Alt trifft Neu

Neue Drehleiter für Peitinger Feuerwehr

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Mit dem Knickgelenkteil, das die neue Peitinger Drehleiter mitbringt, ergeben sich bessere Möglichkeiten der Personenrettung aus Fenstern oder von Balkonen. Auch kann man über den Dachfirst auf die Gegenseite gelangen.

Peiting – Großer Bahnhof für das neue Flaggschiff der Peitinger Feuerwehr. Ein Empfang, der dem Stellenwert der neuen Drehleiter gerecht wird: In Doppelreihe haben die Wehrmänner und -frauen ein Spalier gebildet, um in den frühen Abendstunden das brandneue Fahrzeug in Empfang zu nehmen. Die Begrüßung aus Richtung Fahrzeug an die angetretene Truppe ebenfalls standesgemäß: Blaulicht und jede Menge Martinshorn.

Irgendwie kommt Wehmut und etwas Mitleid auf, wenn man die alte Dame im Schatten des Feuerwehrhauses sieht. 27 Jahre hat sie auf dem Buckel, immer treue Dienste geleistet. Aber einmal ist Schluss, jetzt muss die Nachfolgerin in die Fußstapfen treten. Und das ist für diesen Abend geplant. Ein voraussichtlich letztes Mal hat sich die alte Veteranin kräftig in den Himmel gestreckt, um an ihrer Spitze in luftiger Höhe die gehisste Fahne der Marktgemeinde festzuhalten. Die Rede ist von der alten Drehleiter mit der Kennung 30/1, die in wenigen Wochen ausgedient hat.

Die Neue ist im Anmarsch. Sie kommt an diesem Abend direkt aus Ulm von der Firma Magirus. Dort bekam in den letzten Wochen ein Team von fünf Personen der Peitinger Wehr eine detaillierte Einweisung in das neue High-Tech-Fahrzeug der Marktgemeinde. Denn Drehleiter ist nicht gleich Drehleiter, auch wenn das neue Prachtstück ebenfalls die Kennung 30/1 der Leitstelle erhalten wird. In nahezu 30 Jahren hat sich eben die Technik gewaltig geändert.

Ganz klar, dass die neue Drehleiter nicht sofort in Dienst gestellt werden kann, obwohl sie einsatzbereit ist. Die Technik hat es einfach in sich, muss jetzt in geplanten Übungsstunden an den Mann gebracht werden. Wie von Kommandant Klaus Straub zu erfahren ist, dürfte am 23. Februar 2019 die feierliche Weihe des Fahrzeugs sein. Bis dahin soll die Truppe das Gerät beherrschen.

Straub lässt die Beschaffung in kurzen Schritten Revue passieren. Nach dem Beschluss des Gemeinderats 2016 wurde das Fahrzeug europaweit ausgeschrieben. Natürlich hat man vorher den Markt abgegrast, um nach den optimalen Konfigurationen zu suchen. Die Auswertung der Angebote bezog sich auf Art und Qualität der Ausstattung und natürlich den günstigsten Preis. In der ersten Planung ergab sich eine Kaufsumme von 700.000 Euro, am Ende wurden es 630.000. „Super für diese Ausstattung“, so der sichtlich zufriedene Kommandant.

Nach Prüfung und Auswertung der Angebote wurde im November der Auftrag erteilt. Firma Daimler bekam den Zuschlag für das Fahrgestell, Firma Magirus für den Aufbau der Drehleiter und Firma B.A.S. für die Beladung zusätzlicher Ausrüstung. Nach fast einem Jahr konnte vor wenigen Tagen der Kommandant mit einem Fachgremium von fünf Mann in Ulm die Abnahme tätigen.

Großer Wert wurde bei dem neuen Fahrzeug vor allem auf die Leitertechnik gelegt. „Diese Ausführung ist ein Quantensprung“, lässt Straub in seine Ausführungen einfließen. Besonders auffallend: das Knickgelenkteil an der Spitze der Leiter. Damit werden die Einsatzmöglichkeiten um ein Vielfaches erweitert. Durch den kürzeren Radstand ist das Fahrzeug wendiger, was in Wohnsiedlungen von großem Vorteil ist. „Vier Mann können jetzt in den Korb steigen, um von oben den direkten Angriff gegen den Brandherd durchzuführen“, so Straub weiter. Durch zwei eingebaute Kameras und einen ferngesteuerten Wasserwerfer kann zum Beispiel von oben ein Brandherd mit Wasser gekühlt werden, ohne dass sich Personen im Korb befinden. 

hh

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