Etappensieg des Lebens

Pfaffenwinkel-Realschule verabschiedet Absolventen: 38 mal die Eins vor dem Komma

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Eine Auszeichnung der Frank-Hirschvogel-Stiftung, überreicht von Gabriele Meier (hinten links), erhielten Jakob Bißle (1,09), Celine Hackenberger (1,17) und Katharina Braunegger (1,08) (v. links). Mit ihnen freuten sich Direktor Armin Eder und Konrektorin Ulrike Knittel.

Schongau – 38 Absolventen der Realschule Pfaffenwinkel rief Direktor Armin Eder am vergangenen Freitag bei der Abschlussfeier auf die Bühne in der Lechsporthalle. Sie alle haben eine Eins vor dem Komma in ihrem Zeugnis stehen.

„Eigentlich wollten wir Euch gar nicht hergeben“, führte Beratungsrektor Markus Kölsch in die Feierstunde ein. Aber nun sei der lange – und manchmal auch qualvolle – Weg vorüber und die Abschlussschüler können in die Welt entlassen werden.

Mit der Tour de France verglich Landrätin Andrea Jochner-Weiß die Schullaufbahn der Absolventen, die viele Etappen gemeistert und heute auf dem Siegerpodest stehen würden. „Sie haben die Ziellinie eines langen Wettkampfes überschritten“, so die Landrätin.

Nicht nur für die nun ehemaligen Schüler war es ein besonderer Moment, auch für den zweiten Bürgermeister Tobias Kalbitzer: Es war seine letzte Rede an der Realschule als Bürgermeister. Er hat selbst vor 15 Jahren das Abschlusszeugnis der Pfaffenwinkel-Realschule in Empfang genommen. Was sich in all der Zeit nicht verändert habe: Sie produziere immer noch gute Schüler, so Kalbitzer: „Euch und mich.“ Den Absolventen stehe nun die schönste Zeit bevor, so der stellvertretende Bürgermeister. „Haltet‘s den Lido sauber und habt‘s nen schönen Sommer“, wünschte er den Schulabgängern. Zum Abschluss machte Kalbitzer noch ein Selfie von sich auf der Bühne mit allen Anwesenden im Hintergrund. Und noch etwas gab er den Schülern mit auf den Weg: „Wenn Ihr Lust habt in ein paar Jahren – einfach Bürgermeister werden.“

In seiner Ansprache appellierte Direktor Armin Eder an die alten Werte. Alten Werten, die sich seit Jahrhunderten bewährt hätten, stünden nun neue Werte gegenüber. Eder nannte hier vor allem das Smartphone, seine suchterzeugenden Eigenschaften sowie die Förderung von Kurzsichtigkeit, Diabetes und Depressionen. „Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Werte reduziert“, so der Realschul-Direktor. Als Beispiel nannte Eder auch die geplante „Hohl- und Bringzone“, die in Schongau nicht mehr zeitgemäß sei, wo doch viele Kinder heutzutage übergewichtig oder sogar adipös seien. „Rettet den gesunden Menschenverstand, bleibt bei den guten alten Werten.“

Von Fritteusen und Wasserkochern, mit denen man „keinesfalls Nudeln gekocht“ habe, in den Klassenzimmern, berichteten die Schülersprecher Nina Berchtold und Lorenz Knappich. Die Abschlussfahrt einer Klasse endete sogar mit einem Polizeieinsatz, schilderten die beiden Schülersprecher weiter. Dennoch haben es alle rechtzeitig zur Abschlussfeier geschafft.

Die drei Besten des Jahrgangs Katharina Braunegger (1,07), Jakob Bißle (1,09) und Celine Hackenberger (1,17) durften sich über eine Auszeichnung der Frank Hirschvogel-Stiftung mit jeweils 300 Euro Geldpreis freuen. Für Bißle und Braunegger kamen außerdem noch jeweils 100 Euro von der Firma Hoerbiger hinzu, die die Besten im Technischen und Kaufmännischen Bereich würdigte. Mit einem Notendurchschnitt von 1,36 war Katrin Häuserer im Sprachlichen Zweig beste Absolventin. Lisa Schmid setzte sich mit 1,42 im Hauswirtschaftlichen Zweig an die Spitze.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier von den Schülern der zehnten Jahrgangsstufe selbst. Nach der Zeugnisvergabe folgte noch ein Stehempfang in der Schul-Aula vor voraussichtlich vier bis fünf Wochen Nichtstun.

asn

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