Wöchentlicher Jour Fixe

Peiting zieht beim Kindergarten-Projekt die Zügel an

Im Modell das Obergeschoss abgenommen: Eine große Dachterrasse und ein Flachdach bekommt der Kindergarten, der an Jägerstraße und Uhrerskreuzweg gebaut wird.
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Im Modell das Obergeschoss abgenommen: Eine große Dachterrasse und ein Flachdach bekommt der Kindergarten, der an Jägerstraße und Uhrerskreuzweg gebaut wird.

Peiting – Beim großen Kindergarten mit sieben Gruppen, der an der Jägerstraße gebaut wird und der eines der größten Bauprojekte des Marktes Peiting darstellt, zieht die Gemeinde die Zügel an. Es wird einen wöchentlichen Jour Fixe geben, zu dem sich die Planer, der Marktbaumeister, ein Bautechniker und ein Vertreter der Kämmerei an einen Tisch setzen. Mindestens alle vier Wochen ist auch der Bürgermeister dabei.

Dieses Vorgehen kündigte Rathauschef Peter Ostenrieder an, als Franz-Xaver Lutz vom Schongauer Architekturbüro Baldauf/Prill/Lutz neulich über den aktuellen Stand zum Neubau des Kindergartens berichtete. Dass die Gemeinde die Zügel strafft, noch bevor die Handwerker anrücken, hat mit Erfahrungen bei anderen Projekten zu tun – vor allem mit der Verzögerung und der Preissteigerung beim Bau einer weiteren Krippengruppe am Therese-Peter-Kinderhaus.

War bisher meist Marktbaumeister Fabian Kreitl direkter und oft alleiniger Ansprechpartner seitens der Gemeinde, so wird der Kreis der Beteiligten aus dem Rathaus im Fall des großen Tagesstätten-Projektes erweitert. So soll auch einer der Techniker aus dem Marktbauamt dabei sein, präzisierte Bürgermeister Peter Ostenrieder am Wochenende auf Nachfrage unserer Redaktion. In die Runde einklinken soll sich auch Kämmerer Christian Hollrieder.

Die terminlichen Vorgaben seien „sehr sportlich“, meinte Architekt Lutz. Das große Projekt soll nämlich im Juni oder Juli 2022 fertiggestellt werden. Anfangs war von September 2022 die Rede. Ob die Kosten und der Bauablauf kalkulierbar seien oder ob es „Unwägbarkeiten wie da draußen“ gebe, wollte CSU-Sprecher Michael Deibler wissen. Mit „da draußen“ meinte er das zusätzliche Krippenmodul. Die Antwort von Franz-Xaver Lutz: „Wir tun alles, damit uns so was nicht passiert.“

Mit dem Erdbau könne schon begonnen werden, bevor die Genehmigung für den Bauantrag da sei, erklärte Lutz. Die Submission zu den Baumeisterarbeiten im März und danach zu den Zimmererarbeiten spätestens im April „wird uns zeigen, wo die Preise momentan liegen“, schilderte der Architekt vor den Gemeinderäten im Corona-Ausschuss. Wenn danach die Angebote zum zweiten Ausschreibungspaket z.B. mit Fenstern, Türen und Leistungen im Innenausbau vorlägen, könne man eine klare Prognose abgeben, ob die Kosten eingehalten werden. Das Projekt ist auf knapp sieben Millionen Euro veranschlagt.

Auf den zweigeschossigen Bau – das obere Stockwerk ist aber zurückgesetzt – wird ein Flachdach aufgesetzt. Dabei und bei der Dachterrasse sieht der Architekt einen „ökologischen Ansatz“. Er beschrieb es mit den Worten, dass dem Grundstück zurückgegeben werde, „was man unten weggenommen hat“.

Bürgermeister Ostenrieder meinte zu Bedenken an dieser Bauweise: „Die Flachdachtechnologie ist heut‘ eine andere als vor 40 Jahren.“ Und er fügte noch den Satz hinzu: „A bissle Vertrauen sollten wir in diese Geschichte haben.“

Laute Sportarten

Ausführlich wurden im Corona-Ausschuss Einwände zum Bebauungsplan „Kindergarten Jägerstraße“ behandelt. Eine davon war die Stellungnahme des Landratsamts Weilheim-Schongau. Das Sachgebiet Technischer Umweltschutz legte Wert darauf, dass auf den geplanten zwei Spielfeldern im Sondergebiet Sportplätze – westlich des großen Kindergartens – auf laute Sportarten wie Streethockey bzw. Fieseln komplett verzichtet werden müsse. Die Gemeinde Peiting reagiert. Die Nutzung von Streethockey und Fieseln wird aus dem Katalog der erlaubten Sportarten gestrichen.

Johannes Jais

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