Ein besonderer Job

Der Herr der Christbäume

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Profi am Werk: Seit 21 Jahren verkauft Peter Geiß Christbäume in der Region.

Peiting – Wer in der Region Schongau einen Christbaum kaufen will, landet meist bei Peter Geiß. Seit 21 Jahren sorgt der Peitinger für das weihnachtliche Flair im Wohnzimmer.

Noch gut zwei Wochen, dann steht Weihnachten vor der Tür. Besinnlich soll es zugehen am Fest der Liebe, doch bis im trauten Familienkreis Ruhe einkehren kann, stehen erst einmal die hektischsten Tage des Jahres an. Auch an diesem Samstag werden sich wieder viele ins vorweihnachtliche Getümmel stürzen auf der Suche nach den passenden Geschenken. Mindestens ebenso wichtig wie das richtige Präsent ist den Deutschen der Christbaum, unter dem sich die Päckchen an Heiligabend stapeln. 29,1 Millionen Bäume wurden im vergangenen Jahr verkauft, seit 2000 steigt die Anzahl stetig. Einer, den das besonders freut, ist Peter Geiß. Der Familienbetrieb des Peitingers ist seit über 40 Jahren im Weinachtsbaumgeschäft tätig.

Mit geübten Händen packt Geiß den Baum, legt ihn mit dem Stumpf voran in den metallenen Trichter. Mit einem kräftigen Ruck zieht der Peitinger die Tanne in das Netz. Dutzende haben Geiß und seine Mitarbeiter auf diese Weise bereits auf dem Gelände am Peitinger Ostbahnhof verpackt,  seit Ende November die Saison begann. Der Höhepunkt des Geschäfts steht derweil noch bevor. „Ab diesem Wochenende beginnt die heiße Zeit“, sagt Geiß. 

Wenn einer eine derartige Vorhersage wagen kann, dann ist es der Peitinger. Seit 21 Jahren leitet er das Familienunternehmen, welches sich in dieser Zeit zum größten Produzenten von Christbäumen in der Region entwickelt hat. Bis dahin war es allerdings ein weiter Weg, an dessen Anfang eine Reise nach Dänemark stand. Peter Geiß senior hatte sich Ende der 1960er Jahre auf die Suche nach einer Alternative zur bis dahin traditionellen heimischen Fichte gemacht. In Dänemark stieß er auf die in Deutschland noch weitgehend unbekannte Nordmanntanne. Als einer der ersten entschied sich Geiß, die Baumart zu importieren und hierzulande als Christbaum zu verkaufen. „Er war in dieser Hinsicht ein Pionier“, sagt sein Sohn rückblickend. Was zögerlich begann, sollte bald zum Kassenschlager werden. Heute ist die Nordmanntanne der beliebteste Weihnachtsbaum der Deutschen. „Über 90 Prozent unserer verkauften Bäume macht diese Sorte aus“, erzählt Geiß junior. Der Rest verteilt sich auf Blaufichte, Schwarzkiefer und Nobilistanne. Die Kunden schätzen an der Nordmanntanne die stabilen Äste sowie die schönen und lang haltenden Nadeln, erklärt er. 

Um die Nachfrage zu stillen, produziert das Familienunternehmen die Bäume bereits seit 1985 selbst. Auf den Einsatz von Chemie wird so gut es geht verzichtet. Jedes Frühjahr werden auf den Plantagen in Peiting, Hohenpeißenberg, Peißenberg und Landsberg neue Jungpflanzen gesetzt. Zehn Jahre dauert es im günstigsten Fall, bis eine Nordmanntanne zwischen 1,80 und zwei Meter Höhe erreicht hat und gefällt werden kann. „Da darf aber nichts dazwischen kommen“, betont Geiß. 43 Euro kostet so ein Baum in der höchsten Qualität, angesichts des enormen Aufwands ein gerechter Preis, wie der Christbaumhändler findet. „Ein Blumenstrauß kostet auch zwischen 30 und 40 Euro, dabei brauchen die Blumen nur sechs Wochen zum Wachsen“, vergleicht er. 

Da nicht jeder so viel Geld für seinen Christbaum ausgeben will, hat Geiß wie alle anderen Händler natürlich auch Bäume zweiter und dritter Wahl im Angebot. „Für jeden Geldbeutel ist etwas passendes dabei.“ Schnäppchenjäger muss er allerdings enttäuschen. Wer seinen Baum erst am 24. Dezember kauft, zahlt den gleichen Preis wie zu Saisonbeginn. „Alles andere wäre unfair unseren Kunden gegenüber.“

Zwischen fünf und acht Mitarbeiter sind derzeit täglich auf den Plantagen mit dem Fällen der Bäume beschäftigt, die anschließend zu den verschiedenen Verkaufsständen in der Region transportiert werden. Wer will, kann auch selbst zum Beil greifen. Am 2. und 3. Adventssonntag lädt Geiß wieder auf seine Plantage in Hohenbrand zum Selberschneiden. Das Event erfreut sich wachsender Beliebtheit. „Viele Familien genießen die weihnachtliche Atmosphäre“, sagt der Peitinger.  Stress und Hektik? Fehlanzeige. Christoph Peters

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