Ehrenbezeichnung ehemaligen Rathauschef

Asam jetzt Peitinger Altbürgermeister

Michael Asam Peter Ostenrieder Bürgermeister Altbürgermeister Peiting
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Auf der Urkunde steht’s geschrieben: Michael Asam (67) ist nun Altbürgermeister. Rechts Peter Ostenrieder.

Peiting – Die Marktgemeinde Peiting hat (wieder) einen Altbürgermeister. Diese Ehrenbezeichnung ist Michael Asam (SPD) verliehen worden, der 24 Jahre an der Spitze der Verwaltung stand. Der letzte Altbürgermeister Klement Sesar verstarb heuer im Mai genau an dem Tag, als der jetzige Amtsinhaber Peter Ostenrieder vereidigt wurde.

Die Marktgemeinderäte haben in der Sitzung vom 13. Oktober einstimmig beschlossen, den Ehrentitel „Altbürgermeister“ an Asam zu verleihen. Er leitete die Geschicke der Gemeinde von Mai 1996 bis April 2020. Zuvor war er schon zwölf Jahre Gemeinderat.

Zusammen mit den Gemeinderäten und den Mitarbeitern aus der Verwaltung habe er das Schiff „durch schwierige Gewässer“ manövrieren können, blickte Asam zurück, nachdem er von seinem Nachfolger Peter Ostenrieder auf der Sitzung im Sparkassensaal die Urkunde entgegennahm. Er erwähnte die Betriebsschließungen in der Zeit von 2005 bis 2011 (Asam: „Man hat da gemerkt, wie ohnmächtig Bürgermeister und Gemeinderäte sind“).

Zuvor ließ Rathauschef Ostenrieder das Wirken Asams Revue passieren. Ostenrieder kam 1996 in den Gemeinderat, als Asam Bürgermeister wurde. Der Amts­inhaber zitierte Sätze aus dem Keltischen Baumhoroskop, mit denen eine Esche beschrieben wird. Da heiße es u.a., er ziehe andere in seinen Bann, habe dank seiner Größe ein majestätisches Auftreten. Auch lebe er im Grundsatz, dass in der Ruhe die Kraft liegt. Außerdem sei es ein Leichtes für ihn, hochgesteckte Ziele zu erreichen.

Solche Charakterisierungen könne man voll auf Michael Asam ummünzen, befand Ostenrieder in der Laudatio. Der Markt Peiting und Asam seien „untrennbar“ verbunden. Asam habe von Anfang an versucht, Gräben zu beseitigen, und habe „nie wie ein Parteimeister, sondern immer wie ein Bürgermeister“ agiert.

Innerhalb von zehn Jahren seien in Peiting 500 Arbeitsplätze abgebaut worden, rief Ostenrieder in Erinnerung und nannte dabei die Namen Agfa, Pfleiderer, Getinge, Zarges. Harte Entscheidungen habe man zuvor schon im Haushalt getroffen, so wie im Jahr 2002, als Gebühren erhöht und Zuschüsse an Vereine gestutzt wurden. Drei Millionen Euro mussten damals „umgeleitet“ werden, erwähnte Ostenrieder.

Doch es habe sich in den 24 Jahren in Peiting viel getan. Viele kleine und mittlere Betriebe seien gewachsen, neue konnten angesiedelt werden. Dazu erklärte der Amtsinhaber, dass die Einpendlerquote im Jahr 2018 erstmals die Zahl der Auspendler überschritten habe. Wirtschaftlich und sozial stünde die Marktgemeinde „blendend“ da. Peiting habe sich für Firmen und Familien zu einem beliebten Ort im Pfaffenwinkel entwickelt.

Gunnar Prielmeier, der 1996 nach dem Wahlsieg Asams auf der SPD-Liste in den Gemeinderat nachrückte und seit Mai 2020 zweiter Bürgermeister ist, richtete auch noch einige Worte an Asam und die Gemeinderäte. Er überreichte für die Fraktion ein großformatiges historisches Bild mit der Aufschrift „Gast- und Tafernwirtschaft von Michael Asam“; das Lokal mit diesem Namen gab es mal in der Ortschaft Hohenzell bei Altomünster im Kreis Dachau. Bei diesem Gruppenfoto eines Vereines sind mehrere Köpfe Peitinger Sozialdemokraten hinein retuschiert worden. Auf der vorderen Bank wird Michael Asam von Herbert Salzmann, Klaus Hardt, Gunnar Prielmeier und Monika Ludwig eingerahmt.

