Hürden zur weiteren Wasserentnahme aus der Peitnach hoch

Peitinger Wellenfreibad wie weiter beheizen?

Wellenfreibad Peiting Luftwärmepumpe
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Damit die Becken im Wellenfreibad weiter beheizt werden können, bedarf’s einer neuen Technik, nämlich einer Luftwärmepumpe.
  • VonJohannes Jais
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Peiting – Die Zeit, in der das Peitinger Wellenfreibad mit einer Wärmepumpenanlage beheizt wird, die durch Wasser aus der Peitnach gespeist wird, neigt sich dem Ende entgegen. Es wird eine neue technische Lösung angestrebt. Ab der Badesaison 2022 soll ein alternatives Heizsystem installiert werden. Favorisiert wird eine Luftwärmepumpe.

Als erstes wird ein Ingenieurbüro gesucht und damit beauftragt, die Planung und Umsetzung des neuen Heizsystems im Wellenfreibad Peiting zu projektieren. Die Kosten dafür – es wird mit einer Summe zwischen 62.500 und 75.000 Euro gerechnet – sind von den Gemeinderäten genehmigt worden, Kämmerer Christian Hollrieder muss die Deckung der Ausgaben in einem Nachtragshaushalt für 2021 berücksichtigen.

Außerdem ist mit dem Beschluss Bürgermeister Peter Ostenrieder („Wir wollen bereits im Herbst Nägel mit Köpfen machen“) ermächtigt worden, dass er Vergabe und Beauftragung der Planungsleistung selbst vornimmt. Dieser Passus hat damit zu tun, weil in den Sommerferien keine Sitzung stattfindet. Die Ermächtigung ist befristet bis zum 13. September.

Die Luftwärmepumpe selbst wird – je nach Dimensionierung – Kosten zwischen 250.000 und 300.000 Euro zur Folge haben. Doch die Mittel dafür werden – anders als die Planungskosten – erst im nächsten Etat für 2022 eingestellt.

Warum braucht’s ein anderes Heizsystem für die Freizeiteinrichtung? Bisher wird das Peitinger Wellenfreibad mit Hilfe einer Wärmepumpenanlage durch das Wasser aus der Peitnach auf Temperatur gebracht. Die wasserrechtliche Genehmigung dafür ist im März 2021 ausgelaufen.

Voraussetzungen

Das Marktbauamt hatte bereits im Februar 2020 Kontakt zum Landratsamt aufgenommen und die Verlängerung der wasserrechtlichen Erlaubnis beantragt. Im Februar 2021 ging eine Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim (WWA) als technische Fachbehörde beim Landratsamt ein, die den Weiterbetrieb der Anlage an eine Vielzahl von Bedingungen knüpfte.

Für eine erneute wasserrechtliche Genehmigung müsste die Marktgemeinde umfassende Veränderungen an der Anlage vornehmen. So müsste z. B. entlang der Stellen, an denen das Bachwasser in die technische Anlage gelangt bzw. aus dieser abfließt, eine raue Rampe errichtet werden. Weiterhin wäre die Entnahmemenge aus der Peitnach vom jeweiligen Durchfluss abhängig zu steuern; bei längeren Trockenperioden hätte dies zur Folge, dass nicht ausreichend Bachwasser entnommen werden könnte, um die Wassertemperatur im Freibad konstant zu halten.

Zusätzlich zum bisherigen technischen System müsste ein umfassendes Überwachungssystem zur Überprüfung der Temperatur und Beschaffenheit des ausfließenden Wassers installiert werden. Denn bei zu geringer Einleittemperatur bestünde eine erhöhte Gefahr für die Fischfauna. Das entnommene Bachwasser müsste also – nach der Abkühlung in der technischen Anlage – durch einen weiteren Wärmetauscher wieder auf die Bestandstemperatur erwärmt werden.

Doch die geforderten Maßnahmen ließen sich mit der bestehenden Anlage und in den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten derzeit wirtschaftlich nicht realisieren. Darum soll ab der Badesaison 2022 stattdessen ein alternatives Heizsystem (vorzugsweise eine Luftwärmepumpe) installiert werden.

Dahinter stehen

Er könne die angestrebte Lösung mit der Luftwärmepumpe „voll unterstützen“, sagte Alfred Jocher von den Unabhängigen, früher über viele Jahre Badreferent im Marktgemeinderat.

Eine Luftwärmepumpe brauche auch Strom, befand Andreas Barnsteiner (Bürgervereinigung). Da könne man durchaus über andere Energieträger nachdenken. Barnsteiner sprach die Fernwärme an, wie sie die Papierfabrik in Schongau erzeuge.

Dem hielt Bürgermeister Peter Ostenrieder entgegen, dass allein der Trassenbau für so eine Leitung von Schongau-Ost bis zum Ortseingang von Peiting gut 300.000 Euro an Investition bedeute. Zu bedenken gab er, dass man die Energie nur für die Sommersaison zwischen Mai und September benötige. Der Rathauschef ergänzte, sinnvoll sei es, bei einer späteren Sanierung der Umkleiden Fotovoltaikmodule zu installieren.

Susann Tabatabai-Schweizer (Grüne) verwies auf das Freibad in Altenstadt, das nicht beheizt werde. Sie fragte, ob dies nicht eine Variante für Peiting wäre, um Energiekosten einzusparen. Dazu antwortete Ostenrieder: „Ich glaube, unser Bad sollte weiter beheizbar sein.“ Es gebe weitum kein beheiztes Wellenbad mehr. Und die drei Freizeiteinrichtungen in der Region würden eine gute Kombination darstellen: Altenstadt mit dem großen unbeheizten Freibad, Schongau mit dem Ganzjahresbetrieb im Hallenbad und saisonal im Freien sowie Peiting mit dem beheizten Wellenfreibad.

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