Peitinger Ferienprogramm feiert Jubiläum

20 Jahre im Zeichen der Kinder

+
Den ganzen Vormittag lang haben die Kinder am Samstag gemalt und die Garage neben dem Rathaus verschönert. Auch Tamara und Martina (li.), mittlerweile alte Ferienprogrammhasen, haben fleißig mitgepinselt.

Peiting – Ginge es nach Tamara und Martina, dürften die Ferien nie zu Ende gehen. Am vergangenen Samstag konnten sich die jungen Mädels künstlerisch so richtig austoben, quasi machen, was sie wollen. Und nicht,was der Lehrer vorgibt. Nur eines sollte das Bild, das die zwei zusammen mit weiteren Peitinger Kindern malten, am Ende zeigen: dass das Peitinger Ferienprogramm heuer 20 Jahre alt wird.

Sie stehe hier mit einem lachenden und einem weinenden Auge, meinte Monika Ludwig. Denn allmählich werde ihr bewusst, dass dies die letzten Ferien sind, die sie für die Peitinger Kinder verschönert hat. Vor 20 Jahren hatte die Jugendreferentin der Marktgemeinde die Idee, den daheimgebliebenen Kindern die Ferien mit einem kleinen Angebot zu verschönern. 

Von Anfang an dabei war damals der Leiter des Jugendzentrums Ralf Manker. Und, so betonte Ludwig, das Ganze war mit dem Gemeinderat und dem Bürgermeister abgesprochen. Ohnehin, so erinnerte sich Ludwig, hätten ihre Ratskollegen immer hinter der Idee des Ferienprogramms gestanden. Sogar eine eigenen Haushaltsstelle hat das Programm mittlerweile, damit es für die Kinder so günstig wie nur möglich sei. 

„Fünf oder sechs Themen hatten wir damals“, erzählte sie. In einen Park fahren habe auf dem Programm gestanden, man habe gebastelt und gemalt. Um die 50 oder 60 seien damals im ersten Sommer gekommen. Diese Zahl sollte sich allerdings rasch ändern. Immer mehr Kinder nutzten das Angebot, entsprechend habe sie die Vereine angeschrieben, erzählt Ludwig, ein richtiges Ferienprogramm-Team entwickelte sich. 

Ein knappes Dutzend Leute stehen der Organisatorin mittlerweile zur Seite, alle ehrenamtlich. Es wird nach wie vor gebastelt und gemalt, inzwischen gehört Reiten zum Programm und Bogenschießen. Gerade erst war das Team mit den Kindern am Flughafen München, als nächstes geht es ins Legoland bei Günzburg. Aus sechs Themen sind aktuell um die 60 geworden, die das Team um Monika Ludwig anbietet. Wofür sich alle eigens Urlaub nehmen, wie die Noch-Chefin betont. 

Es ist der letzte Feriensommer unter ihrer Führung. Ende des Jahres übergibt Ludwig ihr Amt als Jugendreferentin an Alexander Zila, ebenso wie ihren Posten als Chefin des Ferienpro-gramms. Es sei eine tolle Zeit gewesen, resümiert die Peitingerin. „Ich habe viel erlebt. Schöne Dinge, lustige Sachen“, erinnert sie sich. Gott sei Dank sei nie etwas Schlimmes passiert, obwohl mittlerweile um die 1000 Kinder pro Sommer betreut werden. 

Nie vergessen werde sie den Schreck, als ein Junge beim Durchzählen gefehlt habe. Er habe doch nur noch einmal ein Märchen sehen wollen, habe er ihr erzählt, nachdem sie ihn im Schongauer Märchenpark wiederfand. Unvergessen auch, wie sie im Innsbrucker Alpenzoo die bei einem Wolkenbruch durchnässten Schuhe der Kinder auf den Toiletten mit den Handtrockner wieder getrocknet hätten, erzählt sie lachend. 

Ungezählt sind auch die Packungen mit Küchenpapier und Feuchttüchern, die sie in alle den Jahren gebraucht haben. Kiloweise wurden Gummibärchen verbraucht, genau wie Wiener und Brezen, die Ludwig immer selbst mitgebracht hatte. Aber an einem habe es nie gefehlt, ist Monika Ludwig stolz: Sponsoren. „Die trauen sich gar nicht mehr, Nein zu sagen“. „Peiting steht hinter uns“, weiß sie. 

Zum Geburtstag hatte sich das Team übrigens heuer ein besonderes Thema ausgedacht: „Wir verschönern Peiting.“ Herausgekommen sind verschiedene Mobiles über der Peitnach und das Gemälde, an dem Tamara und Martina mitgearbeitet haben – auf der Garage des Bürgermeisters am Rathaus.

Oliver Sommer

Auch interessant

Meistgelesen

Das sind die Kandidatinnen 101 bis 200
Das sind die Kandidatinnen 101 bis 200
Das sind die ersten 100 Kandidatinnen
Das sind die ersten 100 Kandidatinnen
 Gourmet-Essen auf Rädern
 Gourmet-Essen auf Rädern
In der Schongauer Altstadt grassiert das Flohmarktfieber
In der Schongauer Altstadt grassiert das Flohmarktfieber

Kommentare