Zehn Marktgemeinderäte verabschiedet

Der Rathauschef Peter Ostenrieder würdigte darüber hinaus zehn Räte, die Ende April aus dem Gremium ausschieden und nun mit Urkunde, Brotzeitteller und Gutscheinen verabschiedet wurden.

Eric Bader war eine Periode im Peiting Gemeinderat – von 2014 bis 2020. Er ist Vorstand des Trachtenvereines und war im Bauausschuss. Bader arbeitet im Ostallgäu im Bereich Straßenbau. Mit diesem Wissen habe er den Gemeinderat „vor einem großen Fehltritt“ bewahrt, rief Bürgermeister Peter Ostenrieder in Erinnerung. Wie diese Worte wohl gemeint waren? Ostenrieder nannte in der Sitzung keine Details. Aber es ging – so die Informationen des Kreisboten – um die Ausschreibung der Stelle als Marktbaumeister, nachdem Jochen Rohrmoser aufgehört hatte. Und da hatte sich auch jemand beworben, den Bader aufgrund beruflicher Erfahrung kannte und den er für die vakante Stelle in Peiting für nicht geeignet hielt.

Silvia Ruhfass-Bückle war vier Jahre im Gemeinderat. Der Bürgermeister würdigte ihren „wahnsinnig großen Einsatz – auch im Bauausschuss. Sie konnte auf der Sitzung am Dienstagabend ebenso wie Herwig Skalitza nicht anwesend sein; der Rathauschef wird beiden Urkunde und Präsent in der nächsten Woche vorbeibringen.

Nicole Gindhardt gehörte ebenso wie Eric Bader dem Gremium von 2014 bis 2020 an. Sie habe sich „klar geäußert“ und einen „respektvollen Umgang mit Mensch und Natur angemahnt“, so der Rathauschef.

Peter Egger habe als Wirt der Zechenschenke „das Ohr am Stammtisch“ gehabt. Es sei schon was Besonderes gewesen, einen Wirt im Gemeinderat zu haben. Egger war von 2014 bis 2020 im Gremium. Wegen seines Berufes kandidierte er nicht mehr.

Hans Zwerger war von 2008 bis 2020 Gemeinderat. Er sei besonnen, ausgeglichen und bodenständig, so Ostenrieder. Zwerger sei einer, der zu vielen Häusern komme und aufnehme, „was die Leute denken und sagen.“ Er ist auch „mein Postbote“ gewesen, erwähnte der Bürgermeister, der in Birkland zu Hause ist.

Klaus Hardt war 18 Jahre im Kommunalparlament. Hardt habe die besondere Gabe, „seine Meinung zu zeigen, ohne was zu sagen.“ Wenn er spannungsgeladen sei, sei er mit der Hand durch die Haare gefahren. Wenn er entspannt gewesen sei, dann habe man das am Augenzwinkern gesehen.

Pankratia Holl ist „für Peiting eine Institution“, sagte Ostenrieder. 24 Jahre war sie eine Streiterin für die Belange der Landwirtschaft. Auch habe sie zusammen mit Herwig Skalitza dem Peitinger Bauernmarkt Leben eingehaucht und die Freundschaft mit Calvi in Umbrien (Mittelitalien) gefördert.

Monika Ludwig war 36 Jahre im Gemeinderat. Sie habe als Jugendreferentin junge Leute „motiviert, ja mitgerissen“. Ostenrieder bezeichnete sie als „eine meiner Lieblingskolleginnen“, mit der er sich manchmal gezofft und dann wieder vertragen habe.

Herwig Skalitza gehörte seit 42 Jahre dem Gemeindeparlament an. Er sei „immer umtriebig“ und habe stets ein neues Projekt im Kopf, wusste Ostenrieder zu berichten. Stichwörter seien die Rumänienhilfe, der Bauernmarkt, Spendenaktionen und die Bürgerstiftung. Von 1990 bis 1996 war Skalitza zweiter Bürgermeister.

Gerhard Heiß ist das „Urgestein“. Ausgeprägt ist sein Einsatz als Ortsheimatpfleger seit 2001. Das Archiv sei bei ihm in besten Händen, befand der Bürgermeister. Heiß kam im Mai 1972 in den Marktgemeinderat. Einen Monat zuvor erblickte der jetzige Rathauschef das Licht der Welt.

Geehrt wurde nach den ausgeschiedenen Räten noch einer, der dem Gremium weiterhin angehört, aber 24 Jahre stellvertretender Bürgermeister war: Franz Seidel. Er ist seit Mai Fraktionsvorsitzender der Bürgervereinigung und Behindertenbeauftragter der Gemeinde.

jj

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