation, das dürfte für die bisherigen Wähler anderer Kandidaten auch eine Rolle spielen.“

Die Wahlbeteiligung in Peiting mit 65 Prozent hätte am 15. März höher sein können. Bitte richten Sie kurz einige Worte an die damaligen Nicht-Wähler. „Wir sind in der Situation, dass wir auch kommunal wählen dürfen. Nutzen Sie diese Chance. Demokratie funktioniert so, dass man sich für den Kandidaten entscheidet, dem man am ehesten vertraut. Eine 100%-ige Übereinstimmung mit einem politischen Kandidaten muss und wird es nicht geben. Bitte gehen Sie zur Wahl! Bitte nutzen Sie unser Privileg, wählen zu dürfen! Für den Landkreis und für Peiting. Weitere Infos über mich unter www.peter-ostenrieder.de“

 

 

 

Annette Luckner • SPD: Erster Wahlgang: 26,9 %, Redakteurin 53 Jahre

Welche Ausgangsbasis schafft das Ergebnis vom 15. März für Sie mit Blick auf die Stichwahl am 29. März? „Ich freue mich sehr, dass mich die Peitingerinnen und Peitinger in die Stichwahl gewählt haben und danke allen, die mir ihre Stimme gegeben haben. Mit Thomas Elste und den Grünen in Peiting habe ich weitere tolle Unterstützer bekommen. Mein großer Einsatz seit eineinhalb Jahren hat sich gelohnt, die Menschen konnten mich kennenlernen und wissen heute, dass ich mich mit großem Engagement und Ernsthaftigkeit für das Amt der Bürgermeisterin bewerbe. Ich bin ein verlässlicher Mensch, der anderen gerne hilft und das merken die Peitingerinnen und Peitinger. Ich hoffe, dass trotz der Corona-Krise viele an der Stichwahl teilnehmen. Leichter als mit der Briefwahl ist Wählen kaum noch möglich.“

Der Wahlkampf seitdem war erschwert. Wie haben Sie darauf reagiert? „Es ist sehr schade, dass ich keine Hausbesuche mehr machen kann. Dabei habe ich an den Haustüren viel über die Peitingerinnen und Peitinger erfahren und viele nette Menschen kennengelernt. Meine Handynummer ist schon immer auf meiner Homepage zu finden, man konnte mich immer schon auf dem Handy anrufen und ich habe auf Facebook und Instagram nun noch einmal dafür geworben, mich tagsüber auf dem Handy anzurufen: 0162 909 3818. Plakate gehören selbstverständlich auch zur Stichwahl und fleißige ehrenamtliche Helfer haben flächendeckend in ganz Peiting einen Flyer von mir verteilt, Gott sei Dank vor dem vergangenen Samstag, als die Ausgangsbeschränkungen in Kraft getreten sind.“

Die Urnenwahl ergab eine Kräfteverhältnis von 33,3 zu 27,1 zugunsten Peter Ostenrieder, bei der Briefwahl stand es 36,0 zu 26,8. Welche Rolle spielt es, dass die Stimmen am 29. März ausschließlich per Brief abgegeben werden können? „Man kann nur sehr schwer einschätzen, ob das einen Unterschied machen wird. Die Coronakrise zwingt uns zu außergewöhnlichen Maßnahmen und die reine Briefwahl ist da wohl noch das kleinste Problem für die Bürgerinnen und Bürger. Ich allerdings werde diese Wahl nie vergessen, denn sie ist tatsächlich etwas Außergewöhnliches. Viele waren vor eineinhalb Jahren von meiner Kandidatur überrascht, mittlerweile bekomme ich aber großen Zuspruch, weil die Peitinger sich einen neuen Stil, neue Ideen und durchaus auch das Einfühlungsvermögen einer Frau wünschen. Ich freue mich auf den 29. März und denke, dass ich in den vielen Jahren, die ich als Gemeinderätin, 3. Bürgermeisterin und Kreisrätin in der Kommunalpolitik schon tätig war, auch meine bisherige Erfahrung für Peiting gut einsetzen kann.“

Mit welchen Inhalten punkten Sie bei den Wählern der bereits ausgeschiedenen Bürgermeisterkandidaten? „Ich stehe für ein gutes Miteinander, für einen offenen, kooperativen und transparenten Stil im Gemeinderat. Deshalb möchte ich auch schnell ein Mitteilungsblatt einführen, in gedruckter Form und als App, damit alle gut informiert sind. Außerdem will ich das neue Peitinger Modell: Eine Handlungsempfehlung, mit deren Hilfe wir bei Themen wie Wohnen und Verkehr gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern und Experten nach Lösungen suchen und tragfähige Kompromisse finden. Klimaschutz ist mir ebenfalls wichtig. Dazu gehören kommunale Themen wie Flächenfraß, erneuerbare Energien und auch die Unterstützung der Landwirte in der Region. Ich will ein Mitbestimmungsrecht für junge Menschen, denn ihnen gehört die Zukunft in Peiting und die müssen sie mitgestalten können.“

Die Wahlbeteiligung in Peiting mit 65 Prozent hätte am 15. März höher sein können. Bitte richten Sie kurz einige Worte an die damaligen Nicht-Wähler. „Liebe Peitingerinnen und Peitinger, wenn Sie am 15.3. nicht zur Wahl gegangen sind, dann tun Sie es doch bitte bis zum 29.3.! Es geht um unsere Heimat, in der Sie gut leben, arbeiten und wohnen sollen. Sie entscheiden, wer in den nächsten sechs Jahren zusammen mit dem Gemeinderat an der Spitze dafür sorgt, dass Sie sich in Peiting wohlfühlen können, gute Arbeitsplätze vorfinden, eine Wohnung bekommen, die Sie auch bezahlen können und die Mobilität im Ort nicht nur die Autofahrer im Blick hat, sondern auch Fußgänger und Radfahrer. Zusammenhalt und Sicherheit sind in dieser Zeit sehr wichtig. Für beides brauchen Sie an der Rathausspitze jemanden, dem Sie vertrauen können, der unaufgeregt und besonnen agiert.“

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