Ergebnisse sind da

Regelung am Peitinger Hirschvogeleck soll bleiben

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Luden zur Vorstellung der Ergebnisse: Kämmerer Christian Hollrieder, Geschäftsführer Stefan Kort, Bürgermeister Michael Asam, Diplom-Ingenieur Christian Fahnberg vom Fachbüro INGEVOST und Marktbaumeister Fabian Kreitl (v. links).

Peiting – Verschiedene Baumaßnahmen in und um Peiting hatten die geplante Verkehrszählung, die man nach einem Versuchsjahr zur 2017 testweise eingeführten Vorfahrtsänderung am sogenannten „Hirschvogeleck“ zur Untersuchung heranziehen wollte, um ein weiteres Jahr verzögert. Jetzt liegen die Messdaten vor. In einem nächsten Schritt sollen diese nun im Gemeinderat diskutiert und weitere Vorgehensweisen besprochen werden. Zuvor jedoch durften sich die Anlieger rund um den Peitinger Hauptplatz ein Bild von den Ergebnissen des beauftragten Ingenieurbüros INGEVOST machen. Am vergangenen Dienstag wurden diese im Sparkassensaal vorgestellt.

Im direkten Schlagabtausch sollten sich die Anlieger der Meier- und Poststraße, Oberer Straße, der Füssener, Schongauer und Ammergauer Straße dazu äußern können. Das hatte Bürgermeister Michael Asam im Vorfeld versprochen. Und so sollte es, nach der Vorstellung der Messdaten durch Diplom-Ingenieur Christian Fahnberg, an diesem Abend auch kommen.

Kein "Zurück zum Start"

Zunächst waren es gute Nachrichten, die das Fachbüro mit Sitz in Planegg vorstellen konnte. So zeigten die Messungen eine deutliche Entlastung des Hauptplatzes; Autofahrer würden die Durchfahrt aufgrund der Vorfahrtsänderung kaum mehr favorisieren. Auch der Schwerverkehr bevorzuge eine andere Route und meide „systematisch die mehrfache Kurvenfahrt über den Hauptplatz“, so Christian Fahnberg. Die Wiedereinführung der ehemals abknickenden Vorfahrt an der Schongauer Straße würde er der Gemeinde eher nicht empfehlen.

Tatsächlich stelle sich jedoch durch das Ausweichen über die Meierstraße dort mehr Belastung ein. Allerdings konnte Fahnberg nicht von einer als „signifikant zu bezeichnenden“ Änderung des Verkehrsaufkommens in den Nebenstraßen sprechen, das hätten Messungen zur Verkehrsentwicklung über einen Zeitraum von acht Jahren an den Dauerzählstellen Ammergauer und Füssener Straße bestätigt.

„Den Verkehr durch eine bestimmte Straße, den gibt es nicht“, sagte er. So habe zwar der Untersuchungszeitraum in der Meierstraße eine Zunahme an Verkehrsaufkommen bestätigt, jedoch läge das „im Rahmen täglicher Schwankungen“. Auch sei der meiste Verkehr in den Nebenstraßen „Binnenverkehr“, den die Gemeindebewohner selbst verursachen.

Planfälle für Meierstraße

Um die Situation in der Meierstraße zu entlasten, schlug Christian Fahnberg diverse Planfälle vor. Eine Maßnahme könnte ein Einfahrtsverbot in die Meierstraße ausgehend von der Ammergauer Straße darstellen. Auch eine „erzwungene Geradeausfahrt“ auf der Füssener Straße, mittels „blauer Pfeil“, und damit ohne Einfahrtsmöglichkeit in die Meierstraße sei vorstellbar. Zuletzt könnte ebenfalls ein Schild mit vorgeschriebener Fahrtrichtung für Entlastung sorgen – eben dann, wenn ein Herausfahren auf die Füssener Straße nur noch nach links möglich wäre. Die Meierstraße würde so weiter an Attraktivität für den Durchfahrtsverkehr verlieren.

Nicht ganz so nüchtern und zahlenbasiert wollten es viele der Anlieger der Nebenstraßen sehen. So gleiche etwa die Füssener Straße, besonders in den Nacht- und frühen Morgenstunden, einer Raserpiste, legte Buchberger-Wirt Rainer Schäffler dar. Schwer zu ertragen sei auch der Schwerlastverkehr, der förmlich „durchs Schlafzimmer“ fahre. Seiner Anregung, zumindest die 30er Zone in der Füssener Straße zu verlängern, um das Verkehrstempo bis zum Übertritt Obere Straße früher zu drosseln, konnte Asam viel abgewinnen.

"Hinnehmen" stößt auf

Dass man nun als Anlieger der Meierstraße – als Schlussfolgerung zu den Messergebnissen – die Verkehrserhöhung „einfach hinnehmen soll“, wie es ein Anlieger formulierte, auch das sollte einigen Besuchern deutlich aufstoßen. Deren Aufforderung, endlich Ansätze zu schaffen, den Ortskern zu entlasten, legte Michael Asam gewichtige Argumente vor. „Das geht nur mit weiteren Verlagerungen!“, sagte er. So gab er zu bedenken, dass Peiting eben vor der schwierigen Situation stünde, dass gleich drei Bundesstraßen ins Zentrum führen. Zudem bevorzugte eine nicht unbeträchtliche Summe an Schwerlastverkehr die Ortsdurchfahrt anstelle der Umgehungsstraße, um Mautgebühr zu sparen.

Lösung Spange?

Auch dem Vorschlag, sich erneut mit einer Querverbindung – der sogenannten südlichen Spange – zwischen Ammergauer und Füssener Straße zu befassen, musste Asam entgegenhalten, dass man den Verkehr dann eben durch ein anderes Anwohnergebiet leiten müsse. Einer Verlagerung dieser Südspange weiter hinaus mache zudem das Wasserschutzgebiet einen Strich durch die Rechnung. Dennoch versprach der Bürgermeister, dies im Gemeinderat zu thematisieren.

Rechtliche Vorgaben

Weiteren Vorschlägen aus den Reihen der Anlieger, etwa durch Querungshilfen oder Straßenschwellen einen langsameren Fahrfluss oder gar ein Nachtfahrverbot für den Schwerlastverkehr durch die Nebenstraßen zu erreichen, musste Geschäftsleiter Stefan Kort in den meisten Fällen eine Absage erteilen. Ebenso dem Vorschlag, Schwerlastverkehr mit Ziel UPM gezielt zur Ausfahrt Peiting-Ost zu lotsen, um dann lediglich die Münchner und Schongauer Straße zu belasten, die den Verkehr dann an der Peripherie vorbeileiten würde. Vieles sei allein rechtlich nicht machbar, sagte Kort, oder es fehlten bestimmte Bedingungen, um bauliche Veränderungen herbeiführen zu können.

Abschließend erklärte Michael Asam noch einmal, alle genannten Punkte und Vorbehalte erneut abzuwägen und gegebenenfalls im Gemeinderat zu diskutieren. Auch wisse er, dass sich die Gemeinde noch längere Zeit mit dieser Thematik auseinandersetzen müssen werde. Dennoch bat er um Verständnis, dass man nichts auf die Schnelle erzwingen könne; Abwägungen brauchen in vielen Fällen ihre Zeit. 

pae

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