1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Schongau

4,3 Millionen aus dem Förderprogramm „PflegesoNah“ für Pflegezentrum Herzogsägmühle

Erstellt:

Von: Astrid Neumann

Kommentare

Herzogsägmühle Förderung Pflegezentrum
Herzogsägmühle-Vorstand Hans Rock, die beiden Landtagsabgeordneten Susann Enders (Freie Wähler) und Harald Kühn (CSU), Pflegefachkraft Michaela Pätzold, Staatsminister Klaus Holetschek und Fachbereichsleiter Andreas Kurz (v. links). © Neumann

Herzogsägmühle – Die Freude am vergangenen Montag war groß in Herzogsägmühle: Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek besuchte den Peitinger Ortsteil und hatte obendrein einen Scheck über rund 4,3 Millionen Euro dabei. Er übergab den Förderbescheid aus dem Investitionskostenförderprogramm „PflegesoNah“ an das Evangelische Pflegezentrum Herzogsägmühle für den Ersatzneubau des integrativen Pflegeheims. 

Das Förderprogramm „PflegesoNah“ dient der Förderung der pflegerischen Versorgung im sozialen Nahraum. In Herzog­sägmühle bewarb man sich mit dem Neubau des Evangelischen Pflegeheims für das Programm. Dieser soll die in die Jahre gekommene Einrichtung im Schöneckerhaus ersetzen.

Herzogsägmühle-Vorstand Hans Rock hob bei der Übergabe am Montag im Rainer-Endisch-Saal den sowohl „staatlichen als auch stattlichen Beitrag“ des Staatsministeriums zu diesem Vorhaben hervor. Er dankte Staatsminister Klaus Holetschek dafür, dass er die Weiterentwicklung der Pflege nicht aus den Augen verloren habe.

Andreas Kurz, Leiter des Fachbereichs Menschen in besonderen Lebenslagen, ging auf die Geschichte des Schöneckerhauses ein. 1964 habe man die Notwendigkeit erkannt, ein neues Angebot für die älter werdenden Menschen, die in Herzog­sägmühle arbeiteten und lebten, zu schaffen. Diese sollten schließlich im Alter nicht mehr verpflanzt werden, so Kurz. Eine Finanzierung sei damals nur durch eine Spende möglich geworden, weshalb das Haus schließlich auch den Namen Schöneckerhaus, nach dem Spender, erhielt. „Damals wäre es sonst nicht möglich gewesen, so etwas zu bauen“, hob der Fachbereichsleiter hervor.

Herzogsägmühle Pflegezentrum Modell
Am Modell wurden die Details zu dem Ersatzneubau inmitten von Herzogsägmühle erläutert. © Neumann

Die Eröffnung des Schöneckerhauses folgte 1971. In den Jahren von 1992 bis 2001 sei viel an dem Gebäude saniert worden, dann 2014: das Gebäude ist nicht mehr betriebsfähig. „Plötzlich hatte das Ganze eine Ablauffrist“, schilderte Kurz. Aber aufzugeben sei nicht in Frage gekommen, 2020 fiel die Entscheidung für den Neubau. Klar sei aber auch gewesen, dass man dafür nicht nur ein tragfähiges Finanzkonzept, sondern auch einen starken Partner brauche, den man in der „Hilfe im Alter“ gGmbH gefunden habe. Diese ist ebenso Teil der Diakonie München und Oberbayern wie die Diakonie Herzogsägmühle. „Der Startschuss und die Startmittel sind durch die Förderung nun da“, so Kurz weiter.

„Hilfe im Alter“ und deren Pläne in Herzogsägmühle stellten Geschäftsführer Dirk Spohd sowie Florian Walter vor. Neben 72 Pflegeplätzen, die in 12er-Wohngruppen aufgeteilt sind, wird es acht weitere „Clusterplätze“ geben, wie Walter erläuterte. Sie sollen als Eingliederungshilfe dienen. Neben mehreren Beratungsleistungen im Haus hob Walter vor allem auch die „hohe Qualität der Vernetzung“ hervor und nannte als Beispiele den geplanten Saal oder das Café.

Dass auch die Kommune voll hinter dem Projekt stehe, betonte Bürgermeister Peter Ostenrieder. Die Leute würden in Herzogsägmühle an einem Ort wohnen, leben und arbeiten. „Dort wollen sie auch im Alter bleiben“, so das Gemeindeoberhaupt.

„Jeder Cent, den wir heute hier ausgeben, ist gut investiert“, so schließlich der Staatsminister Klaus Holetschek. Pflege sei immerhin eine der größten Herausforderungen der Zukunft, so Holetschek weiter. Das integrative Pflegeheim in Herzog­sägmühle sei in der Region gut etabliert und kümmere sich leidenschaftlich um pflegebedürftige Menschen, etwa um pflegebedürftige Menschen mit Behinderungen genauso wie um Menschen mit Demenz. Der geplante Ersatzneubau sei unmittelbar in der Ortsmitte vorgesehen und ermögliche dadurch eine gelungene Öffnung in den sozialen Nahraum, bekräftigte der Staatsminister.

Pflege könne jeden zu jeder Zeit selbst treffen, betonte Holetschek weiter. Dabei könne man zwar Hüllen bauen, aber man brauche Menschen, die sie mit Leben füllen, hob er die Wichtigkeit der Pflegekräfte hervor.

Insgesamt werden in diesem Jahr 29 Projekte mit knapp 79 Millionen Euro gefördert, wodurch rund 1.500 zusätzliche Pflegeplätze in Bayern geschaffen werden. „Insgesamt konnten wir mit unserem Programm in den vergangenen zwei Jahren bereits rund 2.000 Plätze in der Pflege fördern. Wir investieren damit in eine moderne und bedarfsgerechte Versorgung von pflegebedürftigen Menschen“, so Holetschek.

Auch interessant

Kommentare