Erster grüner Kandidat in der Marktgemeinde

Thomas Elste will auf Peitings Bürgermeister-Stuhl

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Will erster grüner Bürgermeister von Peiting werden: Thomas Elste zusammen mit den Ortsverbands-Sprechern Heike Dietrich und Günter Franz (v. links).

Peiting – Seit der letzten Wahl sitzt er im Gemeinderat, jetzt strebt er den Posten des Bürgermeisters in Peiting an: Nach CSU, SPD und Bürgervereinigung präsentierte nun Bündnis 90/Die Grünen ihren Kandidaten Thomas Elste. Die Liste der Themen, die er im Falle einer Wahl anpacken will, ist lang und breit gefächert. „Ich kenne keinen Job, der so vielfältig ist“, so der 51-Jährige.

Dass Thomas Elste Interesse am Chefsessel im Peitinger Rathaus hat, war im Vorfeld kein Geheimnis. Sein Plan, für das Amt zu kandidieren, stehe im Gegenteil schon seit der letzten Wahl 2014 fest. Bewusst habe er die Zeit im Gemeinderat als Vorbereitung auf seine Kandidatur gesehen. Und noch ein Aspekt hat eine Rolle gespielt: Bei der letzten Wahl ist Bürgermeister Michael Asam noch angetreten. Gegen den amtierenden Rathauschef wären die Chancen Elstes wohl nur gering ausgefallen. Jetzt sei er allerdings optimistisch, dass er ganz gute Chancen habe, sagt er. Er tritt gegen Peter Ostenrieder (CSU), Annette Luckner (SPD) sowie Andreas Schmid (BVP) an. Auch Christian Lory (Unabhängige) hat bereits Interesse am Amt bekundet.

Der im niedersächsischen Helmstedt geborene Elste ist seit 23 Jahren „glücklicher Peitinger Bürger“, wie er betont. In die Marktgemeinde zog es ihn durch seine berufliche Tätigkeit als Physiker am Observatorium Hohenpeißenberg. Er ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn.

2013 gründete sich der Grünen-Ortsverband Peiting mit Elste als Vorsitzendem. Seit 2014 besetzt er einen der beiden Grünen-Stühle im Marktgemeinderat und ist Fraktionsvorsitzender. Zudem ist er im Rechnungsprüfungsausschuss tätig. Sein Engagement im Gremium hat er bisher als interessantes Hobby betrachtet, das er jetzt gerne zum Beruf oder gar zur Berufung machen würde, so Elste im Gespräch. Dabei will er natürlich grüne Akzente setzen.

Ganz oben auf seiner Themenliste stehen daher Klima und Energie. Er wünsche sich beispielsweise einen dezentralen Energie-Nutzungsplan für die Marktgemeinde. Der Flächenverbrauch beschäftigt ihn aus ökologischer Sicht. Er wolle sich dafür einsetzen, Flächen sinnvoller zu nutzen und weniger zu versiegeln. Einen entsprechenden Antrag habe er auch bereits im Gemeinderat gestellt. Zwar ist das Volksbegehren Flächenfraß in Bayern gescheitert, Elste würde die Ziele dennoch gerne auf lokaler Ebene verwirklichen.

Im sozialen Bereich stellt er das Thema Inklusion nach vorne. So wolle er die Wärmestube und Tafel Schongau unterstützen und sich für die Straßenbeleuchtung nach Herzogsägmühle weiter einsetzen. Auch ein Inklusionsspielplatz steht auf seiner Liste. Insgesamt wolle er die Herzogsägmühle weiter in Peiting einbinden.

Wohnraum müsse außerdem für die Zukunft geschaffen werden. Deshalb sei er auch dagegen gewesen, das „Silberstück am Uhrerskreuzweg“, das ehemalige Obdachlosenheim, zu verkaufen. Er hätte das Gebäude gerne für den sozialen Wohnungsbau genutzt. Ein entsprechender Antrag scheiterte jedoch in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Der Ausbau des Glasfaseranschlusses bis ins Haus sei für ihn ebenfalls ein ganz wichtiger Aspekt. Elste sieht darin die Grundvoraussetzung, im Wettbewerb bestehen zu können. Außerdem würde er gerne einen zentralen WLAN-Hotspot schaffen.

Den Tourismus wolle er vor allem dahingehend stärken, dass die Natur erlebt werden kann. Eine neue Partnerschaft mit einer englischen Gemeinde schwebt dem 51-Jährigen außerdem vor – quasi um dem Brexit entgegenzuwirken.

Defizite sieht Thomas Elste in Peiting aber auch: Vor allem im Bereich Kunst und Musik bzw. Kultur im Allgemeinen. Diese Bereiche wolle er mehr fördern. Ein eigenes Bürgerradio für das Ammer-Lech-Land könnte er sich ebenfalls gut vorstellen.

Insgesamt sieht Elste sich als „Bürgermeister der Tat“, sagt er. Das unterstreicht er mit der Einreichung von bisher über 30 Anträgen im Gemeinderat. Sein Ziel sei es, den Ort zu gestalten und für die Zukunft fit zu machen, frei nach dem Motto „Gutes bewahren, Neues wagen“.

Die offizielle Aufstellungsveranstaltung zum Bürgermeisterkandidaten wird am 23. September stattfinden, dann in Anwesenheit von Ludwig Hartmann, Grünen-Fraktionsvorsitzender im bayrischen Landtag. Die Ortsverbandsvorsitzenden Heike Dietrich und Günter Franz sind überzeugt, mit ihrem ersten grünen Bürgermeister-Kandidaten in Peiting aufgrund seiner Erfahrungen eine gute Wahl getroffen zu haben. Auch könne man sich vorstellen, dass nach der Kommunalwahl 2020 „2+x“ Gemeinderäte im Gremium vertreten sind, so Franz. 

asn

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