Hilfe für die Kinderhilfe

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Ziehen sich warm an, weil sie auch im Winter die meiste Zeit mit den Kindern draußen verbringen: die Erzieherinnen Nicole Schweiger und Yvonne Grothmann vom Naturkindergarten.

Peiting – Intensivieren möchte die Kinderhilfe Oberland die Arbeit mit behinderten und verhaltensauffälligen Kindern in den integrativen Gruppen. Dazu soll die Stundenzahl beim Personal aufgestockt werden. Zum regulären Schlüssel, der festschreibt, um wie viele Kinder sich eine Fachkraft kümmert, soll ein so genannter X-Faktor dazu kommen. Den Mehraufwand stemmen die Kinderhilfe Oberland als Träger, die Marktgemeinde Peiting und der Freistaat Bayern, der 50 Prozent der zusätzlichen Ausgaben übernimmt.

Ein Beschluss im Marktgemeinderat steht zwar noch aus. Aber nachdem Sigrid Klasmann von der Kinderhilfe Oberland – das ist eine gemeinnützige Gesellschaft unter dem Dach von Herzogsägmühle – den zusätzlichen Einsatz erfahrener Fachkräfte „zur Differenzierung und individuellen Unterstützung der Kinder im Gruppenalltag“ erklärt hatte, signalisierten die Gemeinderäte Unterstützung. Für den Markt Peiting bedeutet das einen Mehraufwand von ungefähr 30 000 Euro im Jahr.

Laut Hauptamtsleiter Stefan Kort betreut die Kinderhilfe Oberland Buben und Mädchen, die wegen Behinderung oder auffälligen Verhaltens auf einen integrativen Platz angewiesen sind. Er verdeutlichte zugleich, dass ein Verbessern des bisherigen Betreuungsschlüssels um den X-Faktor kein Luxus sei. Die Erzieherinnen seien schon jetzt „knapp am Anschlag“. Wenn nur ein Kind mehr in die Gruppen aufgenommen würde, gäbe es keinen staatlichen Zuschuss mehr, da der geforderte Betreuungsschlüssel nicht mehr eingehalten werden könne.

In den Einrichtungen der Kinderhilfe Oberland in Peiting haben zurzeit 32 Buben und Mädchen einen integrativen Platz. Solche Tagesstätten gibt es in Peiting im früheren Forsthaus, im Kinderhaus an der Untereggstraße und am Gumpen. Hinzu kommt der Naturkindergarten am Weiherhäusle oberhalb von Herzogsägmühle. Letzterer besteht seit vier Jahren. Dass Integration und Naturkindergarten miteinander angeboten werden, ist eine Seltenheit. 18 Buben und Mädchen werden dort von zwei Erzieherinnen, einer Kinderpflegerin und einer Jahrespraktikantin betreut. Die Eltern kommen nicht aus Peiting, sondern aus Orten wie Schongau, Apfeldorf und Wessobrunn.

Mehr auffällige Kinder

„Wir haben ein Zuwachs an Kindern, die auffällig sind“, schilderte Klasmann. Zudem erwähnte sie, dass die Eltern „anspruchsvoller werden“. Dies bringe mehr Zeitaufwand beim Personal mit sich. Im Landkreis habe man die„ganz besondere Situation“, dass es nur eine Heilpädagogische Tagesstätte gebe. Im Nachbarlandkreis Landsberg seien es hingegen neun.

Franz Seidel (Bürgervereinigung) warb darum, mit dem X-Faktor einen Beitrag für „gute Betreuung“ zu leisten. Herbert Salzmann (SPD-Fraktion) sagte: Investitionen auf dem Gebiet der intensiven Kinderbetreuung führten später zu „weniger Ausgaben im Jugend- und Erwachsenenbereich“. 

jj

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