Strengeres Vorgehen mit Bußgeld

Peiting zieht die Zügel bei der Hundesteuer an

Gerade dort, wo Hunde und Landwirtschaft aufeinander treffen, sind Konflikte häufig vorprogrammiert.
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Gerade dort, wo Hunde und Landwirtschaft aufeinander treffen, sind Konflikte häufig vorprogrammiert.
  • VonJohannes Jais
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Peiting – Ein strengeres Vorgehen zur Hundesteuer, vor allem zum Melden eines zweiten oder dritten Tieres, kündigt der Markt Peiting an. Da sollen die Zügel angezogen werden. Zuerst noch mit einem Aufruf an die Ehrlichkeit bei der Hundesteuer. Wenn man dahinter kommt, dass jemand das zweite oder dritte Tier nicht bei der Gemeinde anzeigt, dann wird beim Besitzer nachgebohrt und evtl. ein Bußgeld verhängt.

In der Marktgemeinde Peiting sind aktuell 530 Ersthunde, aber nur 22 Zweithunde und fünf weitere solche Tiere registriert. Insgesamt sind es also 567 Hunde. Während der vergangenen 20 Jahre ist eine Zunahme von 28 Prozent zu verzeichnen. Diese Zahlen nannte Kämmerer Christian Hollrieder auf der Sitzung Ende Juni.

Schon im Jahr 2000 hatte der Markt Peiting – damals auf Anregung der Arbeitsgruppe Agenda 21 – Hundetoiletten bereitgestellt. Anfangs wurden elf Hundeklos an bekannten Gassirunden errichtet. Mittlerweile wurde das Netz im Ortsbereich optimiert; es sind 34 Stationen, wie Hollrieder erwähnte.

Pro Jahr werden 220.000 Hundetüten verbraucht. Mitarbeiter des Bauhofs sind 150 Stunden im Jahr damit beschäftigt, Hundetoiletten zu leeren und neue Tüten nachzufüllen. Das Netz an derartigen Stationen sei als ausreichend zu bewerten, sagte der Kämmerer im Gemeinderat. Eine Erweiterung des Bestandes an Hundetoiletten im Ortsbereich sei nicht erforderlich.

Bislang großzügig

Bisher ist man bei der Gemeinde großzügig gewesen, was die Meldepflicht der Hunde angeht. Bußgelder sind nicht verhängt worden. Das soll sich ändern, wenn man im Rathaus in Erfahrung bringt, dass Halter insbesondere den Zweithund oder ein weiteres solches Tier nicht bei der Gemeinde anzeigt – vor allem dann, wenn sich herausstellt, dass es kein Versehen war, sondern wissentlich unterlassen worden ist.

Bürgermeister Peter Ostenrieder kündigte an, dass in der Satzung des Marktes Peitng zur Hundesteuer nachgebessert wird. Er formulierte an alle Besitzer von Zweithunden den Appell, sie sollten doch abklären, „ob irgendwo im Haushalt ein Hund versteckt ist“.

Die Zahl der gemeldeten Zweithunde erscheint so manchem als zu gering. Zweifel daran hat auch Gemeinderat Andreas Barnsteiner (BVP). Er ist Landwirt und Obmann des Bayerischen Bauernverbandes in Peiting. In der Sitzung Anfang Juni hatte er wiederholt die Verunreinigungen durch Hundekot angesprochen und auch zu überlegen gegeben, dass vor allem für zweite und dritte Tiere im gleichen Haushalt mehr verlangt werden soll.

In Peiting beträgt die Steuer für den ersten Hund 65 Euro im Jahr. Für jeden weiteren Hund sind es 150 Euro. Der Satz ist seit dem Jahr 2008 gleich. Bei Kampfhunden sind es 1.000 Euro.

Laut Kämmerer Hollrieder verlangt der Markt im Vergleich zu anderen Gemeinden relativ viel Hundesteuer. Es gebe auch die Möglichkeit, einen eigenen, höheren Steuersatz für Dritthunde einzuführen. Ob mit solchen Maßnahmen die Verunreinigung im Ort und auf den Feldern weniger wird, sei freilich zu bezweifeln.

„A Kuah braucht a sauberes Fuatter“, ergriff Barnsteiner im Gemeinderat das Wort. Er wisse aus Peiting von Fällen, wo trächtige Kühe das Kalb verworfen hätten, weil das Futter mit Hundekot verunreinigt war. In der Vegetationsphase zwischen April und Oktober gehörten Hunde an die Leine, ergänzte Barnsteiner. Zu bedenken sei, dass der Ort wachse und die Flächen für die Landwirtschaft weniger werden.

Zu hinterfragen sei auch der Gassigehen-Verkehr, fuhr Barnsteiner fort. Es gebe Halter, die aus der Sandgrube kommen und mit dem Auto bis zum Weidenschorn beim Weiler Ramsau fahren, um dort mit dem Hund Gassi zu gehen.

»Nicht im Griff«

Er stelle fest, dass „einige Halter ihre Hunde nicht im Griff haben“, trug Herbert Salzmann (SPD) zur Diskussion bei. Michael Deibler (CSU), selbst Besitzer eines Hundes, ist der Ansicht, eine Änderung bei den Festsetzungen werde kaum eine Veränderung bringen. Es gebe leider „verantwortungslose Hundehalter“.

Stephan Walter (CSU) hielt es für sinnvoll, Hundehaltern einen Flyer zur Hand zu geben, in den auch aktuelle Fakten aufgenommen werden können. Zu diesem Thema einmal im Jahr nachzuhaken und in den Medien darüber zu berichten, sei nicht nachhaltig.

Franz Seidel (BVP) meinte, es sei nicht damit gedient, Hundehalter generell zu verdächtigen. Es brauche eine gegenseitige Wertschätzung zwischen Landwirten und Hundehaltern. Falls die Erhöhung der Hundesteuer thematisiert werde, dann solle dies bei der nächsten Haushaltsdebatte geschehen.

Alfred Jocher (Unabhängige) rief zur Zivilcourage auf. Man dürfe Leute schon ansprechen, wenn sie sich mit ihrem Hund nicht richtig verhalten und das Häufchen einfach am Wegesrand oder in der Wiese liegen bleibe.

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