Wichtiger Schritt bei günstigen Bedingungen

Perfekter Lückenschluss an der Echelsbacher Brücke

Echelsbacher Brücke Baustelle Nebel
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Den ganzen Tag über herrschte dichter Nebel. Trotzdem sind die beiden 70 Meter Betonpumpen zu erkennen.

Echelsbach – Mit dem Betonieren der letzten beiden Überbauabschnitte ist der Lückenschluss an der Echelsbacher Brücke perfekt vonstatten gegangen. Die Fahrbahn wurde am vergangenen Samstag ohne Zwischenfälle geschlossen. 

Auf diesen Tag war mit Hochdruck hingearbeitet worden, zum Teil auch mit Arbeitseinsätzen an den Wochenenden. Die große Frage: Kann der Lückenschluss der Fahrbahn noch vor Weihnachten vollzogen werden?

Eisregen oder Schneefall – eigentlich normal für diese Jahreszeit. Aber nicht erwünscht für die Mitarbeiter des Staatlichen Bauamtes Weilheim und die Männer der ausführenden Baufirma STRABAG.

Der Tag für den Lückenschluss war auf den letzten Samstag vor dem Ersten Advent terminiert. Tagelang verfolgten die Bauleiter Wolfgang Rieger und Hannes Egger zusammen mit Polier Markus Balser die Wetterprognosen. Dann endlich konnte das Trio grünes Licht geben: Kein Schneefall, kein Starkregen, keine Minustemperaturen unter sechs bis acht Grad. „Geradezu optimal für dieses Vorhaben“, bestätigt Nikolaus Mayr vom Bauamt.

Bauleiter Wolfgang Rieger erläutert die Folgen, wenn das Wetter nicht gepasst hätte. „Alles hätte sich, bedingt auch durch die Feiertage, im Terminkalender weit nach hinten verschoben.“ Nämlich um bis zu drei Monate. „Das bedeutet vor allem jede Menge Mehrkosten für die Krananlagen und natürlich das Personal.“

Der perfekte Sonnenaufgang, den sich Rieger für diesen besonderen Tag ersehnt hatte – dieser Wunsch des Bauleiters erfüllte sich zwar nicht. Dennoch lief bei den Arbeiten, die um 4 Uhr morgens starteten, alles bestens.

Polier Markus Balser dreht seine Runde und aktiviert alles an Scheinwerfern, was zur Verfügung steht. Zur gleichen Zeit lässt Betonmeister Willi Kreitmayr von der Firma Strohmaier in Huglfing die Mischmaschine auf Hochtouren laufen. 760 Kubikmeter 15 Grad warmer Beton verlassen an diesem Tag für die Brücke das Werk. 27 Betonmischer werden beim Transport an die Großbaustelle eingesetzt, teils Vierachser, die sieben Kubik fassen, teils Fünfachser mit gar neun Kubik. Einfache Fahrzeit: gute 40 bis 45 Minuten. Es herrscht Glatteisgefahr, 110 Fahrten sind eingeplant.

Andrzej Szopa, der polnische Bauleiter der beiden Betonierteams, hat seine Männer für die beiden Überbauabschnitte 6 Ost und 6 West eingeteilt. Viel Erklärungen braucht es nicht. Jeder Handgriff wird später sitzen. Pro Seite sind um die 15 Mann vorgesehen, die den Beton zwischen den Eisengittern der Armierung verteilen und mit Rüttlern verdichten. Schwerarbeit über gute acht Stunden.

Acht Stunden Knochenarbeit bei Kälte und dichtem Nebel, dann sind die beiden Überbauabschnitte mithilfe der über 70 Meter weit reichenden Pumpen fertig betoniert.

Kurz vor 5 Uhr sind die beiden mobilen Betonpumpen der Firma Weber in Position. Sie reichen über 70 Meter weit. Bedingt durch den engen Querschnitt der Rohre dürfen die Temperaturen nicht unter minus acht Grad fallen, sonst friert der Beton ein.

Punkt 5.03 Uhr ist Start der Betonierarbeiten auf der Ostseite. Kurz danach folgt die Westseite. „Wir müssen den Beton gleichzeitig einbringen, damit es keine Gewichtsverschiebungen gibt“, erklärt Polier Balser. Er hat im Vorfeld genau berechnet, wie viel Gewichtsausgleich in der Mitte der Brücke in den aufgestellten Wassercontainern sein muss. Das Gewicht, das als Beton in die Abschnitte eingebracht wird, wird durch Ablassen des Wassers ausgeglichen.

Marcin Siciak hat eine besondere Aufgabe: Immer wieder entnimmt er vom angelieferten Beton eimerweise Proben, um von diesen die Temperatur zu messen und sie dann in einen Würfel zu füllen. Per Rüttelplatte erfolgt eine Verdichtung, dann werden die Würfel gekennzeichnet. „14 Stück dienen zur Dokumentation und späterer Quetschprobe“, so Siciak. Dadurch kann nach neun Tagen geprüft werden, wie weit der Trocknungsprozess der beiden Betonabschnitte erfolgt ist. „Erst wenn wir ein hundertprozentiges Ergebnis haben, kann ausgeschalt werden“, erklärt Bauleiter Wolfgang Rieger.

Der Nebel wabert dicht. Nur durch den Stand der Befüllung erkennt man, dass alles wie am Schnürl läuft. Kurz nach 13 Uhr sind die Lücken geschlossen. „Jetzt kann die Gleichenfeier starten“, drückt es Kranführer Meindl aus. Er meint damit eine Art Richtfest.

Für Polier Markus Balser ist der Lückenschluss wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Er strahlt mit dem kleinen mit Kerzen geschmückten Richtfestbäumchen im Nebel um die Wette.

Hans-Helmut Herold

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