Verdienste um Kultur und ums Hochmoor

Peitinger Bürgermedaille für Jürgen Krätzig

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Medaille, Urkunde und ein kräftiger Händedruck. Jürgen Krätzig mit Bürgermeister Michael Asam.

Peiting – Er ist der letzte lebende Augenzeuge, der 1957 bei der Entdeckung der Moorleiche Rosalinde im Weiter Filz in der östlichen Peitinger Flur dabei war: Jürgen Krätzig. Inzwischen ist er 79 Jahre alt. Ihm ist die Peitinger Bürgermedaille verliehen worden. Nicht, weil er Zeitzeuge war. Sondern für seine Verdienste um die Renaturierung des Hochmoores und um die kulturellen Verdienste, wozu die Errichtung der Barbarakapelle in Hohenbrand gehört.

In Peiting gibt es drei besondere Auszeichnungen. Das sind der Titel des Ehrenbürgers, der Goldene Ehrenring und die Bürgermedaille. Die Auszeichnung hat Gemeindechef Michael Asam auf der Bürgerversammlung vorgenommen.

Ehrenbürger ist Altbürgermeister Klement Sesar (85), der an diesem Abend auch anwesend war. Den goldenen Ehrenring haben drei noch lebende Peitinger inne. Dies sind Jakob Leicher, Siegfried Breidenbach und Adolf Kapfer. 16 Frauen und Männer sind mit der Bürgermedaille geehrt worden.

Der Ausgezeichnete wohnt in Gräfelfing, hat aber seinen zweiten Wohnsitz in der Marktgemeinde Peiting, mit der er, so Bürgermeister Asam in der Laudatio, „in besonderer Weise verbunden ist“. Mit Mutter und Tante war er nach Krieg und Vertreibung von Schlesien nach Peiting gekommen. Der Vater folgte nach Entlassung aus der Gefangenschaft nach.

Kapelle restauriert

Der Bürgermeister erwähnte, dass Jürgen Krätzig die Barbarakapelle in Hohenbrand erworben und restauriert hat. Sie sei ein besonderes Kleinod, das „Geschichte schreibt“. In der Kapelle befinden sich zwei Gedenktafeln in Erinnerung an die tödlich verunglückten Bergmänner und Torfarbeiter.

Krätzig sagte dazu, dass jeder Bürger in Hohenbrand einen Schlüssel für die Kapelle erhält. Auch wolle er im Tourismusbüro der Gemeinde einen Schlüssel hinterlegen. Kulturell ist Krätzig auch der Kirchenmusik in St. Michael und mehreren Vereinen wie dem Förderverein Villa Rustica oder den Museumsfreunden im Klösterle verbunden.

Ausführlich ging Asam in der Laudatio auf die Moorrenaturierung im Weiter Filz ein, wo Krätzig eine Fläche von 110 Hektar zunächst gepachtet und 1999 dann gekauft hatte. Mit Helfern habe er Maßnahmen in Angriff genommen, die ein Regierungsbeamter als „einmalig in Oberbayern“ bezeichnete. Asam ergänzte, dass es in Bayern nicht mehr viele Hochmoore gebe. Der Sohn des Geehrten werde die Renaturierung fortsetzen. Die Fläche im Weiter Filz soll erhalten werden.

Ihm gehe „langsam die Luft aus“, bekannte Jürgen Krätzig, der in wenigen Monaten 80 Jahre wird. Der Impuls zum Einsatz für das Moorgebiet sei gekommen durch „abenteuerliche Verwaltungsvorschläge“, dort eine Restmülldeponie zu errichten. Dagegen habe man sich zur Wehr gesetzt. „Jeder Quadratmeter dort ist es wert, dass man sich engagiert“, bekundete der Senior, der viele Kontinente bereist hatte und im Vergleich zum Pfaffenwinkel meint, die Gegend sei einzigartig. jj

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