Katze ist aus dem Sack

Die Peitinger SPD schickt eine Frau ins Rennen um das Bürgermeisteramt

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Hat sich bei der SPD-Mitgliederversammlung vorgestellt: Annette Luckner.

Peiting – Das wurde mit Spannung erwartet: Die Peitinger SPD hat endlich die Kandidatin präsentiert, mit der sie in die nächste Bürgermeisterwahl im März 2020 gehen wird. Es ist Annette Luckner aus Dinkelscherben. Sie ist 52 Jahre, seit 2002 Gemeinderätin, dritte Bürgermeisterin in der 6.500 Einwohner zählenden Marktgemeinde und sitzt im Augsburger Kreistag. Bei der Vorstellung in Peiting erwähnte sie auch, dass sie 2014 bei der Bürgermeisterwahl 2014 in Dinkelscherben antrat, aber unterlag.

Auf einer Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Peiting im Gasthof Dragoner stellte sich die Bewerberin den knapp 50 interessierten Frauen und Männern vor. Annette Luckner ist in Ingolstadt geboren. Mit ihrem Mann Karl Luckner wohnt sie seit 25 Jahren in Dinkelscherben. Mit ihm hat sie zwei erwachsene Kinder. Sohn Felix (23) wohnt noch bei den Eltern und studiert in Augsburg. Tochter Pia (21) ist zum Studium in Paderborn. Ehemann Karl und Sohn Felix kamen mit zur Versammlung des SPD-Ortsvereines nach Peiting.

Annette Luckner ist gelernte Redakteurin. Stationen waren das Radio KÖ in Augsburg, ein lokaler Sender in Bad Mergentheim, die Stadtzeitung und das Augsburg Journal. Seit einigen Jahren macht sie in Teilzeit die Pressearbeit des Augsburger SPD-Landtagsabgeordneten Harald Güller. Ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ist auch, Termine zu bestimmten Themen zu managen und zu moderieren. Ein weiterer Bereich sind Veranstaltungen von Verbänden, Organisationen und Parteitagen.

Die politische Heimat ist die SPD. Sie ist Mitglied im Präsidium der Bayern-SPD, stellvertretende Vorsitzende der SPD im Bezirk Schwaben sowie Mitglied im Vorstand der SGK. Die drei Buchstaben bedeuten Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik.

Eine "Katze" – und kein Kater

„Wir lassen keinen Kater aus dem Sack, sondern eine Katze“: Mit diesen Worten stimmte Claudia Steindorf, seit Sommer 2016 die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Peiting, die interessierten Mitglieder darauf ein, dass man als Nachfolgerin für Michael Asam keinen Mann, sondern eine Frau aufbieten wolle, die bereit ist, ins Rennen um das Bürgermeisteramt in der 11.300 Einwohner zählenden Marktgemeinde zu gehen. Die Aufstellungsversammlung soll im Frühjahr 2019 erfolgen.

Ein vierköpfiges Team war in die Kandidatensuche eingebunden, nachdem festgestanden hatte, dass Gemeinderat Christian Lory (früher SPD, jetzt parteilos) trotz eigenen Interesses nicht nominiert wird. Aus Sicht des SPD-Ortsvereins drängte er zu früh auf eine Zusage; außerdem wurde er in der Vorstandschaft nicht als geeigneter Kandidat empfunden. Lory hat, wie berichtet, schon angekündigt, auf einer parteifreien Liste anzutreten.

Über die SGK streckte Bürgermeister Michael Asam (SPD), der seit 1996 im Amt ist, die Fühler aus, nachdem sich herauskristallisiert hatte, dass aus dem eigenen Ortsverein und der Fraktion im Gemeinderat kein Bewerber zu finden war. Asam schilderte bei der Versammlung, dass er über die SGK von der Biografie Annette Luckners erfuhr und dazu die drei weiteren Mitstreiter im Team für die Kandidatensuche, nämlich Claudia Steindorf, Herbert Salzmann und Adolf Kapfer, informierte.

Asam bekundete, bei der erfahrenen Kommunalpolitikerin Annette Luckner käme zur politischen „auch die menschliche Kompetenz“. Und er setzte den Satz drauf: „Ich bin der festen Überzeugung, dass sie die Richtige ist.“ Die Bewerberin selbst erklärte, sie möchte viele Menschen in Peiting kennenlernen und auch zur Bürgerversammlung kommen.

Ein Anliegen sei ihr das Thema Mobilität. Dabei ginge es nicht nur um Fragen wie Auto und Öffentlicher Personennahverkehr. Vielmehr sei es wichtig, wie Schulkinder zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule gelangen oder wie Menschen mit Handicap per Rollator sicher über die Straße kämen. Bei Bauplätzen und Wohnungen befürwortet sie eine „maßvolle Nachverdichtung“.

Kurz, aber lebhaft

Nach der Vorstellung entwickelte sich eine kurze, aber lebhafte Diskussion. Der frühere SPD-Kreisvorsitzende Dietrich Merz vertrat die Ansicht, es wäre nicht nur Aufgabe des Vorstands im Ortsverein gewesen, zu entscheiden, wer nicht in Frage käme. Gemeint ist dabei Christian Lory. Das wäre schon ein Thema für die Mitgliederversammlung gewesen.

Schorsch Weihmayer sagte auf der Versammlung, mit Lory wäre die Peitinger SPD baden gegangen. So wie sich Annette Luckner vorgestellt habe, sei er „restlos begeistert“, fügte Weihmayer hinzu. Gemeinderätin Monika Ludwig stieß ins selbe Horn: „Ich bin total begeistert.“

Es kam in der Versammlung auch die Frage, was Annette Luckner tun werde, falls sie in Peiting nicht gewählt wird. Ihre Antwort: Das wisse sie noch nicht. Ihr Anspruch sei, dafür zu kämpfen, dass sie Bürgermeisterin werde. Neben ihrem eigenen Einsatz und ihren Fähigkeiten baue sie auf die Unterstützung des Bürgermeisters Michael Asam sowie aus dem Ortsverein und aus der Fraktion.

Die drei Herausforderer für Annette Luckner, die bisher bekannt sind, sind allesamt Männer, die dem Peitinger Gemeinderat angehören. Das sind Peter Ostenrieder (CSU), Thomas Elste (Grüne) und Christian Lory (parteilos). 

Johannes Jais

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