Bürgermeister Asam im Interview:

Marktbaumeister fehlt weiter

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Nach drei erfolglosen Ausschreibungsrunden zur Stelle des Marktbaumeisters überlegt sich Bürgermeister Asam, von den „Ansprüchen“ an diese Position herunterzugehen.

Peiting – Als „untragbaren Zustand“ bewertet es Bürgermeister Michael Asam, dass in Peiting die Stelle des Marktbaumeisters seit einem Jahr nicht mehr besetzt ist. Nachdem auch eine dritte Runde bei der Ausschreibung der Stelle ergebnislos geblieben ist, geht die Überlegung dahin, jemanden für das Bauamt einzustellen, der nicht die fachlichen Voraussetzungen erfüllt. Der Kreisbote hat den Rathauschef dazu befragt.

Die Stelle des Peitinger Marktbaumeisters ist, nachdem Jochen Rohrmoser Ende 2016 aufgehört hatte, seit einem Jahr unbesetzt. Wie bewerten Sie die Situation?

Bürgermeister Asam: „Ein untragbarer Zustand. Das haben wir im Lauf der letzten Monate immer mehr gemerkt. Wir sind mit vereinten Kräften aller bemüht, die anfallenden Aufgaben über die Bühne zu bringen.“

Mit „aller“ ist wer gemeint?

Bürgermeister Asam: „Hauptsächlich die Mitarbeiter im Marktbauamt, aber auch der Kämmerer, der Geschäftsleiter und ich. Was wir aber nicht leisten können, sind städteplanerische Aufgaben. Da haben wir regelmäßig einen Architekten eingebunden, zum Beispiel beim Ausarbeiten von Bebauungsplänen.“

Warum hat‘s auch in einer dritten Ausschreibungsrunde im letzten Quartal 2017 nicht geklappt – es hat doch Bewerber gegeben?

Bürgermeister Asam: „Viele Bewerber wollen ihren Marktwert wissen. In der dritten Ausschreibungsrunde im letzten Quartal 2017 hatten wir einen Mann dabei, der hat das offen zugegeben. Er sagte, so eine Vorstellungsrunde habe er noch nie erlebt – gleich mit Geschäftsleiter, Kämmerer, Tiefbaureferent, Bürgermeister, der Personalratsvorsitzenden und mit den Fraktionssprechern. Das sei okay gewesen. Seine Antwort war, dass ihn die Auswahl freue und ehre. Er wolle sich mit der Familie zusammensetzen und eine Nacht drüber schlafen. Der Bewerber hat dann bei der Absage ehrlich erklärt, er habe beim bisherigen Arbeitgeber in der Privatwirtschaft eine Nachbesserung erreichen können. So was ist uns im letzten Jahr nicht nur einmal passiert. Der Markt ist leergefegt.“

Was nun – wie wollen Sie weiter vorgehen?

Bürgermeister Asam: „Wir überlegen uns, von den Ansprüchen herunterzugehen. Wir werden uns von dem Gedanken verabschieden, dass es ein Architekt oder ein Bauingenieur sein muss. Vorstellbar ist, dass wir für Bauamt einen Handwerker oder Meister einstellen. Auch wenn er noch jung und ohne große Erfahrung ist. Ich hab da schon die Hoffnung, einen Praktiker zu finden. Einen Praktiker, der aber schon erkennt, wie sich der Ort entwickeln kann und wo welche Bebauung sinnvoll erscheint. Wir gehen da in die Richtung, die Stelle mit diesem Profil auszuschreiben. Auch überlegen wir uns, Bewerber aus früheren Runden anzusprechen.“

Ist eine andere Konstellation denkbar – z.B., dass interkommunal Unterstützung herangezogen wird oder dass innerhalb der Marktverwaltung Aufgaben anders verteilt werden?

Bürgermeister Asam: „Nein, das geht nicht. So eine verantwortliche Kraft vom Marktbauamt ist tagtäglich im Einsatz. Er muss Sachverstand mitbringen, aber auch eine Bindung zum Ort haben. Das heißt nicht, dass er hier wohnen muss.“ 

Interview: Johannes Jais

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