Neuer Weg bei Häuser-Vergabe

Peitinger Baugebiet Drosselstraße: Kein Anrecht auf Auswahl eines Grundstücks

Baugebiet Drosselstraße Peiting
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Durchblick bewahren heißt’s bei der Grundstücksvergabe im neuen Baugebiet. Die Erschließungsarbeiten laufen.
  • VonJohannes Jais
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Peiting – Mehrere Kriterien zur Vergabe der zehn Doppelhaushälften im Baugebiet Drosselstraße sind noch einmal im Marktgemeinderat behandelt und beschlossen worden. Ein wesentlicher Punkt: Für keinen der Bewerber gibt es ein Anrecht auf die Auswahl eines bestimmten Grundstückes.

Acht Parzellen befinden sich entlang des Unterfeldweges, zwei Grundstücke auf der Südwestseite des Baugebietes am Starenweg – neben den zwei Mehrfamilienhäusern. Trotz diesen beiden Straßennamen ist dort vom Baugebiet Drosselstraße die Rede.

„Neue Wege gehen“ will der Markt Peiting beim Verkauf der Doppelhaushälften in diesem Baugebiet im Norden Peitings. So beschrieb es Geschäftsleiter Stefan Kort. Wie bereits berichtet, arbeitet der Markt dabei mit einem Bauträger zusammen: der „Haseitl Reßle Projektgesellschaft Peiting GmbH“.

Dahinter steht die Zusammenarbeit zweier bekannter Betriebe. Da machen das Unternehmen Haseitl Bau aus Schongau und die Firma Reßle Holzbau aus Peiting gemeinsame Sache. Sie realisieren auch die zwei Mehrfamilienhäuser am Starenweg.

Für den Verkauf der zehn Doppelhausgrundstücke, die von der Gemeinde vergeben werden, sowie für die anschließende Bebauung haben der Markt Peiting und der Bauträger eine Vereinbarung getroffen. Demnach veräußert die Gemeinde zunächst sämtliche Doppelhausgrundstücke an den Bauträger.

Der Abschluss des künftigen Vertrages für die jeweilige Grundstücksparzelle und für die Bebauung mit der Doppelhaushälfte erfolgt direkt zwischen dem Bauträger und dem privaten Käufer. Dabei wird das Bauunternehmen „Haseitl Reßle Projektgesellschaft“ eine standardisierte Doppelhaushälfte veräußern, deren weiteren Ausbau der Käufer selbst vornimmt bzw. an Firmen seiner Wahl überträgt.

Einen Nachteil hat dieses Vorgehen: Die Grunderwerbsteuer (3,5 Prozent der Summe) fällt zweimal an. Zunächst muss sie die Projektgesellschaft ans Finanzamt entrichten. Wenn der Vertrag mit dem Käufer steht, ist sie ein zweites Mal fällig.

Zur Auswahl der Käufer wird im Rathaus ein Bewerbungsverfahren abgewickelt. Die zehn Interessenten, die dabei die höchsten Punktewerte erreichen, werden vom Markt Peiting aufgefordert, mit dem Bauträger innerhalb von sieben Tagen Kontakt aufzunehmen und die Verhandlungen zu beginnen und den Vertag zeitnah innerhalb von 40 Tagen abzuschließen.

Die Bewerber haben kein Anrecht auf die Auswahl eines bestimmten Grundstücks. Welches letztlich in Frage kommt, legt der Bauträger in Abstimmung mit dem jeweiligen Käufer fest.

Der Kaufpreis bestimmt sich danach, ob der Interessent die gemeindlichen Richtlinien für ein vergünstigtes Grundstück erfüllt oder nicht. Wenn Ja, dann hat er 272 Euro pro Quadratmeter an den Bauträger zu bezahlen. Wenn Nein, dann beträgt der Kaufpreis fürs reine Grundstück 340 Euro je Quadratmeter. Diese Zahlen kommen zustande, wenn man zu den früher festgelegten Preisen (256 Euro bzw. 320 Euro) einen Zuschlag für Nebenkosten des Bauträgers dazu nimmt, der sechs Prozent ausmacht. Mehr als die Hälfte davon macht allein die Steuer für den erstmaligen Grund­erwerb aus.

Im Kaufvertrag wird der Preis für die Fläche immer gesondert ausgewiesen. Die Beträge zur Erschließung und Herstellung werden ebenfalls gesondert ausgewiesen. Für Straße, Wasser und Kanal ist von zirka 50 Euro je Quadratmeter auszugehen. Falls zwischen Bauträger und berechtigtem Bewerber ein Vertrag nicht zustande kommt, wird der Markt einen Ersatzbewerber aus der Liste der Interessenten benennen.

Geschäftsleiter Kort rechnet – vom Kreisboten zum Zeitpunkt befragt – schon damit, dass Anfang September das Bewerbungsverfahren starten kann. Wer mindestens fünf Jahre in Peiting wohnt, erhält schon 50 der insgesamt möglichen 100 Bewerberpunkte. Weitere Kriterien sind die Zahl der Kinder, das Einkommen, eine Behinderung oder wie lange jemand schon in Peiting arbeitet.

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