Haushalt 2021:

Peiting und seine Steuerkraft

Hollrieder Peiting Kämmerer Haushalt
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Mag Kämmerer Christian Hollrieder den Kopf neigen – finanziell gerät der Markt Peiting keinesfalls in Schieflage, wie der Haushalt für 2021 und der Finanzplan zeigen.
  • vonJohannes Jais
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Peiting – Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Marktgemeinde Peiting unter den 34 Kommunen im Landkreis Weilheim-Schongau bei der Steuerkraft von Platz 25 auf Platz zwölf vorgearbeitet. Diese Entwicklung stellte Kämmerer Christian Hollrieder besonders heraus, als er den Haushalt für das Jahr 2021 erklärte. Der hat ein Volumen von 36,6 Millionen Euro, also fünf Millionen weniger als im Vorjahr. Der Etat 2021 ist ebenso wie der Finanzplan bis 2024 einstimmig verabschiedet worden.

Der Verwaltungshaushalt mit den laufenden Ausgaben – dazu gehört auch das Personal – umfasst 25,2 Millionen Euro. Im Vermögenshaushalt, der die Investitionen aufzeigt, sind es 11,4 Millionen Euro. Überschaubar sind mit 760.000 Euro die Schulden zum Stand Ende 2020. Und sie werden weiter sinken. Pro Kopf sollen es zum Jahresende nur noch 54,50 Euro sein – bei knapp 11.500 Einwohnern.

Der Landesdurchschnitt für Gemeinden zwischen 10.000 und 20.000 Einwohnern liegt bei 667 Euro. Besonders deutlich ist der Vergleich mit einer anderen Gemeinde aus dem Schongauer Land: In Denklingen wird die Verschuldung bis Ende 2022 auf gut 9.000 Euro je Einwohner klettern.

Auf Platz 12

Mit dem Satz „Das, was mir am allerbesten gefällt“ lenkte Kämmerer Hollrieder am Dienstagabend bei der Gemeinderatssitzung in der Schloßberghalle die Aufmerksamkeit der Räte und Besucher auf die Steuerkraft pro Einwohner. Die ist zuletzt um gut zehn Prozent gestiegen und beträgt nun 1.120 Euro. Damit belegt Peiting Platz zwölf im Landkreis. Unter den fünf großen Kommunen steht der Markt damit hinter Penzberg und Schongau nahezu gleichauf mit der Kreisstadt Weilheim da. Peißenberg ist mit 871 Euro Steuerkraft pro Einwohner weit dahinter.

Zu den Investitionen

Hollrieder gab einen Überblick zu den wichtigen Investitionen. Das sind die Restkosten für den Anbau der offenen Ganztagsschule in Birkenried (1,25 Millionen Euro), Fahrgestelle für drei Autos bei der Feuerwehr Peiting (140.000 Euro; der Aufbau wird in zwei Jahren finanziert) oder die Planung für die Generalsanierung der Eissporthalle (500.000 Euro; insgesamt bis 2025 gut sechs Millionen Euro in vier Bauabschnitten).

Das größte Bauvorhaben ist der siebengruppige Kindergarten an der Jägerstraße. Dafür werden heuer drei Millionen Euro in den Haushalt aufgenommen, und nächstes Jahr sind es vier Millionen Euro. Beim Neubau des Jugendzentrums werden 2021 die Planungskosten berücksichtigt (150.000 Euro). Eine halbe Million Euro sind für die Sanierung des Sportzentrums Birkenried vorgesehen; konkret geht es um Hartplatz, Tartanbahn und Hallenboden auf der 40 Jahre alten Anlage.

Des Weiteren sind heuer unter den Investitionen aufgelistet: der Ankauf verschiedener Wohnbaugrundstücke (1,55 Millionen Euro), die Erschließung mit Wasser und Kanal im Baugebiet an der Drosselstraße (885.000 Euro), der Ausbau des Zeißlerweges zum neuen V-Baumarkt mit Linksabbiegerspur auf der Ammergauer Straße. Der Wasserverbund mit Schongau – als zweites Standbein für den Notfall – ist im Etat mit 550.000 Euro veranschlagt. Für Betriebstechnik im Klärwerk am Lech, wo eine neue elektrische Steuerung die bisherigen Anlagen aus den siebziger Jahren ersetzen wird, ist knapp eine Viertelmillion fällig.

Schwerpunkte 2020

Im Rückblick auf Schwerpunkte der Investitionen 2020 erwähnte Hollrieder den Grund­erwerb für Gewerbe an der Bergwerkstraße (1,4 Millionen Euro), den Abenteuerspielplatz Birkenried (101.000 Euro), Beschaffungen zum Digitalpakt der Peitinger Schulen (122.000 Euro), aber auch mehrere Geräte und Fahrzeuge für den gemeindlichen Bauhof. Dazu gehörten der Pritschenwagen, der Elektro-Gabelstapler, ein Multicar (Schmalspurfahrzeug), ein Radlader für Bauhof und Wasserwerk, ein Ladekran für den Lkw und ein Auto für den Bauhofleiter. In der Summe hat das fast 400.000 Euro ausgemacht.

Eckdaten und Stimmen zum Haushalt

Gesamtvolumen: 36,6 Millionen Euro
Verwaltungshaushalt: 25,2 Millionen
Vermögenshaushalt: 11,4 Millionen
Beteiligung an Einkommensteuer: 6,2 Millionen
Gewerbesteuer der Betriebe: 4,8 Millionen
Schlüsselzuweisung vom Staat: 1,2 Millionen
Grundsteuer B (bebaut): 1,2 Millionen
Gebühren/Entgelte: 2,7 Millionen
Umlage an den Landkreis: 7,4 Millionen
Personalausgaben: 6,8 Millionen
Schuldenstand Ende 2021: 622.000 Euro
Pro-Kopf-Verschuldung Ende 2021: 54,50 Euro

"Wir wollen uns in der Gestaltung unserer Gemeinde nicht auf Corona zurückziehen. Unsere Aufgabe ist, die Gemeinde fit zu machen und nach vorn zu schauen." (Peitings Bürgermeister Peter Ostenrieder über die Perspektiven)

"Ein Invest in die Zukunft Peitings." (CSU-Fraktionssprecher Michael Deibler)

"Die Finanzplanung ist nicht pessimistisch, sondern optimistisch." (Franz Seidel, Sprecher der Bürgervereinigung)

"In den letzten 31 Jahren haben wir noch nie so wenige Schulden gehabt." (SPD-Fraktionssprecher Herbert Salzmann mit einem Rückblick)

"2025 und 2026 darf uns da eine Kostensteigerung nicht überrollen." (Alfred Jocher von den Unabhängigen zum Großprojekt der Eisstadionsanierung, die in mehreren Etappen erfolgen soll.)

"Gott sei Dank haben wir diese Kompensation bekommen." (Norbert Merk von der CSU zur Ausgleichszahlung des Staates an die Städte und Gemeinden für entgangene Steuern in Corona-Zeiten. Merk sieht freilich ein Risiko darin, ob diese Kompensation bei einer Fortdauer der Pandemie erhalten bleibt.)

"Ein grober Fahrplan, eine Willenserklärung." (Der Bürgermeister über die Finanzplanung bis 2024)

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