IKEK für den Papierkorb?

Unmut im Schongauer Stadtrat wegen Peitinger Baumarkt-Projekt

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Seit fünf Jahren existiert das Interkommunale Entwicklungskonzept zwischen den Gemeinden Schongau, Peiting und Altenstadt.

Schongau – Es war vergangenen Dienstag die letzte Sitzung des alten Schongauer Stadtrates. Wegen des geforderten Mindestabstandes fand sie wieder im Jakob-Pfeiffer-Haus statt. Thematisch glich die Tagesordnung eher einer „Art Gemischtwarenladen“, wie Bürgermeister Falk Sluyterman zu Beginn sagte. Für Unmut sorgte derweil das geplante Baumarktprojekt in der Nachbargemeinde Peiting und führte unter den Stadträten zu einer Diskussion zum Thema Interkommunales Entwicklungskonzept (IKEK).

Mit Mindestabstand und teilweise mit Mundschutz – so sehen Stadtratssitzungen in Zeiten von Corona aus. Um zu viele Sitzungen zu vermeiden, fanden sich in der Tagesordnung am vergangenen Dienstag vor allem auch Themen aus dem Bau- und Werkausschuss wieder. Eine Verabschiedung der scheidenden Räte soll zu einem späteren Zeitpunkt in einem würdigen Rahmen nachgeholt werden, versicherte Bürgermeister Falk Sluyterman.

Dass für die Stadt negative Auswirkungen des geplanten Baumarktes in Peiting zu erwarten seien, machte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich am Ende der Sitzung unter dem Tagesordnungspunkt „Sonstiges“ deutlich. Vor allem für Klein- und mittelständische Unternehmen sei mit Umsatzeinbußen zu rechnen. Dabei denke er beispielsweise an Fliesenleger, Raumausstatter, Gärtnereien sowie die bereits vorhandenen Baumärkte im Mittelzentrum.

Auch „zentrumsnahe Sortimente“ sieht der Stadtbaumeister gefährdet. Dazu zählen beispielsweise Deko- und Bastelartikel sowie Accessoires, welche vor allem in der Altstadt zu finden seien.

Zudem sei in der Analyse zum neuen Baumarkt nur die Marktgemeinde Peiting berücksichtigt worden. Das Mittelzentrum hingegen habe lediglich eine „mangelhafte Berücksichtigung“ erfahren, so Dietrich weiter. „Die Festsetzungen aus dem IKEK bleiben unberücksichtigt.“ Diese Stellungnahme habe man nun auch an die Regierung von Oberbayern weitergeleitet.

„Das IKEK wird hier mit Füßen getreten“, sagte Bettina Buresch (ALS/Grüne) dazu. Wenn das so laufe, könne man das Konzept gleich in den Papierkorb werfen. Dem pflichtete Stefan Konrad (SPD) bei. Wenn man dieses Konzept habe, solle man auch gemeinsam handeln.

Bürgermeister Falk Sluyterman wollte so weit nicht gehen. Er setze auf kleine Schritte, was das IKEK betreffe und nannte als Beispiel das gemeinsame Ammer-Lech-Land-Ticket im ÖPNV. „Bis wir da die Früchte ernten, wird noch etwas dauern“, so das Stadtoberhaupt im Bezug auf das IKEK. Er verwies außerdem auf ein baldiges Treffen mit Peitings neuem Bürgermeister Peter Ostenrieder. 

Auch in Peißenberg hatte der Marktgemeinderat bereits beschlossen, sich gegen das Peitinger Einzelhandelsprojekt zu stellen.

asn

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