Wichtige Größe in der Jugendarbeit

Zum Peitinger Juze: Welche Angebote ankommen

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Das farbenfrohe Foyer zum Juze „Go in“. Der offene Betrieb soll für junge Leute möglichst niederschwellig sein.

Peiting – Niederschwellig soll der Weg ins Peitinger Jugendzentrum sein. Dafür stehen zahlreiche Angebote im offenen Betrieb, wie Juze-Leiter Jürgen Schaffarczik es beschrieb. Er listete dazu Angebote auf wie die Holzwerkstatt, den T-Shirt-Druck, die Kochgruppe, den Musikraum, Fußball, Zugriff auf WLAN, Brettspiele, Karaoke, aber auch die Kulturpädagogik und den Thekenbereich in Eigenverantwortung.

„Wir können schon auf eine große Bandbreite an Brettspielen zurückgreifen“, schilderte Schaffarczik, als er vor den Peitinger Marktgemeinderäten den Jahresbericht erstattete. Eine Band-Breite – im ganz anderen Sinn – gab es bei den Konzerten. Da wurden letztes Jahr acht Events veranstaltet – mit unterschiedlichen Bands.

Heuer sei wegen der Einschränkungen zum Coronavirus die digitale Jugendarbeit vorangetrieben worden, fuhr Schaffarczik fort. „Das war ein richtiger Kraftakt“, bekannte er, dass bei Social Media und bei eigenen Videos so manches schnell kreiert und forciert worden sei.

Der Großteil der jungen Leute, die ins Peiting Jugendzentrum an der Lorystraße kommen, ist zwischen 14 und 18 Jahre alt, schildert Jürgen Schaffarczik, der seit acht Jahren das „Go in“ leitet. Es seien etwas mehr Jungs als Mädels. So waren es im letzten Jahr 2.200 Burschen zwischen 15 und 18 Jahren, bei gleichaltrigen Mädels waren es 1.400 Besucherinnen.

Das Jugendzentrum sei nach der Schule „die zweite Bildungseinrichtung für Jugendliche der Marktgemeinde Peiting“, formulierte der Juze-Chef mit markigen Worten. Aber es sei nun mal schon der Anspruch, alle Kräfte der Jugendlichen anzuregen – sei es im sozialen, emotionalen oder im ästhetischen Bereich.

"Wir brauchen beides"

Franz Seidel, Fraktionssprecher der Bürgervereinigung, sagte nach dem Bericht: „Wir brauchen beides.“ Den Satz münzte er auf die Jugendarbeit in den Vereinen und auf die offene Jugendarbeit im Juze. Michael

Deibler (CSU-Fraktionssprecher) bekundete, es gebe immer mehr junge Leute, die sich in ihrer Freizeit „nicht beobachtet fühlen wollen“. Dafür sei das Juze eine gute Option.

Eine Frage in der Diskussion war auch, ob Mitarbeiter in Jugendzentren wie ein Streetworker auch rausgehen und Jugendliche ansprechen sollen. Schaffarczik sagte dazu, dies sei durchaus ein Weg, um Jugendliche zu erreichen. Das gelte es aber mit dem Jugendamt des Landkreises Weilheim-Schongau abzuklären.

Schaffarczik ist über den Landkreis als Vollzeitkraft mit 39 Stunden pro Woche angestellt. Die zweite Mitarbeiterin im Juze, Sonja Merkle, ist 30 Stunden pro Woche da und bei der Gemeinde angestellt. Das Juze an der Lorystraße hat an fünf Tagen geöffnet. Vereinzelt kann auch ein Selbstöffner z.B. am Samstag im „Go in“ die Tür aufsperren. Der- oder diejenige müssen immer volljährig sein.

Gemeinderat Norbert Merk (CSU) meinte zum Streetworking, dies sei auch „eine Frage des Wollens“. Da könnte in Abstimmung mit dem Jugendamt durchaus was entwickelt werden, kommentierte Merk, der früher im Jugendamt des Landkreises beschäftigt war, bevor er in die Kämmerei wechselte.

Dranbleiben

Bürgermeister Peter Ostenrieder wandte sich zum Schluss noch an Juze-Leiter Schaffarczik und an die Gemeinderäte. Der Markt Peiting habe die Absicht, das Grundstück und das Gebäude käuflich zu erwerben, um eine Sanierung bzw. einen Neubau zu ermöglichen. Die Gemeinde stünde in Kontakt „mit den vermeintlichen Erben“ und mit dem Nachlassgericht. Aktuell könne er freilich nur sagen: „Wir wissen noch nix Neues. Aber wir bleiben dran.“ 

jj

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