Peitinger Verein unterstützt Straßenkinder in Südamerika

Mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein

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Ehemalige Straßenkinder bei einem Schulfest.

Peiting – Sie schlafen nachts auf nacktem Boden oder Kartons, verdingen sich tagsüber als Schuhputzer oder sonstige Tagelöhner. Straßenkinder in Südamerika fristen ein kärgliches Dasein. Ihnen zu helfen, hat sich der Peitinger Verein „Brücke zu Straßenkindern“ zur Aufgabe gemacht.

Seit 1994 besteht die Patenschaftsorganisation, deren erster Vorsitzender Wolfgang Ullrich ist. Den Anstoß zur Gründung habe damals die persönliche Begegnung mit dem Theologen Frank Weber gegeben, blickt Ullrich zurück. Dieser befasst sich seit 1985 mit dem schicksalhaften Leben der Straßenkinder vor Ort. 

In Cochabamba in Bolivien gelang es ihm damals, für 37 Jugendliche in auswegloser Siutation das Sorgerecht zu erhalten. Um noch mehr unversorgten Kindern eine dauerhafte Perspektive zu bieten, gründete er 1988 mit Unterstützung des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker eine Schule für Kinder aus sozial und wirtschaftlich schwachen Verhältnissen. „Ziel des Projektes ist es, Kinder aus mittellosen Familien gar nicht erst auf die Straße abgleiten zu lassen, sondern ihnen den richtigen Start ins Leben zu ermöglichen“, erklärt Ullrich. 

Anders als in Deutschland, wo der Schulbesuch verpflichtend und kostenlos ist, ist er in Cochabamba und Sao Paulo (auch in der brasilianischen Metropole unterstützt der Peitinger Verein Straßenkinder) denjenigen vorbehalten, die dafür zahlen können. Damit beginne ein Teufelskreis, sagt Ullrich, dem mittellose Kinder aus eigener Kraft nicht enfliehen könnten. 

Genau hier setzen Weber und die Patenschaftsorganisation an. An der Richard-von-Weizsäcker-Schule, die ausschließlich Kindern und Erwachsenen aus armen Verhältnissen offen steht, haben bislang 4560 Kinder ihren Abschluss und eine Berufsausbildung gemacht – eine Erfolgsgeschichte. Jedes Jahr holen Ullrich und seine Mitstreiter einige der jungen Menschen für ein paar Tage nach Deutschland. „So ermöglichen wir allen Paten wirkliche Kontakte“, erläutert der erste Vorsitzende. Dadurch seien inzwischen viele wertvolle Begegnungen entstanden. 

Den nächsten Besuch erwarten die Peitinger in zwei Wochen. Das Programm für den Aufenthalt der Gruppe aus Bolivien steht bereits. Am Samstag, 16. März, findet um 19.30 Uhr im neuen Pfarrsaal eine Veranstaltung mit Texten und Eindrücken sowie folkloristischen und musikalischen Darbietungen aus dem india-nischen Kulturkreis statt. Tags darauf gestalten die Gäste um 10.30 Uhr einen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael. 

Wer das Projekt finanziell unterstützen will, kann sich an Wolfgang Ullrich (Tel. 08861/5251 oder per Email an ullrich-peiting@t-online.de) wenden. „Wir sind ein kleines, personenbezogenes, sehr effizientes Projekt. Alle Tätigkeiten werden ehrenamtlich erbracht“, betont der Vorsitzende. „Alle Einnahmen fließen direkt an das Straßenkinderprojekt.“ chpe

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