7. Pfaffenwinkel Classic Oldtimer-Rallye

90 Jahre und kein bisschen leise

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Bei der 7. Pfaffenwinkel Classic-Rundfahrt kamen Automobil-Fans voll auf ihre Kosten.
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Bei der 7. Pfaffenwinkel Classic-Rundfahrt kamen Automobil-Fans voll auf ihre Kosten.
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Bei der 7. Pfaffenwinkel Classic-Rundfahrt kamen Automobil-Fans voll auf ihre Kosten.
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Bei der 7. Pfaffenwinkel Classic-Rundfahrt kamen Automobil-Fans voll auf ihre Kosten.

Peiting – An die 100 Autos aus längst vergangenen Tagen haben am Wochenende die Straßen des Pfaffenwinkels „unsicher“ gemacht. Vor allem am Samstag konnten die zahlreichen Old- und auch Youngtimer bei bestem Wetter zu ihrer Runde von Peiting aus starten, am Sonntag dann hieß der Startpunkt Marienplatz in Schongau. Mit dabei waren erstmals drei Oldies, die der Lechbrucker Hermann Unguria restauriert hat – darunter auch das älteste Schnauferl der heurigen Rallye.

Fast 90 Jahre hat der Citroën AC-4F auf dem Buckel, der im Schatten der Peitinger Kirche parkt. Einer von fünf in ganz Deutschland, wie Hermann Ungurian stolz erzählt – und der einzige, der noch fährt. Die anderen AC-4F – die Vier steht für die Zahl der Zylinder und das F für Familiale – stehen in Museen, weiß der Maschinenbauingenieur. 

Schon seit Jahren restauriert der Lechbrucker, der auch eine ganze Reihe von Erfindungen, darunter eine Wegfahrsperre fürs Fahrrad, hat patentieren lassen, Oldtimer. Und zwar so exakt, dass hernach nicht nur das Spaltmaß stimmt, sondern sogar der unverwechselbare Klang beim Schließen der Tür entsteht. Das hatte ein TÜV-Ingenieur bemerkt, dem er seinen ersten von Grund auf erneuerten Oldtimer vorgestellt hatte: ein (VW) Karmann Ghia, Baujahr 1971, in Bicolorlackierung. Wie auch das zweite Coupé, das die Werkstatt Ungurians verlassen hat und nun bei seiner Tochter in der Garage steht, ein Borgward Isabella, Baujahr 1961 in Creme und Rot.

Jüngstes Projekt und dabei ältester Oldtimer ist besagter Citroën, bei dem Ungurian sogar das Thermometer, mit dem man vom Lenkrad aus die Temperatur des Kühlerwasser ablesen kann, originalgetreu wieder eingebaut hat: vorne, auf dem Kühler. Während drinnen ein Schild den Beifahrer darauf aufmerksam macht, dass er auf eigene Gefahr mitfährt; Originalzubehör von anno dazumal. Wie auch der einseitige Scheibenwischer, nur für den Fahrer.Das älteste Gefährt der Rundfahrt zeigte sich dabei in besserer Verfassung als so manch seiner jüngeren Kollegen. So versagte etwa ein BMW 507 Cabrio, das ohnehin als Ersatz für einen Thurner RS an den Start gehen sollte, seinen Dienst und wollte seinem Besitzer nicht mehr anspringen.

Einen zweiten Thurner – ein Sportwagen, der auf der Basis des NSU 1200 C mit einem NSU TT-Motor in einer alten Spinnerei in Bernbeuren gebaut wurde – konnte man ebenfalls am Peitinger Hauptplatz bewundern. Von dort starteten alle Boliden – vom Glas Goggomobil mit 20 Pferdestärken bis zum 300 PS starken DeTomaso Pantera aus dem Jahre 1976 – zu ihrer Tour über Weilheim, Peißenberg und Schongau zurück nach Peiting. Eher unüblich ging dabei das Pannenhilfefahrzeug, ein VW Käfer Baujahr 72, als erstes auf die Strecke. 

Doch egal ob mit vielen oder wenigen Pferdestärken, mal mit kernigem Boxermotorsound oder eher leise, die glänzenden Augen der Zuschauer verrieten es, hier waren automobile Träume auf der Straße. Die der eine oder andere selbst gefahren hatte, mit ihnen noch richtige Abenteuer erlebt hatte oder die einfach, vor nicht allzu langer Zeit, zum Leben dazugehörten wie eine Mercedes S-Klasse, ein Porsche 944 oder ein Opel Kadett C.

Wie schon in den vergangenen Jahren diente die Rallye einem guten Zweck, die Einnahmen kommen dem Hospizverein Pfaffenwinkel und anderen Einrichtungen zugute. Teilnehmer und Ergebnisse der Rallye finden sich auf der Homepage www.pfaffenwinkel-classic.de.

Oliver Sommer

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