Neuland unterm Pflug

Einführung des neuen Pfarrers in der Pfarreiengemeinschaft Altenstadt

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Auch Pfarrer Jost Herrmann (links) von der Evangelischen Gemeinde in Schongau hatte ein Geschenk dabei. Er überreichte dem neuen katholischen Pfarrer Sebastian Schmidt (rechts) das „Evangelische bayerische Gesangbuch“.

Altenstadt – Der vergangene Sonntag ist ein ganz besonderer in der Pfarreiengemeinschaft Altenstadt gewesen. Nachdem Pfarrer Karl Klein die Gemeinde am 1. November Richtung Neu-Ulm verlassen hatte, fand die feierliche Amtseinführung seines Nachfolgers Pfarrer Sebastian Schmidt statt. Spätestens nach dem Einmarsch des Kirchenzuges um 18 Uhr war die Basilika St. Michael an die Grenzen ihres Fassungsvermögens gestoßen.

Neben dem ranghöchsten anwesenden Vertreter der Katholischen Kirche, Domkapitular Dr. Michael Kreuzer, begrüßte der mit der Amtseinführung betraute Dekan Georg Fetsch viele Gläubige aus der näheren und auch weiteren Entfernung, die bis aus Bamberg gekommen waren. Überhaupt folgten sehr viele befreundete Mitbrüder und Weggefährten von Pfarrer Schmidt der Einladung nach Altenstadt. Ferner waren die Mitglieder der sechs Pfarrgemeinderäte und der Kirchenverwaltungen und die Ministranten der Pfarreiengemeinschaft, zu der neben Altenstadt auch die Gemeinden Hohenfurch, Sachsenried, Schwabbruck, Schwabniederhofen und Schwabsoien gehören, versammelt. Unter den weiteren Gästen befanden sich für die Evangelische Gemeinde in Schongau Pfarrer Jost Herrmann und Pfarrerin Julia Steller. Hinzu kamen einige Bürgermeister. Die vermutlich weiteste Anreise dürften die Eltern von Pfarrer Schmidt gehabt haben. Sie hatten die lange Reise von Berlin auf sich genommen.

Bei der gut zweistündigen Feier in der Basilika stand das Thema „Nehmt Neuland unter den Pflug”, ein Glaubenskurs zur Neuevangelisierung in den Pfarreiengemeinschaften, im Mittelpunkt. Dekan Fetsch hob hervor, dass Schmidt zunächst für ein Jahr hauptamtlicher Pfarr­administrator der Pfarreiengemeinschaft ist, bevor er endgültig das Amt innehat. Der Neue selbst ließ mit großer Souveränität und hochmotiviert keinerlei Zweifel daran aufkommen, dass er sich auf die Herausforderungen dieser für ihn ersten Stelle als Pfarrer freut.

Mit klarer und lauter Stimme sagte er in seiner Dankansprache: „Solch eine Amtseinführung findet in der Regel ja mehrere Wochen nach dem Dienstbeginn statt und so können sich sowohl die Gläubigen der Pfarreien, als auch der neue Pfarrer im sofort beginnenden Glaubens- und Gebetsalltag einer Pfarreiengemeinschaft kennenlernen. So erging es auch mir und so durfte ich wirklich voller Dank und Freude unserem Herrn Dekan meine Bereitschaft als Priester und neuer Leiter dieser Pfarrgemeinde erklären.“

Nach dem kirchlichen Ritual hatte man für Schmidt in der Turnhalle im Schulweg eine weitere Feierstunde vorbereitet, zu der erneut zahlreiche Gäste den Weg fanden. Den Reigen offizieller Gratulanten eröffnete Thomas Götz, Vertreter der Kirchenverwaltungen. „Große Baustellen haben eines gemeinsam: Sie beginnen mit dem ersten Spatenstich“, sagte er und übergab ein solches Werkzeug in kleiner Ausführung. Dieses sei auch im Winter im Kofferraum des Autos eine mitunter große Hilfe.

Gute Basis

Altenstadts Bürgermeister Albert Hadersbeck gratulierte auch im Namen seiner Kollegen Norbert Essich aus Schwabbruck, Sigi Neumann aus Schwabsoien und Guntram Vogelsgesang aus Hohenfurch. In seiner Glückwunschrede hob er hervor, dass eine lebendige Pfarrgemeinde auch eine gute Basis für eine lebendige politische Gemeinde sei. Er schloss ab mit dem Hinweis „Ein junger Pfarrer und junggebliebene Bürgermeister sind eigentlich Gewähr dafür, dass wir für neue Entwicklungen aufgeschlossen sind und dieselbe Sprache sprechen.“

Der Ökumene aufgeschlossen

Auch Pfarrer Jost Herrmann von der Evangelischen Gemeinde in Schongau hatte ein Geschenk dabei: Er überreichte das „Evangelische bayerische Gesangbuch“, das in diesen Tagen 25. Geburtstag hat. Bei dem Geschenk handelte es sich um ein besonderes Exemplar, das neben vielen anderen Dingen auch etwas über das Miteinander der Konfessionen aussagt. „Dass wir keine Konkurrenten, sondern Geschwister im Glauben sind, sieht man übrigens daran, dass, wenn in einer Kirche Spannungen sind, die anderen keineswegs davon profitieren, sondern darunter leiden“, so Herrmann weiter. „Ein Drittel der Menschen, die 2012 aus der evangelischen Kirche ausgetreten sind, gaben an, sie hätten es des Papstes wegen getan.“ Schmidt dürfte dem Verlauten nach der Ökumene durchaus aufgeschlossen gegenüberstehen.

Geboren und aufgewachsen ist der 1986 zur Welt gekommene neue Pfarrer der Pfarrgemeinde in Hohenschönhausen im nordöstlichen Außenbereich im damaligen Ostberlin. Er war vier Jahre alt, als die Mauer fiel. Bis zur zwölften Klasse besuchte er das Katholische Schulzentrum „Edith Stein“. Anschließend studierte er an der dortigen Hochschule für Sozialarbeit. Das Studium schloss er 2008 mit Di­plom ab.

Anschließend führte ihn sein der Kirche gewidmeter Weg nach Bayern, wo er ein Jahr lang das Priesterseminar besuchte. Danach war er für fünf Jahre in Augsburg, um neben dem Studium an der Universität im Priesterseminar eine spirituelle Begleitung und praktische Fähigkeiten vermittelt zu bekommen. Von Augsburg führte ihn für zwei Jahre sein Weg in die Pfarrei ins nahe Westendorf, wo er den hauptamtlichen Pfarrer bei dessen Arbeit begleitete und unterstützte. Zuletzt war er vor seinem Amtsantritt in Altenstadt als Kaplan in der Pfarrei Buchloe tätig.

Die Aufgaben in der Pfarrei in Altenstadt nimmt er bereits seit dem 24. Oktober wahr und zu seinen Tätigkeiten gehört auch die Unterrichtung der vier Grundschulklassen in Altenstadt (zwei), Schwabsoien und Hohenfurch im Fach Religionslehre. 

mel

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