"Unabhängige Marktgemeinderäte Peiting"

Lory und Jocher bilden Fraktion im Peitinger Marktgemeinderat

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Sprechen künftig für eine gemeinsame Fraktion: Alfred Jocher (links) und Christian Lory (rechts).

Peiting – Die zwei ehemaligen SPD-Gemeinderäte Christian Lory und Alfred Jocher machen politisch gemeinsame Sache. Sie bilden im Peitinger Marktgemeinderat eine neue Fraktion, die „Unabhängigen Marktgemeinderäte Peiting“. Es ist die fünfte in dem 24-köpfigen Gremium (plus Bürgermeister). Vollzogen wird der Schritt auf der nächsten Sitzung am Dienstag, 29. Januar.

„Anzeige einer Fraktionsbildung“ heißt es in der Ladung für den Termin. Eine solche muss in einem 24-köpfigen Gremium mindestens zwei Räte umfassen. Das ist auch beim Bündnis 90/Die Grünen so, die aktuell mit Thomas Elste und Silvia Ruhfass-Bückle vertreten sind. Alfred Jocher (68), der seit 1996 dem Gemeinderat angehört und 2016 aus der SPD-Fraktion austrat, war zuletzt öfters bei Vorbesprechungen der Grünen mit dabei.

Nun schließt er sich mit Christian Lory (32) zusammen. Die kleine Gruppe hat auch einen Namen: „Unabhängige Marktgemeinderäte Peiting“. Am nächsten Dienstag ist ein kleines Stühlerücken angesagt: Ihren Platz werden die Zwei zwischen der SPD und der Bürgervereinigung finden.

Christian Lory sitzt seit 2014 im Gemeinderat. Er war von Ende 2016 bis Anfang 2018 sogar Sprecher der SPD-Fraktion. Dann erklärte er jedoch seinen Austritt und gab auch sein Parteibuch zurück (wir berichteten). Lory möchte als unabhängiger Kandidat für die Bürgermeisterwahl im März 2020 kandidieren. Die SPD war nicht bereit, ihn aufzustellen. Sie wird Annette Luckner (52), die aus Dinkelscherben kommt und dort seit 17 Jahren Marktgemeinderätin ist, als Kandidatin für den Chefsessel im Peitinger Rathaus ins Rennen schicken.

In die Runde der Fraktionssprecher

Anlass für die Bildung einer neuen Fraktionsgemeinschaft war, wie sowohl Lory als auch Jocher auf Nachfrage des Kreisboten schildern, vor allem eine Ankündigung des Bürgermeisters Michael Asam. Der möchte in der zu Ende gehenden Legislaturperiode und in beginnenden Wahlkampfzeiten die Besprechungen der Fraktionsvorsitzenden im Vorfeld der Sitzungen intensivieren.

Die beiden politischen Einzelkämpfer am Ratstisch, Lory und Jocher, wollen freilich auch rechtzeitig Teilhabe am politischen Prozess. Eine Anfrage, dass die beiden, die zuletzt keiner Fraktion angehörten, zu den Sitzungen der vier bisherigen Sprecher hinzugezogen werden, sei insbesondere bei CSU und SPD auf keine Gegenliebe gestoßen, kommentiert Alfred Jocher.

Lory und Jocher wollen also an den „Futtertrog“, wo wichtige Informationen geteilt werden. Dies erreichen sie nunmehr, indem sie sich zusammenschließen und die Bildung der Fraktion anzeigen. Lory bekennt klar, dass es im Hinblick auf seine Kandidatur zum Bürgermeister „vorteilhaft“ sei, rechtzeitig an Informationen zu gelangen, bevor die Themen im Gemeindeparlament behandelt werden.

Alfred Jocher formuliert es noch deutlicher. Es sei wichtig, die Informationen zu den aktuellen Themen schon zu erhalten, wenn sie „vorgekaut“ werden. Man wolle vermeiden, dass es erst dann zu einem Mitreden komme, wenn der Zug bereits abgefahren sei.

Im Peitinger Gemeinderat gibt es damit im nächsten Jahr und bis zur Neuwahl drei große Fraktionen sowie zwei kleine. Zur erster Kategorie zählen die SPD (acht Sitze), die CSU (sieben) und die Bürgervereinigung (fünf). Zur zweiteren fortan neben den Grünen auch die „Unabhängigen Marktgemeinderäte Peiting“. 

jj

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