Bauausschuss lehnt Nutzungsänderung ab

Vom Modegeschäft zum Kirchensaal

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Die auf dem Foto hell erleuchteten Räume an der Bachstraße, früher ein Modegeschäft, stehen seit vielen Monaten leer.

Peiting – Für das frühere Modegeschäft Eichmeier, an der Bachstraße mitten in Peiting gelegen, beantragt der Eigentümer eine Nutzungsänderung, damit dort ein kleiner Saal für die christliche Glaubensgemeinde Peiting eingerichtet werden kann. Eine Mehrheit der Räte im Bauausschuss lehnt dies ab. Dafür gestimmt haben zweiter Bürgermeister Franz Seidel („Wir können es nicht verhindern“) und Gemeinderätin Silvia Ruhfass-Bückle; sieben Räte sind dagegen.

Die christliche Glaubensgemeinde Peiting, die zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden gehört, trifft sich bisher jeden zweiten Sonntag zum Gottesdienst im Saal des „Bergwerks“. Die Jugendarbeit im Sinne der Pfadfinder findet jede Woche am Freitagnachmittag in einem Raum in Herzogsägmühle statt, schildert Markus Schmutz, bei dem die organisatorischen Fäden zusammenlaufen.

Nachdem die Räume im leerstehenden Modegeschäft ausgeschrieben worden sind, hat Markus Schmutz mit Eigentümer Werner Eichmeier (Füssen) Kontakt aufgenommen. Der Besitzer sei aufgeschlossen; denn in mehr als neun Monaten sei es nicht gelungen, einen Nachnutzer im geschäftlichen Sinn zu finden.

Für die Peitinger Gemeinde im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden ist der 160 Quadratmeter große Laden mitsamt den Kellerräumen gut geeignet, erklärt Schmutz im Gespräch mit dem Kreisboten. Dort könnte der Gebetsraum eingerichtet werden; dort könnten aber auch die Treffen der Kinder und Jugendlichen stattfinden.

Wegen der Parkplatz-Situation müssten sich die Peitinger keine Sorgen machen, gibt Markus Schmutz zu verstehen. Denn die jungen Leute würden am Freitagnachmittag gebracht und dann wieder abgeholt; da stünden keinesfalls stundenlang Autos auf der frequentierten Bachstraße herum. Und zu den Gottesdiensten am Sonntag habe man, wenn die Geschäfte geschlossen sind, in der Ortsmitte genug Parkplätze zur Verfügung.

Bettina Habersetzer vom Peitinger Rathaus informierte im Bauausschuss, dass für diesen Zweck fünf Stellplätze nachgewiesen werden müssen. Diese Auflage werde erfüllt. Zudem ergänzte sie, dass trotz der Nutzungsänderung die Räume im früheren Ladengeschäft unverändert bleiben – sowohl im Erdgeschoss als auch im Keller.

Das mehrheitliche Nein im Bauausschuss (7:2) hat nichts damit zu tun, dass eine freie evangelische Gemeinde einziehen möchte. Einzig Andreas Barnsteiner (Bürgervereinigung) stellte die Frage, was dies für eine Kirche sei. Die Gemeinderäte sollten die Nutzungsänderung schon genau abwägen – „it dass mir a Fass aufmachet“.

Gunnar Prielmeier (SPD) merkte in der Diskussion an, es mache schon einen deutlichen Unterschied, ob an der Bachstraße mitten in Peiting anstelle eines Geschäftes künftig ein Gebetsraum eingerichtet werde. Peter Ostenrieder (CSU) kommentierte, die Bachstraße sei „eine der Geschäftsstraßen in Peiting“. Das Haus, um das es in dem Antrag gehe, sei „ein wunderschönes Ladenlokal“. Wenn man jetzt die Tür aufmache für eine Nutzungsänderung, dann werde man dort nie mehr ein Ladengeschäft reinbringen. Eine andere Meinung vertrat hingegen Silvia Ruhfass-Bückle von den Grünen. Eine geänderte Nutzung sei allemal besser als ein langer Leerstand, bekundete sie bei der Beratung im Bauausschuss.

Auch wenn das gemeindliche Einvernehmen damit verwehrt wird: Die mehrheitliche Ablehnung im Bauausschuss ist mehr als politische Willensbekundung zu werten. Denn baurechtlich wird das Landrats­amt Weilheim-Schongau der Nutzungsänderung wohl zustimmen. Denn das Haus steht in einem Mischgebiet. Und da sind Räume für (frei)kirchliche Bestimmungen sehr wohl erlaubt. 

Johannes Jais

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